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Empfehlungen aus Romane Taschenbuch

Mein Mann
Frank Menden

Frank Menden

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Über Maud Venturas Debütroman „Mein Mann“ zu schreiben ist nicht gerade einfach. Denn die volle Kraft dieses preisgekrönten ( in Frankreich 2021 auch dazu das erfolgreichste Debüt des Jahres) entfaltet sich erst nach dem Ende. Und was bitte ist das für ein Ende für diese im Zeitraum einer Woche erzählten Geschichte einer Frau, die ein scheinbar perfektes Leben führt, als Lehrerin und Übersetzerin arbeitet, zwei wohlerzogene Kinder hat und einen Mann , den sie auch nach 15 Jahren noch so liebt wie am ersten Tag?
Warum also stellt sie ihn immer wieder auf die Probe , worin liegt ihre geradezu obsessiv zu nennende Freude an der Manipulation der Gefühle ihres Mannes?

Ich habe diesen von Michaela Messner vortrefflich übersetzten Roman geradezu inhaliert. Zuerst mit zunehmenden Befremden, doch dann immer faszinierter bis zum wirklich grandiosen Ende.

Ich kann nur raten, sich auf diesen sicherlich polarisierenden - und sehr französischen - Roman einzulassen.
Für mich einer der besten und überraschendsten in diesem Herbst!

Mein Mann

von Maud Ventura

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Schwebende Lasten
Frank Menden

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„Der gelungene Strauß ist einfach gehalten, in der Gestaltung wie in der Fertigung. Auf die innere Ordnung ist zu achten. Aber was sie gelernt hatte, vergaß sie im Leben oft genug und mit Absicht.“

Es gibt wenige deutschsprachige Romane, die dieses Jahr so viel positive Kritik erhalten haben wie „Schwebende Lasten“ .
Kein Wunder, denn dieser Roman ist so hervorragend beobachtet wie geschrieben.
Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna ist eine Frau, der im 20. Jahrhundert wenig erspart bleibt.
Sie erlebt zwei Weltkriege, durchlebt alle Irrungen und Wirrungen ihrer Zeit, erlebt viele persönliche Niederlagen und wenig Triumphe, bringt sechs Kinder zur Welt, packt an was anzupacken ist. Sie ist eine normale Frau in einer sehr unnormalen Zeit, durchaus emanzipiert, aber doch ganz ein Produkt ihrer jeweiligen Lebenswelten.
Magdeburg ist ihre Stadt, Blumen bleiben lebenslang ihre Leidenschaft, werden durch eine Begegnung ein kleines Fenster in eine andere, kultiviertere Welt.
Annett Gröschner erzählt dieses Leben detailliert und voller Empathie, sehr real und lebendig und trotz der Härte mit Charme und einer gewissen Portion leiser Heiterkeit.
Sie hat so einen Roman geschaffen, der individuell und exemplarisch ist, und dem man direkt auf der allerersten Seite vollkommen verfällt.
Man ist ja manchmal misstrauisch, wenn allenthalben Lobeslieder gesungen werden.
Braucht man in diesem Falle nicht zu sein.
Sie stimmen !

Schwebende Lasten

von Annett Gröschner

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Die erste halbe Stunde im Paradies
Frank Menden

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„Drei sind eine Party.“
Und was für eine Party ist die kleine, aufeinander eingeschworene Dreierfamilie. Die Mutter Sängerin und Musikerin, immer zu haben für Spontaneität und „verrückte“ Ideen. Und ihre beiden Kinder: die kleine Anne und der große Kai.
Sie sind füreinander da, ohne wenn und aber und Anne bedauert alle, die nicht so einen tollen Bruder haben wie sie.
Die chronische Krankheit der Mutter führt die Familie nach Flensburg, des Klimas wegen. Doch auch das vermag den stetig voranschreitenden körperlichen Verfall der Mutter nicht aufzuhalten. Immer mehr werden Anne und Kai in die Verantwortung genommen, immer mehr leisten sie, halten alles im wahrsten Sinne am laufen. Drei Menschen, die füreinander da sind . Bis….

Was ist passiert, dass aus den Geschwistern, zwischen die kein Blatt Papier passte, zwei einander Fremde wurden? Warum gab es jahrelang keinerlei Kontakt, keine Verbindung mehr? Bis zu diesem Anruf auf dem Teambildungsevent in Hamburg, bei dem die erfolgreiche Pharmareferentin Anne eigentlich nur die nötigen Punkte für den nächsten Karriereschritt sammeln will - und sich stattdessen der Vergangenheit stellen muss.

„Die erste halbe Stunde im Paradies“ ist der zweite Roman von Janiune Adomeit - und er ist vollkommen verdient das NDR Buch des Monats Februar 2025.
Mit leichter Hand erzählt die Autorin von Loyalität, Verantwortung und Überlastung, von Liebe und den Konflikten die aufbrechen, wenn die Fürsorge die eigenen Bedürfnisse vollkommen überlagert.
Wie Janine Adomeit es schafft diese Themen vollkommen ohne Kitsch und Klischees, eindringlich und bewegend, voller Empathie und leisem feinen Humor zu verhandeln, das sollte unbedingt gelesen werden.
Ein tröstliches Buch voller Hoffnung, das ist diese erste halbe Stunde im Paradies!

Die erste halbe Stunde im Paradies

von Janine Adomeit

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Sandwich
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Sie suchen noch eine schöne Sommerlektüre? Dann sollten Sie „Sandwich“ von Catherine Newman unbedingt in ihren Koffer werfen, aber bitte behutsam. Denn das Buch ist ganz wunderbar und verdient viel Liebe.

Ann Patchett liebt den Roman wie Frank Menden und ich. Sie schreibt: „Ich habe ununterbrochen gelacht, außer an den Stellen, die mich zum Weinen gebracht haben.“ Wow, da hat die Autorin-Kollegin wirklich alles zusammengefasst. So ist „Sandwich“ ein Mix aus Komik, Summerfeeling und Wolkenbrüche.

Rachel aka Rocky ist die Stimme, die uns ihre Geschichte erzählt. Sie nimmt uns mit nach Cape Cod, wo sie eine Woche mit ihrer Familie verbringt. Seit zwanzig Jahren pflegen sie diese Tradition. Alle sind da. Natürlich ihr liebevoller Ehemann, die beiden Kinder Willa und Jamie, und dessen Freundin Maya, und Rockys Eltern.

Während Rocky mit den Wirren der Menopause kämpft, fällt ihr die blasse Maya auf, die unerwartet schwanger ist, und das versucht, zu vertuschen. Gleichzeitig wird Rocky von traurigen Erinnerungen heimgesucht und plötzlich ploppt eine Familiengeschichte auf, die sehr schmerzvoll und bewegend für uns alle ist.

Erinnern Sie sich noch an „Sommer von Maine“ von Sullivan J. Courtney? Daran musste ich bei der Lektüre oft denken, denn genauso fühlt sich dieser leichte und doch berührend schöne Roman an. Es ist ein Wechselbad aus Gefühlen, doch wir sinken niemals auf den tiefen Grund der Traurigkeit – das haben wir der ausgewogenen Balance Catherine Newmans zu verdanken. Übersetzt wurde das Buch von Alexandra Baisch.

Sandwich

von Catherine Newman

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Halbinsel
Frank Menden

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„Inzwischen habe ich begriffen, es grenzt an ein Wunder, wenn man geliebte Menschen um sich hat und sie nicht zu früh verliert. Ein noch größeres Wunder ist es, wenn es einem mehrmals im Leben gelingt, jemanden zu finden, der es gut mit einem meint.“

Lange herbeigesehnt, jetzt ist er da: „Halbinsel“, der neue Roman von Kristine Bilkau.
Es ist die Geschichte von Annett, einer Bibliothekarin, die nach dem frühen Tod ihres Mannes die gemeinsame Tochter Linn allein aufzog und sich nach deren Auszug in ihrem Leben eingerichtet hat.
Als Linn auf einer Tagung einen Zusammenbruch erleidet, holt Annett sie zu sich in das Haus im nordfriesischen Wattenmeer.
Aus ein paar Tagen werden Wochen, dann Monate. Linn, die für Annett immer so voller Leben war, voller Ideen und Tatendrang, ist antriebslos, sucht nach einer neuen Ausrichtung ihres Lebens. Für Annett ist dies schwer zu ertragen, aus ihrer Hilflosigkeit heraus brechen Konflikte auf, die beide anders auf das jeweilige Leben blicken lassen.

Kristine Bilkau beherrscht die Kunst Romane zu schreiben, die leise und unauffällig daherkommen, bei denen kein Wort zu viel ist und die vielschichtig sind und eine enorme Tiefe haben.
Die Annäherung von Mutter und Tochter ist gleichzeitig auch eine Annäherung an das Leben, an die Natur, an das zulassen von Veränderung.

Mit der Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse erscheint der Roman mit einer großen Erwartungshaltung und vielen Vorschusslorbeeren. Für mich hat er sie alle eingelöst.

„Wo würde die Einsamkeit lauern? Hinter der Veränderung oder dem Vertrauen?“

Halbinsel

von Kristine Bilkau

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Die Unmöglichkeit des Lebens
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Grace lebt zurückgezogen in den Midlands, und spürt zwei Narben in ihrem Herzen: Die pensionierte Mathematiklehrerin hat ihren Sohn viel zu früh verloren, ihr Mann ist vor vier Jahren gestorben. Und jetzt? Unterzieht sie sich gerade einer Venenoperation, als sie entscheidet, nach Ibiza zu fliegen, um sich das vererbte Haus anzuschauen. Ob das eine gute Idee ist?

Finden Sie es heraus! Und erleben Sie an Graces Seite magische Momente. Nicht alles lässt sich erklären, diese Erfahrung macht unsere selbst unsere rational denkende Ich-Erzählerin. Sie trifft auf besondere Menschen, und will das Rätsel lösen, wie Christina ums Leben gekommen ist, denn da tappt man noch im Dunkeln. Also die Polizei, aber nicht Alberto Ribas – ein Taucher, der Grace auf einen nächtlichen Tauchgang mitnimmt. Plötzlich wird es in der finsteren Nacht taghell. Das kommt nicht nur durch das leuchtende Seegras im Mittelmeer. 

Denn „Die Unmöglichkeit des Lebens“ ist Wunderbalsam für die Seele. Man sollte etwas Offenheit für nicht immer ganz erklärbare Dinge mitbringen. Matt Haigs Botschaft hingegen ist klar: Es gibt keine Begrenzungen. Zudem gesellt sich die Gewissheit dazu, dass es nie zu spät ist für einen Neuanfang. Es lohnt sich, offen und neugierig für alles zu sein, so unbehaglich sich vielleicht im ersten Moment manches anfühlen mag. Die Antwort kommt, ganz bestimmt, siehe Grace.

Die Unmöglichkeit des Lebens

von Matt Haig

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Halbe Leben
Frank Menden

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„Es ist ein stiller Tod.“

So beginnt „Halbe Leben“ , der neue Roman von Susanne Gregor.
Der stille Tod ereilt Klara bei einer Wanderung, sie stürzt eine Böschung hinab. Bei ihr ist nur Paulina.
Paulina, die aus der Slowakei kommt und sich nach dem Schlaganfall von Klaras Mutter Irene um diese kümmert.
So kann Klara weiterhin ihrer Arbeit und Karriere nachgehen, ihr Mann sich seiner Fotografie widmen.
Paulina ist ein wahrer Schatz , versteht sich gut mit allen, kocht sogar immer noch für die Familie mit und Irene blüht richtig auf .
Dafür macht man Paulina gern Geschenke, irgendwie ist sie doch mehr als eine Pflegekraft, sie ist eine Freundin.
Auf Paulinas Söhne passt derweil die Schwiegermutter in der Slowakei auf. Das passt doch für alle gut .
Bis es eben nicht mehr passt. Und Klara bei einem Unfall beim gemeinsamen wandern ums Leben kommt.

„Es liegt kein Motiv vor, man lässt den Tod als Unfall gelten. Niemand zweifelt an dieser Version.“ ( Seite 11 )

Die Geschichte von Klara und Paulina, erzählt wird sie rückblickend von diesem Unfall aus, aus beider Perspektive.
Es ist eine Geschichte der Missverständnisse, der Unfähigkeit, sich in die jeweils fremde Lebenssituation hineinzuversetzen. Auf den ersten Blick ist alles eine Win Win Situation, einen zweiten riskiert man besser nicht.

Susanne Gregor erzählt diese Geschichte völlig unprätentiös und eindringlich - und unparteiisch.
Man versteht beide Frauen, kann beide Sichtweisen verstehen, erkennt die Unvereinbarkeit dieser jeweils fremden Leben. Erkennt, dass zwei halbe Leben noch lange kein ganzes ergeben.
Zwei Frauen, die sich aufreiben, in ihrem Leben und am Leben der anderen.

„Sie weiß bereits, dass es nicht mehr reichen wird, dass sie nicht genug Kraft hat. Dass es nichts mehr zu tun gibt. Dass alles passiert ist.“

Ich wünsche diesem Roman eine große Leserschaft!

Halbe Leben

von Susanne Gregor

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Die zerbrechliche Zeit
Simone Finkenwirth

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Obwohl die Frankfurter Buchmesse längst Geschichte ist, lese ich weiterhin Bücher aus dem Gastland. Denn zu sehr begeistere ich mich sowohl für zurückhaltende als auch für ausgezeichnete: So hat Donatella Di Pietrantonio für „Die zerbrechliche Zeit“ den italienischen Buchpreis, den Premio Strega 2024 erhalten. So verdient!

Die Autorin ist hierzulande keine Unbekannte. So hat sie bereits mit ihrem Roman „Arminuta“ begeisterte Lesestimmen eingefangen. In ihrem neuen Werk nimmt sie uns mit in die Abruzzen. Lucia ist die Ich-Erzählerin. Ihre Tochter Amanda ist fluchtartig aus Mailand zurückgekommen, hat dort alles stehen und liegenlassen, und igelt sich jetzt ein, spricht kaum. Gleichzeitig will Amandas Vater seiner Tochter das Land unter dem Wolfszahn schenken. So schnell wie möglich. Warum er es so eilig hat, erfahren wir bald. Amanda indes zögert, ist dieses Fleckchen Erde doch von einem Fluch überschattet. Denn dort auf dem Campingplatz hat sich vor vielen Jahren ein tragisches Ereignis, das auch Amanda nicht direkt, aber doch mit einschließt...

„Die zerbrechliche Zeit“ ist keine Wohlfühl-Lektüre, aber gleichwohl eine anziehende, betörend schöne, ruhig und atmosphärisch erzählte Familiengeschichte. Durch kurze Kapitel schafft die Italienerin eine fesselnde Spannung, der man einfach nicht entkommt. Melancholisch, berührend und kraftvoll sind die Seiten, aus denen ich leuchtend hervorgekommen bin und mich vor der Preisträgerin verneige.

Die zerbrechliche Zeit

von Donatella Di Pietrantonio

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Zuhause ist das Wetter unzuverlässig
Frank Menden

Frank Menden

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„Lass dir Alles geschehn: Schönheit und Schrecken.
Man muss nur gehen: Kein Gefühl ist das fernste.“ ( Rainer Maria Rilke )

Im Sommer soll Schluss sein. Schluss mit allem. Vierzig Tage, so lange währt die festgesetzte Frist der namenlosen Erzählerin.
Vierzig Tage, in denen sie ihr eigenes Leben Revue passieren lässt, aber auch die der Frauen vor ihr .
Es entstehen Muster weiblichen Lebens, Muster voller Erwartungshaltungen und Ansprüchen, die keinen oder kaum Platz lassen für Träume, für Freiräume.
Es sind Leben, die von patriarchalen Strukturen geprägt sind. Doch bleibt am Ende wirklich nur der eigene Tod, um alles Alte hinter sich zu lassen ?

Es ist nicht so einfach „Zuhause ist das Wetter unzuverlässig“ zusammenzufassen.
Die Autorin verknüpft Geschichten mit tagebuchartigen Passagen, es gibt Einschübe zu Literatur, zu Autorinnen.
Was evtl etwas unstrukturiert klingt ist aber ungemein lesbar - und beeindruckend, wie sehr diese Form die Themen verdichtet.
Individualität und das Kollektiv gehen so eine zwingende Verbindung ein in einem durch und durch überzeugenden Text.
Klasse !

Zuhause ist das Wetter unzuverlässig

von Carolin Würfel

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Furye
Simone Finkenwirth

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Ich hatte dieses Buch noch nicht geöffnet, wusste da aber schon, dass wir Freundinnen werden würden. Nicht nur, da mein Kollege Frank Menden „Furye“ mit Begeisterung gelesen hatte. Es waren die Vibes, die ich vernahm. Nennen Sie es Magie oder einfach den siebten Sinn einer Buchhändlerin.

Wissbierig folge ich der Ich-Erzählerin, eine erfolgreiche Musikmanagerin mit einem Kinderwunsch. Als sie einen Anruf aus der alten Heimat erreicht, streicht sie die Segel und fährt in ihren Heimatort, den sie vor zwanzig Jahren verlassen hat. Zur Empörung ihres Künstlers, den sie betreut. Wie könne sie es wagen! Doch die Frau bleibt so was von cool, dass ich grinsen muss.

Parallel wechselt Kat Eryn Rubik in Alecs Vergangenheit. Dort erlebe ich sie mit ihren Freundinnen Meg und Tess im aufblühenden Frühling der Jugend mit allen Fallstricken und Verführungen sowie die Macht der Weiblichkeit, die sie auslotet.

Das Buch hat einen ganz eigenen Sound, der sich wie ein Ohrwurm festsetzt. Die Autorin webt allerhand Themen in die Geschichte, die ihr damit eine besondere Tiefe verleihen. So ist "Furye" viel mehr als nur ein flirrender Summer Read. Ein Schwergewicht mit der Leichtigkeit einer Fliege, deren Abdruck man lange noch auf der Lese-DNA spürt. 
 

Furye

von Kat Eryn Rubik

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Die Villa der Architektin
Frank Menden

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Lesen bildet!
Wissen wir natürlich alle, aber im Falle von „Die Villa der Architektin“ von Melania G. Mazzucco , übersetzt von Karin Fleischanderl, ist dies auf jeden Fall so.
Denn ohne diesen Roman wüsste ich bis heute nicht, wer Plautilla Bricci war.

Geboren 1616, wird sie die erste Architektin Roms. Gefördert vom Vater und später von Abt Elpidio Benedetti, schafft sie es Mitglied der Kunstakademie San Luca zu werden - darf allerdings als Frau nicht an Aktstudien teilnehmen.
Ihr Hauptwerk wird die wie ein Schiff gebaute Villa „Il Vascello“, in deren Grundfesten ihr Name gegen alle Widerstände eingraviert wurde ( und die 1849 komplett zerstört wurde ).
Doch mit dem Erfolg kommen die Neider, aus Gönnern werden Feinde und selbst engste Verwandte betrügen Plautilla um die Früchte ihrer Arbeit…

Was für ein Leben ! Und was für ein Roman. Die Strega Preisträgerin Melania G. Mazzucco erzählt geradezu filmisch von dieser beeindruckenden Frau und der Zeit, in der sie lebt. Intensive Recherchen gingen dem Schreibprozess voraus und es bleibt zu hoffen, dass dieser so unterhaltsame wie lehrreiche Roman dazu beiträgt, dass Plautilla Bricci die Anerkennung und Hochachtung erhält, die ihr zustehen.

Das Buch enthält eine Karte, in der die Schauplätze und Standorte der Werke Briccis verzeichnet sind, sowie die Abbildungen eines Gemälde, inclusive Detailaufnahmen.
Also, auf nach Rom und diesen sehr lesenswerten Roman als Vorbereitung lesen

Die Villa der Architektin

von Melania G. Mazzucco

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Stromlinien
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Ich bin die Patin für "Stromlinien" von Rebekka Frank, dessen Cover schon unverschämt gut aussieht. Patin deshalb, weil ich eine der Ersten war, die das Manuskript gelesen haben. Annerose Beurich war ja von Rebekkas Debüt "Das Echo der Gezeiten" bei S. Fischer bereits sehr angetan. Als der Verlag dann mit dem neuen Werk auf uns zukam, war meine Neugier entfacht. Eigentlich wollte ich nur mal reinschauen, aber dann habe ich es an einem Wochenende verschlungen. Und dachte: Wow! Das zweite Buch! So gut! Doch Rebekka Frank ist nicht neu in dem Metier, sie hat bereits als Rebekka Eder erfolgreich historische Bücher geschrieben.

Zur Story: Enna und ihre Zwillingsschwester Jale warten seit siebzehn Jahren darauf, dass ihre Mutter aus dem Gefängnis entlassen wird. Doch am Tag der Entlassung verschwindet Jale plötzlich, und Enna bleibt allein zurück mit einem großen Gepäck an Fragen. Wo ist Jale? Enna begiebt sich auf eine Suche, die sie immer näher an ein Familiengeheimnis heranführt, das ich hier nicht verraten möchte. Erstaunlich ist die Figurenzeichnung der Autorin und der Spannungsbogen, den sie aufbaut. Geschickt webt sie verschiedene Handlungsstränge ein, die zum großen Finale führen. Sie wechselt dabei die Perspektiven, setzt kurze Plots. Stets an unserer Seite die faszinierende Elbmarschen-Landschaft, das Alte Land und sein historischer Background. Ich spüre Rebekkas Liebe zur Natur mit allen Sinnen. Erstaunlich, was die Autorin alles in ihrem Buch vereint. Eine atmosphärische, naturnahe Geschichte mit extrem spannenden Elementen.

Mein Tipp für alle Hamburger und Leser:innen, die spannende Bücher mit Familiengeheimnissen genauso gern verschlingen wie ich!

Stromlinien

von Rebekka Frank

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