Zum Inhalt springen
stories! Die Buchhandlung Logo
im Shop suchen

Alle Empfehlungen von Frank Menden

Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

ist der ungeschlagene Vielleser im stories! Team. Seit einiger Zeit bereichert er die Welt des Bookstergram mit seinen Empfehlungen auf Instagram und war damit auch für den Buchblog Award 2018 nominiert. Außerdem kann man ihn dann und wann in der "Lesart" auf Deutschlandradio Kultur hören, wo er Geheimtipps und das Neueste vom Neuesten empfiehlt.
Zudem war er in der Jury für die Wahl des Deutschen Buchpreises 2022!

Die Lücken
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Ein Jahrhundertroman! Und nicht ( nur ) wegen der fast hundert Jahre erzählten Zeit, die ein Panorama des fiktiven Ortes Heimes Bach im Hunsrück abbilden. 

Der frisch und höchst verdient mit dem Deutschen Buchpreis UND dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichnete Roman ist ein moderner Anti- Heimatroman und ein Buch, das man einmal gelesen nie wieder vergessen wird. Ein Roman, der sprachlich wie inhaltlich überzeugt, das herausfordert und durch seine klug komponierte Struktur überzeugt. Vielschichtig erzählt Shida Bazyar über Gewalt, Traumata, Gleichgültigkeit und Sehnsüchte in einem fiktiven pfälzischen Dorf, und fächerst so ein ganzes Jahrhundert auf. Dabei tritt vieles Ungesagte und Verdrängte zu Tage und konfrontiert die Leser mit den eigenen blinden Flecken in ihrer Wahrnehmung der Gegenwart und Vergangenheit.

Ein großer Wurf ist dieser Roman, der gekonnt den Bogen bis in die Gegenwart schlägt, und der zeigt, welche Auswirkungen Verdrängung haben kann.

Unbedingt lesen!

Die Lücken

von Shida Bazyar

Zum Buch im Shop
Ungebetene Gäste
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Es beginnt alltäglich. Eine junge Mutter bietet dem in ihrer Wohnung arbeitenden Handwerker einen Kaffee und Kekse an, ihr einjähriger Sohn wuselt um sie herum.
Naomi versucht ihr Unbehagen gegenüber dem freundlichen und dem kleinen Uri sehr zugewandten Mann zu überspielen - und dann ist es passiert : in einem unbeobachteten Augenblick hat Uri den Hammer des arabischen Arbeiters vom Balkon gestoßen, ein sich auf der Straße befindender Jugendlicher wird von ihm erschlagen.
Schnell kochen die Emotionen hoch, von einem Attentat ist die Rede.
Naomi löst das Missverständnis nicht sofort auf, stellt sich dann aber doch der Polizei.
Aber die Schuldgefühle wird sie auch nach einem etwas überstürzten Umzug nach Lagos nicht los, wie auch die Familien der anderen Beteiligten nicht zur Ruhe kommen…

Ayelet Gunder-Goshen verhandelt in ihren Romanen mit psychologischen Geschick Fragen der Moral. So auch ihr neuer Roman „Ungebetene Gäste“ , übersetzt von Ruth Achlama.
Eindringlich schildert sie, wie sich eine Gemengelage aus Schuld, Mitgefühl, unausgesprochenen Geheimnissen und bewusstes Wegsehen vor den Konsequenzen des eigenen Handelns zu immer neuen Konflikten führen.
Mich hat dieses Buch einmal begonnen nicht mehr losgelassen. Spannend wie ein Krimi, von einer mitreißenden Stringenz, zeigt Ayelet Gunder-Goshen wie sehr Lügen, und seien sie auch noch so gut gemeint, unser Leben prägen und zu zerstören im Stande sind. Und das selbst in bester Absicht ausgeführte Handlungen oftmals verheerende Folgen haben können, niemand moralisch überlegen ist.
Beeindruckend und nachdenklich stimmend.

Ungebetene Gäste

von Ayelet Gundar-Goshen

Zum Buch im Shop
Die Welt in der ich lebte
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

„Ich kehrte in die Wohnung der Krempkes im dritten Stock zurück, in das kleine Zimmer, das sie an mich vermietet hatten, weil Herr Krempke arbeitslos war. In meine Einsamkeit inmitten der großen Stadt.“

1949 hat Ilse Losa ihren ersten Roman „Die Welt in der ich lebte“ auf Portugiesisch geschrieben. Es ist eine Folie ihrer Erinnerungen an die Kindheit und Jugend in der niedersächsischen Provinz und das Erwachsenwerden unter der zunehmenden Bedrohung des Antisemismus im aufkommenden Nationalsozialismus.

Es ist einer dieser Romane, die einen von den ersten Sätzen an überzeugen und der einen bis zum letzten Satz nicht mehr loslassen wird.

In Portugal gehört der Roman, der nun Weidle Verlag & Wallstein Verlag in der Übersetzung von Maralde Meyer-Minnemann (unter Mitarbeit der Autorin ) wieder aufgelegt wurde, zur Schullektüre.
Ilse Losa hat nach ihrer Flucht 1934 in Portugal als Lektorin und Übersetzerin bei portugiesischen Verlagen für deutsche Literatur tätig als auch bei deutschen Verlagen für portugiesische Literatur.
1991 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Ich kann diese eindringliche, leise erzählte Werk nur aufs nachdrücklichste empfehlen. Wie Ilse Losa den Lebensweg ihrer Protagonistin Rose Frankfurter schildert ( und damit auch ihren eigenen ), wie diese mehr und mehr begreift und erlebt, wie ihre Lebensrealität mehr und mehr auseinanderbricht - das ist emotional aufwühlend und aufgrund der aktuellen politischen Lage so erhellend wie wichtig.
Für mich eine große (Wieder-) Entdeckung!

Die Welt in der ich lebte

von Ilse Losa

Zum Buch im Shop
Was wir von ihr wissen
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

„Sue. Suze. Susie Q. Susannah in the Morning. Mom. Wie viele tausend Facetten war sie für ihn gewesen - in unterschiedlichen Stimmungen, unterschiedlichen Momenten. Wie viele Wörterbücher ihrer gemeinsamen Sprache waren mit der Zeit verloren gegangen?“

Als sich Susan und Al kennenlernen treffen zwei Welten aufeinander: hier der ernste, ruhige Akademiker, dort die ehrgeizige junge Schauspielerin. Es ist Liebe auf den ersten Blick, die offensichtlichen Gegensätze ziehen sich an und anfangs scheint alles machbar, beider Karrieren nehmen Fahrt auf.
Die Geburt der Zwillinge Viola und Sebastian stellt das Paar vor neue Herausforderungen, denn Susan will ihre Karriere als Serienstar nicht aufgeben, was Al mit seinem Wunsch nach einem traditionellen Familienbild vor den Kopf stößt. Susan führt fortan zwei Leben: in Hollywood steht sie vor Kamera, in Neuengland ist sie die von allen beäugte Ehefrau und Mutter, ein strahlender Fremdkörper, eine Wandlerin zwischen diesen so unterschiedlichen Welten…

Rebecca Fallon beginnt ihren Roman „Was wir von ihr wissen“ @mareverlag , übersetzt von Juliane Zaubitzer, mit Susans Beerdigung. Sie ist jung gestorben, an Krebs, Al fühlt sich verloren, die Zwillinge sind zu klein, um zu verstehen, wer ihre Mutter außerhalb des gemeinsamen Lebens war - und Al tilgt alle Spuren ihres beruflichen Lebens.
Geschieht dies aus reiner Rücksichtnahme seinen Kindern gegenüber, denn Susans Serie und der von Ihr verkörperte Charakter sind nicht für kleine Kinder geeignet, oder versucht er die Deutungshoheit über das Bild seiner Frau zurückzugewinnen? Und was macht diese Entscheidung mit Viola und Sebastian, wie wirkt es sich auf deren Entwicklung aus?

Rebecca Fallon beschreibt in ihrem Roman die großen Erwartungen, die Menschen aneinander haben, als Liebende, Familie oder Freunde. Dabei schildert sie die Ereignisse nicht chronologisch, sie springt zwischen den Jahren 1983 und 2012 hin und her, wechselt die Perspektiven.
Das verdichtet diesen Familienroman sehr effektiv, führt allerdings zu Beginn der Lektüre dazu, dass man sich erst etwas einlesen muss.
Ist man aber erst einmal „drin“ in der Geschichte kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Eine emotionale Achterbahnfahrt, gut beobachtet, mit präzisen Charakterzeichnungen.

Was wir von ihr wissen

von Rebecca Fallon

Zum Buch im Shop
Der Portier
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

New York City, Manhattan, Central Park West. Hier steht das „Bohemian“, ein legendäres Gebäude, bewohnt von den Reichen und Schönen der Stadt. So wie Emily Longworth, Ehefrau eines der reichsten Männer Amerikas, ihrem Mann in tiefer Abneigung zugetan, schon lange bevor sie über seine dubiosen Geschäfte und Beziehungen Bescheid wusste. Eine Scheidung ist allerdings kein Ausweg, da die finanziellen Einbußen zu groß wären. Immerhin bietet ein Liebhaber die nötigen Glücksmomente in einem zunehmend hohler werdenden Leben. Der Kunsthändler Julian Sonnenberg wiederum sieht sich mit dem Absturz in die gesellschaftliche Irrelevanz konfrontiert, was ihn angesichts der Ignoranz seiner Familie und der Bedrohung durch eine Herzerkrankung jedoch nicht mehr sonderlich interessiert.

Und dann ist da noch Chicky, der Portier des „Bohemiam“, verwitwet, hoch verschuldet durch die horrenden Arztkosten, die die Krankheit seiner Frau ergeben haben - und der zum ersten Mal seit 28 Jahren mit einer Waffe zur Nachtschicht erschienen ist. Währenddessen kocht die Stimmung in der Stadt, denn kurz zuvor sind zwei Schwarze durch Polizeigewalt gestorben…

Chris Pavones „Der Portier“ - erschienen beim Kampa Verlag und übersetzt von Karin Dufner - ist ein wahrlich furioser Gesellschaftsroman, der die Klassenunterschiede in Amerika seziert und mit seinem Insiderwissen über New York auf scharfsinnige Art und Weise bestens unterhält. Pavone hat seinen Plot die ganzen 560 Seiten perfekt im Griff , bietet Spannung, unvorhergesehene Wendungen und bissige Gesellschaftskritik.
Kein Wunder, dass John Grisham, Karen Slaughter, Lee Child und Stephen King große Fans dieses Romans sind, der mich auch immer wieder an den modernen Klassiker „Fegefeuer der Eitelkeiten“ von Tom Wolfe erinnert hat.

Ein wahrlich fulminanter New York Roman, oszillierend zwischen Thriller und Gesellschaftsroman.
 

Der Portier

von Chris Pavone

Zum Buch im Shop
Mein wahrer Name ist Elisabeth
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Als die 18jährige Adele kurz nach ihrem Geburtstag von ihren Großeltern zu einem Gespräch gebeten wird, geht sie in Erwartung einer kleinen Standpauke zu ihnen, ist sie doch beim Cannabis Konsum erwischt worden.
Die Großeltern haben jedoch anderes in Sinn. Sie erzählen Adele von psychischen Vorbelastungen in der Familie, bleiben jedoch nebulös und warnen eindringlich von der Einnahme von Rauschmitteln, da diese die Veranlagung auslösen könnten. Adele beginnt auf eigene Faust nachzuforschen und entdeckt, dass ihre Großmutter Elisabeth „Betty“ jahrzehntelang Patientin in einer geschlossenen Psychiatrie war und dort einer Lobotomie unterzogen wurde. Warum hat niemand in ihrer Familie je über Betty geredet? Warum liegt ein bleierner Mantel des Schweigens über ihrem Schicksal?

„Mein wahrer Name ist Elisabeth“ von Adele Yo - erschienen beim Berlin Verlag und übersetzt von Sula Textor - ist eine überaus fesselnde Mischung aus literarischer Autobiografie und wissenschaftlicher medizinhistorischer Recherche. Die Autorin nimmt das Schicksal ihrer Urgroßmutter zum Anlass aufzuzeigen, was es im 20. Jahrhundert bedeutete, als Frau in die Fänge der Psychiatrie zu geraten, allein weil sie sich den Strukturen des Patriarchats widersetzten.

Adele Yon erzählt nicht chronologisch, die Struktur des Buches ist ihren Recherchen untergeordnet und manche medizinische Passage war für mich etwas zu lang .
Dennoch sollte dieses Buch gelesen werden, denn die Relevanz der Thematik für die heutige Zeit ist unübersehbar.
Der Verzicht auf jegliche Sentimentalität trotz der persönlichen Betroffenheit Adele Yons macht dieses Buch besonders beeindruckend und ergreifend.

Mein wahrer Name ist Elisabeth

von Adèle Yon

Zum Buch im Shop
Mein Mann
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Über Maud Venturas Debütroman „Mein Mann“ zu schreiben ist nicht gerade einfach. Denn die volle Kraft dieses preisgekrönten ( in Frankreich 2021 auch dazu das erfolgreichste Debüt des Jahres) entfaltet sich erst nach dem Ende. Und was bitte ist das für ein Ende für diese im Zeitraum einer Woche erzählten Geschichte einer Frau, die ein scheinbar perfektes Leben führt, als Lehrerin und Übersetzerin arbeitet, zwei wohlerzogene Kinder hat und einen Mann , den sie auch nach 15 Jahren noch so liebt wie am ersten Tag?
Warum also stellt sie ihn immer wieder auf die Probe , worin liegt ihre geradezu obsessiv zu nennende Freude an der Manipulation der Gefühle ihres Mannes?

Ich habe diesen von Michaela Messner vortrefflich übersetzten Roman geradezu inhaliert. Zuerst mit zunehmenden Befremden, doch dann immer faszinierter bis zum wirklich grandiosen Ende.

Ich kann nur raten, sich auf diesen sicherlich polarisierenden - und sehr französischen - Roman einzulassen.
Für mich einer der besten und überraschendsten in diesem Herbst!

Mein Mann

von Maud Ventura

Zum Buch im Shop
Löwe
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Es gibt Bücher, bei deren Lektüre man spürt: dieser Text musste geschrieben werden, hier schreibt sich jemand etwas von der Seele.
„Löwe“ vpm Sonya Walger, erschienen bei Suhrkamp in der Übersetzung von Tanja Handels ist so ein Text. Und ich spreche bewusst von einem Text, auch wenn der Verlag „Roman“ auf den Schutzumschlag gedruckt hat, denn diese Mischung aus Memoir, Familiengeschichte und Autofiktion entzieht sich für mich jeglicher Einordnung, was eine große Stärke dieses Buches ist.

Der titelgebende Löwe ist der Vater der Autorin und Schauspielerin ( die ich vor allem als Molly in „For all mankind“ gefeiert habe) - und er ist die meiste Zeit ihres Lebens abwesend.
Ein Mann, dessen Lebenshunger grenzenlos und faszinierend ist, der ständig neue Jobs hat, mit dem Gesetz in Konflikt gerät, immer wieder neue Beziehungen eingeht, auch diese wieder hinter sich lässt, mit weiteren gezeugten Kindern, denen er eine Leerstelle hinterlässt.
Der Vater als Verweigerer der Vaterrolle, als Versager, als Verräter, als Vakuum.
Sonya Walger erzählt nicht chronologisch, sie lässt sich von ihren Erinnerungen leiten, was die Lektüre manchmal durchaus fordernd macht, muss man sich doch oft zeitlich neu orientieren und Geschildertes einordnen.
Dies stört aber aufgrund der Brillanz dieses Textes überhaupt nicht. Selbst komplexeste familiäre Dynamiken werden mit präziser Klarheit beschrieben und man kann im Verlauf der Lektüre immer besser verstehen, welche Faszination von diesem Mann ausgeht - und warum man ihm trotzdem nie wirklich nahekommt. Weder die Tochter, noch wir Lesende. Und das ist in gleichen Teilen irritierend und berührend.

„Ich bin ein kleines Kind und weiß bereits, dass die Liebe meines Vaters absolut ist und trotzdem unpräzise, dass er sich mit den Einzelheiten meines Lebens nicht recht auskennt, weil er das Alltägliche geringschätzt, weil sich seine Aufmerksamkeit immer auf etwas richtet, was direkt hinter dem Horizont liegt.“
 

Löwe

von Sonya Walger

Zum Buch im Shop
Unerwünschte Töchter
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Am Anfang steht ein alter Bücherschrank aus Kirschholz. In ihm findet die Autorin Tagebücher und Notizen ihrer Vorfahrinnen. Diese bilden den Ausgangspunkt für eine Familiengeschichte, ihre eigene Familiengeschichte: die Geschichte von Margarethe, Marianne, Monika und Miriam.
Vier Frauen, deren Leben von historischen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt wird, von der Enge der tradierten Normen. Vier Frauen, die jeweils ihren Platz in ihrer Welt suchten, deren Schicksal, so individuell es auch ist, doch exemplarisch für viele Frauen ihrer Generation steht.

„Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe, erschienen im Hanser Verlag steht völlig verdient auf der Longlist des Deutschen Buchpreis.
Die Autorin verbindet reale Dokumente, Auszüge aus Tagebüchern und Fiktion zu einer starken und berührenden Innenperspektive. Sie erzählt klar und präzise, ohne Pathos, was viele Szenen gerade deswegen besonders eindrucksvoll macht. Dabei zeigt sie auch ein gutes Gespür für die historischen Details und kulturellen Signets der jeweiligen Epoche.
Der Einstieg in diesen 576 Seiten starken Roman fiel mir nicht leicht, aber als ich dann in der Geschichte war, haben mich diese vier Frauen nicht mehr losgelassen.
Die Art und Weise wie hier ein ganzes Jahrhundert erlebbar gemacht wird, wie familiäre Muster aufgezeigt werden und vor allem wie diese vier Frauen ihr Leben gelebt haben und leben hat mich zutiefst beeindruckt. Denn Miriam Carbe bleibt immer ehrlich, zeigt die gegenseitigen Verletzungen trotz aller Bemühungen es doch besser zu machen als die Generation zuvor.


Ein rundum gelungenes Buch.

Unerwünschte Töchter

von Miriam Carbe

Zum Buch im Shop
Schwebende Lasten
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

„Der gelungene Strauß ist einfach gehalten, in der Gestaltung wie in der Fertigung. Auf die innere Ordnung ist zu achten. Aber was sie gelernt hatte, vergaß sie im Leben oft genug und mit Absicht.“

Es gibt wenige deutschsprachige Romane, die dieses Jahr so viel positive Kritik erhalten haben wie „Schwebende Lasten“ .
Kein Wunder, denn dieser Roman ist so hervorragend beobachtet wie geschrieben.
Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna ist eine Frau, der im 20. Jahrhundert wenig erspart bleibt.
Sie erlebt zwei Weltkriege, durchlebt alle Irrungen und Wirrungen ihrer Zeit, erlebt viele persönliche Niederlagen und wenig Triumphe, bringt sechs Kinder zur Welt, packt an was anzupacken ist. Sie ist eine normale Frau in einer sehr unnormalen Zeit, durchaus emanzipiert, aber doch ganz ein Produkt ihrer jeweiligen Lebenswelten.
Magdeburg ist ihre Stadt, Blumen bleiben lebenslang ihre Leidenschaft, werden durch eine Begegnung ein kleines Fenster in eine andere, kultiviertere Welt.
Annett Gröschner erzählt dieses Leben detailliert und voller Empathie, sehr real und lebendig und trotz der Härte mit Charme und einer gewissen Portion leiser Heiterkeit.
Sie hat so einen Roman geschaffen, der individuell und exemplarisch ist, und dem man direkt auf der allerersten Seite vollkommen verfällt.
Man ist ja manchmal misstrauisch, wenn allenthalben Lobeslieder gesungen werden.
Braucht man in diesem Falle nicht zu sein.
Sie stimmen !

Schwebende Lasten

von Annett Gröschner

Zum Buch im Shop
Die erste halbe Stunde im Paradies
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

„Drei sind eine Party.“
Und was für eine Party ist die kleine, aufeinander eingeschworene Dreierfamilie. Die Mutter Sängerin und Musikerin, immer zu haben für Spontaneität und „verrückte“ Ideen. Und ihre beiden Kinder: die kleine Anne und der große Kai.
Sie sind füreinander da, ohne wenn und aber und Anne bedauert alle, die nicht so einen tollen Bruder haben wie sie.
Die chronische Krankheit der Mutter führt die Familie nach Flensburg, des Klimas wegen. Doch auch das vermag den stetig voranschreitenden körperlichen Verfall der Mutter nicht aufzuhalten. Immer mehr werden Anne und Kai in die Verantwortung genommen, immer mehr leisten sie, halten alles im wahrsten Sinne am laufen. Drei Menschen, die füreinander da sind . Bis….

Was ist passiert, dass aus den Geschwistern, zwischen die kein Blatt Papier passte, zwei einander Fremde wurden? Warum gab es jahrelang keinerlei Kontakt, keine Verbindung mehr? Bis zu diesem Anruf auf dem Teambildungsevent in Hamburg, bei dem die erfolgreiche Pharmareferentin Anne eigentlich nur die nötigen Punkte für den nächsten Karriereschritt sammeln will - und sich stattdessen der Vergangenheit stellen muss.

„Die erste halbe Stunde im Paradies“ ist der zweite Roman von Janiune Adomeit - und er ist vollkommen verdient das NDR Buch des Monats Februar 2025.
Mit leichter Hand erzählt die Autorin von Loyalität, Verantwortung und Überlastung, von Liebe und den Konflikten die aufbrechen, wenn die Fürsorge die eigenen Bedürfnisse vollkommen überlagert.
Wie Janine Adomeit es schafft diese Themen vollkommen ohne Kitsch und Klischees, eindringlich und bewegend, voller Empathie und leisem feinen Humor zu verhandeln, das sollte unbedingt gelesen werden.
Ein tröstliches Buch voller Hoffnung, das ist diese erste halbe Stunde im Paradies!

Die erste halbe Stunde im Paradies

von Janine Adomeit

Zum Buch im Shop
Buckeye
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

„Bonhomie war nicht annähernd so klein, dass jeder jeden kannte, aber klein genug, dass früher oder später fast jeder jeden mal zu Gesicht bekommen hatte.“

Hier leben zwei Paare, deren Leben sich am 08.05.1945 auf immer miteinander verbinden werden.
Cal Jenkins, der Sohn eines traumatisierten WW1 Veteranen, der wegen einer angeborenen Beinverkürzung für untauglich erklärt wurde, und Seine Frau Becky, deren Tätigkeit als Medium gerade während des Krieges enorm gefragt ist.
Felix Salt, dem das Schicksal alles Gute in die Wiege gelegt zu haben schien und der schon vor seiner Rückkehr von der Front damit kämpft, ein falsches Leben zu leben. Und seine Frau Margaret, in einem Waisenhaus aufgewachsen, eigensinnig, unabhängig, ihrer Zeit voraus.
Vier Menschen, die auf unterschiedliche Art und Weise von der Norm der Gesellschaft abweichen und doch versuchen, sich ihr anzupassen. Und die deswegen Entscheidungen treffen, die weitreichende und nicht absehbare Folgen haben werden…

„Buckeye“ von Patrick Ryan  in der Übersetzung von Thomas Überhoff ist ein 648 Seiten umfassender Roman, der mich mit zunehmender Lektüre mehr und mehr für sich eingenommen hat. Es ist ein Roman, der auf den ersten Blick den Geist der Gemälde Norman Rockwells aufgreift, aber mit einer tiefen Melancholie genauer hinsieht und nicht nostalgisch verklärt - und so zum Kern des American Dream vordringt.

Zu den Bewunderern dieses Romans gehören Ann Napolitano und Tom Hanks, und es sind die perfekten Referenzen, denn zum einen liest sich dieser epische charaktergetriebene Roman wie ein Tom Hanks Film ( etwa „Here“ mit einer Prise „Forrest Gump“), zum anderen klingen auch Aspekte von Napolitanos „Hallo Du Schöne“ an.
Und auch wenn manche Wendungen durchaus vorhersehbar sind trübt dies nicht das Lesevergnügen, im Gegenteil.
Patrick Ryan erzählt mit großem Atem eine Geschichte von einem Ort und von Menschen, die sich langsam in mein Herz geschlichen haben und die dort noch eine Zeit verweilen werden.
Ein absoluter „RomanRoman“! Eingeweihte wissen, was ich meine.

Buckeye

von Patrick Ryan

Zum Buch im Shop