Über Maud Venturas Debütroman „Mein Mann“ zu schreiben ist nicht gerade einfach. Denn die volle Kraft dieses preisgekrönten ( in Frankreich 2021 auch dazu das erfolgreichste Debüt des Jahres) entfaltet sich erst nach dem Ende. Und was bitte ist das für ein Ende für diese im Zeitraum einer Woche erzählten Geschichte einer Frau, die ein scheinbar perfektes Leben führt, als Lehrerin und Übersetzerin arbeitet, zwei wohlerzogene Kinder hat und einen Mann , den sie auch nach 15 Jahren noch so liebt wie am ersten Tag?
Warum also stellt sie ihn immer wieder auf die Probe , worin liegt ihre geradezu obsessiv zu nennende Freude an der Manipulation der Gefühle ihres Mannes?
Ich habe diesen von Michaela Messner vortrefflich übersetzten Roman geradezu inhaliert. Zuerst mit zunehmenden Befremden, doch dann immer faszinierter bis zum wirklich grandiosen Ende.
Ich kann nur raten, sich auf diesen sicherlich polarisierenden - und sehr französischen - Roman einzulassen.
Für mich einer der besten und überraschendsten in diesem Herbst!