New York City, Manhattan, Central Park West. Hier steht das „Bohemian“, ein legendäres Gebäude, bewohnt von den Reichen und Schönen der Stadt. So wie Emily Longworth, Ehefrau eines der reichsten Männer Amerikas, ihrem Mann in tiefer Abneigung zugetan, schon lange bevor sie über seine dubiosen Geschäfte und Beziehungen Bescheid wusste. Eine Scheidung ist allerdings kein Ausweg, da die finanziellen Einbußen zu groß wären. Immerhin bietet ein Liebhaber die nötigen Glücksmomente in einem zunehmend hohler werdenden Leben. Der Kunsthändler Julian Sonnenberg wiederum sieht sich mit dem Absturz in die gesellschaftliche Irrelevanz konfrontiert, was ihn angesichts der Ignoranz seiner Familie und der Bedrohung durch eine Herzerkrankung jedoch nicht mehr sonderlich interessiert.
Und dann ist da noch Chicky, der Portier des „Bohemiam“, verwitwet, hoch verschuldet durch die horrenden Arztkosten, die die Krankheit seiner Frau ergeben haben - und der zum ersten Mal seit 28 Jahren mit einer Waffe zur Nachtschicht erschienen ist. Währenddessen kocht die Stimmung in der Stadt, denn kurz zuvor sind zwei Schwarze durch Polizeigewalt gestorben…
Chris Pavones „Der Portier“ - erschienen beim Kampa Verlag und übersetzt von Karin Dufner - ist ein wahrlich furioser Gesellschaftsroman, der die Klassenunterschiede in Amerika seziert und mit seinem Insiderwissen über New York auf scharfsinnige Art und Weise bestens unterhält. Pavone hat seinen Plot die ganzen 560 Seiten perfekt im Griff , bietet Spannung, unvorhergesehene Wendungen und bissige Gesellschaftskritik.
Kein Wunder, dass John Grisham, Karen Slaughter, Lee Child und Stephen King große Fans dieses Romans sind, der mich auch immer wieder an den modernen Klassiker „Fegefeuer der Eitelkeiten“ von Tom Wolfe erinnert hat.
Ein wahrlich fulminanter New York Roman, oszillierend zwischen Thriller und Gesellschaftsroman.