In dieser rauen und gefühlt politisch immer absurder werdenden Zeit war die Lektüre von Selma Lagerlöfs Novelle „Das Mädchen vom Moorhof“ eine willkommene Ruhepause.
Die Magd Helga erwartet im Schweden der Jahrhundertwende um 1900 ein unehrliches Kind. Der Vater, ein Bauer, streitet die Vaterschaft jedoch ab, auf eine eidesstattliche Erklärung seinerseits verzichtet Helga jedoch, weil ihr das Seelenheil des Mannes mehr wert ist als Gerechtigkeit ihr gegenüber.
Diese Integrität rührt die Menschen in ihrem Umfeld sehr, die Eltern nehmen sie wieder bei sich auf, und in der Gestalt des schmucken Gudmund scheint auch die Zukunft wieder heller zu sein…
Die Sühne von Schuld und die versöhnende und erlösende Kraft der Liebe waren neben einprägsamen Schilderungen der varmländischen Natur die grossen Themen Selma Lagerlöfs.
1909 erhielt sie als erste Frau den Literaturnobelpreis, 1914 wurde sie als erste Frau in die Schwedische Akademie aufgenommen.
Die von Hanna Granz neu übersetzte Novelle mit den wunderbaren Zeichnungen von Ulrike Möltgen bietet eine willkommene Gelegenheit die Autorin ( wieder) zu entdecken.