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DAISY - Und all deine Geheimnisse werden mir gehören
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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War es Zufall, dass ich Daisy von Melanie Raabe nach der erstklassigen Dokumentation zum skrupellosen Unternehmer Bernard Arnaults gesehen habe? Ich kann die arte-Serie allen nur sehr ans Herz legen, allen voran Luca -  die Hauptfigur in Daisy. Tagsüber arbeitet die junge Frau in einer Berliner Anwaltskanzlei. Nachts ist sie als Rächerin unterwegs.

Ich begegne ihr bei einer Aktion, die beinah schiefgeht. Sie hat bei der Chefredakteurin einer Boulevard Zeitung giftige Vogelspinnen ausgesetzt. Ungünstigerweise kommt diese früher nach Hause. Luca kann jedoch noch flüchten.

Nach dieser Nacht tauchen plötzlich an Litfaßsäulen Plakate mit dem Spruch auf: “Geheimnisvolle Fremde. Eines Tages kamst du in mein Leben  schwarzer Jumpsuit, Sturmhaube, Combat Boots und dunkle Augen. Seither denke ich an dich. Tag und Nacht. Ich verspreche dir, ich werde dich finden, und all deine Geheimnisse werden mir gehören.”

Als sie dann bei sich zu Hause eine Gänseblume findet und spürt, dass sie nicht allein ist, und der Kobra ins Gesicht schaut, ahnt Luca, sie ist in großer Gefahr. Glücklicherweise hat sie einen klugen wie sympathischen Freund an ihrer Seite: Walther. Er ist ihr eine wichtige Stütze sowie besonderer Freund, mit dem sie am liebsten Croissants isst und Chamapgner trinkt. Walther ist Mitte 70 und kennt seine beste Freundin so gut. Diese Beziehung und Lucas liebe Freundinnen funktionieren als wärmendes Kontrastmittel in diesem Thriller.

Melanie Raabe schreibt packende wie raffinierte Thriller. Das hat die Jury der Krimibestenliste überzeugt, denn dort steht sie diesen Monat. In Daisy hält sie von Beginn eine enorme Spannung, baut unerwartete Cliffhanger ein. Und haut mich öfter von meinem Lesehocker.

Die Autorin spielt mit uns und es bereitet ihr große Freude wie das Schreiben. Das spüre ich mit jeder Zeile. Und natürlich schätze ich den Gerechtigkeitssinn gegen all die bösen Menschen da draußen, die oft davonkommen wie Bernard Arnaults.

Also, liebe Luca, schau dir diesen Unternehmer mal genauer an.

DAISY - Und all deine Geheimnisse werden mir gehören

von Melanie Raabe

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Die Lücken
Frank Menden

Frank Menden

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Ein Jahrhundertroman! Und nicht ( nur ) wegen der fast hundert Jahre erzählten Zeit, die ein Panorama des fiktiven Ortes Heimes Bach im Hunsrück abbilden. 

Der frisch und höchst verdient mit dem Deutschen Buchpreis UND dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichnete Roman ist ein moderner Anti- Heimatroman und ein Buch, das man einmal gelesen nie wieder vergessen wird. Ein Roman, der sprachlich wie inhaltlich überzeugt, das herausfordert und durch seine klug komponierte Struktur überzeugt. Vielschichtig erzählt Shida Bazyar über Gewalt, Traumata, Gleichgültigkeit und Sehnsüchte in einem fiktiven pfälzischen Dorf, und fächerst so ein ganzes Jahrhundert auf. Dabei tritt vieles Ungesagte und Verdrängte zu Tage und konfrontiert die Leser mit den eigenen blinden Flecken in ihrer Wahrnehmung der Gegenwart und Vergangenheit.

Ein großer Wurf ist dieser Roman, der gekonnt den Bogen bis in die Gegenwart schlägt, und der zeigt, welche Auswirkungen Verdrängung haben kann.

Unbedingt lesen!

Die Lücken

von Shida Bazyar

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Glim aus dem Ginsterwald
Katja Schneider

Katja Schneider

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Als Gesellin hat Glim von ihrem Meister Mistelbrod alles gelernt, was es über Zauberstäbe und deren Herstellung zu wissen gibt. Nun wird sie zu einer Yarlimpimpi und muss sich auf Wanderschaft begeben, um die Welt zu sehen, Abenteuer zu erleben und als Meisterin wiederzukehren. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn Laubwichtel, so wie Glim eine ist, sind gern zu Hause und haben es am liebsten behaglich. Als jedoch auf dem jährlichen Frühlingsfest Eisblitze auf dem Boden einschlagen, wird es doch dringlich, denn in der weiten Welt weiß hoffentlich ein Zauberer oder eine Hexe, was es damit auf sich hat. Schon nach kurzer Zeit lernt Glim die etwas tollpatschige Elfin Annivé kennen, die ein Buch mit spannenden Elebnissen füllen möchte - natürlich alle selbst erlebt. Und so tun sich die beiden zusammen, um gemeinsam zu reisen, nicht ahnend, dass sie das größte und gefährlichste Abenteuer ihres Lebens bestehen müssen. Viel Mut, Vertrauen und vor allem Magie sind vonnöten, doch dank ihrer Freundschaft können Glim und Annivé über sich hinauswachsen und hoffentlich die arglistigen Pläne ihres Widersachers durchkreuzen.

„Glim aus dem Ginterwald“ ist ein turbulentes, lustiges und warmherziges Abenteuer für alle, die Geschichten voller Magie lieben oder kennenlernen möchten.

Ab 9 J.

Glim aus dem Ginsterwald

von Marcus Raffel

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Prinzessin Floradora. Verflixt, verwünscht und voll verflucht
Katja Schneider

Katja Schneider

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Floradora ist eine Prinzessin wie aus dem Märchenbuch: Sie hat die schönsten rosafarbenen Kleider, ihre Mutter ist der Königin, der Vater der König, sie wohnt in einem prächtigen Palast und tagein, tagaus spielt sie mit ihrer goldenen Kugel. Doch eines Tages wird sie aus heiterem Himmel von der bösen Fee, die natürlich auch zu einem Märchen gehört, verflucht: auf einmal wachsen ihr Hörner aus dem Kopf! Nach dem ersten Schrecken gefällt sich die Prinzessin mit dem ungewöhnlich Kopfschmuck ziemlich gut, aber für ihre Eltern ist klar, dass sich ihre Tochter so nicht dem Volk auf dem königlichen Balkon präsentieren kann. Die schnell herbeigerufene gute Fee verspricht Abhilfe, doch zunächst soll Floradora in ein Internat. Gesagt, getan landet sie in „Dunkelwald“, wo es besonders grau, trostlos und düster ist. Dort wohnen bereits 19 andere Prinzessinen und Prinzen, die ebenso wie der Neuankömmling verflucht worden sind - die eine hat eine Schweinenase, der andere einen Schwanenflügel und einer sogar einen Rabenschnabel! Und sie alle wollen schnell wieder nach Hause in ihre königlichen Gemächer und vor allem ihren Fluch loswerden. Hilfe bekommen sie von einer neuen Lehrerin namens Fräulein Mauserich, die ziemlich nützliche Fähigkeiten hat und die die vermeintlichen Makel ihrer Schützlinge weder ungewöhnlich noch störend findet. Gemeinsam wagen sie die Flucht und erleben die unglaublichsten Abenteuer. Und die Flüche? Und die böse und die gute Fee? Nichts ist, wie es scheint und alles endet mit einem Frosch in der Suppenschüssel.

„Prinzessin Floradora. Verflixt, verwünscht und voll verflucht" ist ein kräftig gegen den Strich gebürstetes Märchen, voller Magie, Witz und einer wichtigen Botschaft: Du bist gut so, wie du bist!

Ab 10 J.

Prinzessin Floradora. Verflixt, verwünscht und voll verflucht

von Maja Ilisch

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Die Bernsteinfischerin
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Dieses Buch zeigt, wie fantastisch der Zufall sein kann. Denn ohne ihn würde es diese wundervolle Geschichte gar nicht geben. Als Lisa Quentin vom Beruf des Bernsteinfischers erfuhr, wollte sie mehr wissen, recherchierte die Kulturgeschichte des beliebten fossilen Harzes und schrieb schließlich diesen Roman.

Die Autorin setzt hierbei zwei Frauenfiguren nebeneinander. Ebba lebt mit ihrer Familie im Samland, an der ostpreußischen Bernsteinküste. Der Vater arbeitet als Bernsteinfischer, seine Tochter ist ihm hierbei eine tüchtige wie neugierige Helferin. Was er nicht weiß, den einen oder anderen ganz besonderen Stein hebt sie auf und bringt ihn ihren guten Freund Leo. Der Krieg – die Handlung setzt 1943 ein - und die Flucht treibt die beiden Seelenverwandten schließlich auseinander, und Ebbas Familie findet in Niendorf an der Ostsee ein neues Zuhause. Wie schon in der alten Heimat, schlägt in Ebbas Brust das Herz einer Künstlerin. Sie schafft heimlich kleine Kunstwerke aus Strandgut und Bernstein. Solch ein Prachtexemplar mit einer eingeschlossenen burmesischen Wespe im Bernstein, die es „nur auf dem Urkontinent Gondwana gab“, taucht plötzlich im Institut der Bernsteinforscherin Julika auf. Wie ist das möglich?

Das will Julika wissen. Dieser Stein ist es, der die junge Frau aus ihrem eingeschränkten Leben nach draußen zieht. Denn Julika kümmert sich mit ihrem Vater um ihre Mutter, die nach dem Tod der jüngeren Tochter an einer Depression leidet. Schließlich wagt Julika den für sie großen Sprung, reist an die Ostsee und trifft dort auf Ebba Bredow.

Lisa Quentin erzählt atmosphärisch, poetisch und zieht mich mit ihrer kraftvollen Sprache wie das Meer den Sand durch die Seiten. Ich erfahre so viel über Bernstein, dass ich damit einen Vortrag halten könnte, lese vom Bernsteinjäger Verein in Hamburg. Mit feinfühliger Hand entwickelt sie Ebbas und Julikas Lebensgeschichten, die einen zu Herzen gehen, berühren und beeindrucken. 

Beide verbindet viel mehr als sie wissen. Während ich all das auflese, tobt das Meer um mich herum, ich spüre die Gischt an den Füßen und halte einen Bernstein in der Hand.

Die Bernsteinfischerin

von Lisa Quentin

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Nobody Told Me
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Wäre ich nicht schon ein Fangirl von „Nobody told me“ dann spätestens jetzt nach diesem ganzheitlichen Wohlfühl-Kochbuch für alle Frauen ab 40! Susanne Liedtke, Dr. Christina Enzmann und Anne-Katrin Weber haben ein Wunderwerk für uns Frauen geschrieben, die sich in der Prä-, Peri- und in der Post-Menopause befinden.

Wie viel wir mit Ernährung lenken können, weiß ich nicht erst seit „Somebody told me“. Dr. Andreas Michalsen hat bahnbrechende Erkenntnisse in seinem Buch „Mit Ernährung heilen“ leicht verständlich dargelegt. Der Autor ist als Professor für Klinische Naturheilkunde an der Berliner Charité tätig. Aber die Autorinnen richten sich gezielt an uns Frauen, die ab 40 in eine neue Phase des Lebens treten - die der Prä-, Peri- und in der Post-Menopause.

Dieses Wohlfühl-Kochbuch ist eine Wissensbibel, die hochinteressante Aspekte offenlegt, selbst unbequeme. So gehen die Autorinnen mit uns in den Darm und zeigen, wer uns in den Wechseljahren das Leben schwermacht: das Östrobolom. Natürlich enthält das Buch ausgleichende Rezepte zu diesem Störenfried.

Wie wichtig Grünzeug ist, hat mir Susanne Liedtke schon mal bei unserer Lesung erklärt. 500 Gramm täglich wären ideal – das Ganze aufgeteilt in Blattgemüse, Kreuzblüter, und anderes Gemüse. Nüsse, Saaten, Gewürze und Kräuter sind ebenfalls dringend zu empfehlen wie den Dr. Shinya-Smoothie am Morgen. Dafür brauchen wir nur Rucola, eine unbehandelte Zitrone und stilles Mineralwasser.

Besonders angetan hat es mir der Makrelensalat: Er besteht aus 180g Makrelenfilets, frischem Dill, Staudensellerie, Zwiebeln, eine unbehandelte Zitrone und Kapern. Letztere enthalten einen Pflanzenstoff mit starker anti-entzündungshemmender Wirkung. Wem - wie mir - Nüsse zu langweilig sind, sollte mal den feurigen Party-Nussmix ausprobieren. Das gibt ordentlich Beat auf der Zunge. 

Sollten Sie danach Lust auf eine erfrischende und charmante Geschmacksexplosion haben, dann empfehle ich die Rosmarin-Zitronen-Tarte. Aha-Momente habe ich mit den einfachen selbst-fermentierten Gemüse erlebt. Gefeiert habe ich den pfiffigen Grünkohlsalat mit Tempeh-Nuss-Crumble und Misodressing.

Zwischen den Rezepten gibt es immer wieder interessante Wissenseinschübe. Große Empfehlung für alle, denn die Rezepte sind alltagstauglich, leicht umzusetzen, sättigend wie gesund und ein Booster für unser aus dem Takt geratenen Hormon-Immunsystem!

Nobody Told Me

von Christina Enzmann, Susanne Liedtke, Anne-Katrin Weber

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Die drei aus Reihe zwei
Katja Schneider

Katja Schneider

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Olga, Horst und Mesut sitzen zusammen in der 2. Reihe, aber nicht etwa, weil sie beste Freunde wären, sondern weil ihre neue Klassenlehrerin Frau Freund sich diese Sitzordnung überlegt hat. Wenige Wochen später sitzen sie zusammen vor ihrem Schuldirektor, Herrn Lindemann, wie die armen Sünder. Dabei haben sie doch nur das getan, wozu Frau Freund sie aufgefordert hat: einen Plan zu entwickeln, wie aus ihrer chaotischen Klasse und dem täglichen Unterrichtsdurcheinander eine Klasse werden kann, die zusammenhält und ordentlich dem Unterricht folgt. Denn wenn nicht, würde die geplante Klassenfahrt ins Wasser fallen. Einen superguten Plan haben sie sich überlegt, der gestohlene Fußballtore und ordentlich Werkelei und Zusammenarbeit beinhaltet hat und Olga, Horst und Mesut, die nicht unterschiedlicher sein könnten, ganz schön herausgefordert hat. Schließlich lief dann alles ganz anders und gar nicht ordentlich und nun sitzen Sie vor Herrn Lindemann und seinem grünen Schreibtisch. Fällt die Klassenfahrt nun wirklich ins Wasser?

„Die 3 aus Reihe 2“ von Silke Schlichtmann steckt voller Überraschungen und ist eine tolle Geschichte über Respekt und Akzeptanz.

Ab 8 J.

Die drei aus Reihe zwei

von Silke Schlichtmann

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Im Licht des neuen Tages
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Wenn Bücher inspirieren, ist es einfach das Schönste! Genau wie „Im Licht des neuen Tages“ von Jarka Kubsova. Noch Etwas war da: Während der Lektüre durchflutete mich ein warmes Gefühl, zog meine Mundwinkel zur Sonne. Danach habe ich mir „Großmütterchen Babička“ von Božena Němcová besorgt.  Denn Tschechien ist das Gastland der Frankfurter Buchmesse.

Im Mittelpunkt steht die Schriftstellerin Elli Hajek, die sich in einer Lebenskrise befindet. Die Tochter geht ihre eigenen Wege, und Elli kann nicht loslassen. Auch die Beziehung zu Jan hat Risse, obendrein zwickt der Abgabe-Termin für das neue Buch. Statt sich allem zu stellen, flüchtet Elli. Sie mietet sich ein Haus im Wald. Doch die Geister reisen mit, und noch jemand erscheint: Viktorka. Jene sagenumwobene Frau von der Ellis Großmutter seinerzeit erzählt hat.

Wie in „Bergland“ und „Marschlande“ zieht die Hamburger Autorin viel Kraft aus der Natur. Unzählige Stellen verströmen den Zauber des Waldes. Ich stoße auf wundersame Früchte wie das „𝘎𝘰𝘭𝘥𝘦𝘯𝘦 𝘍𝘢𝘳𝘯“. Was in ihn besonders macht, offenbart das Buch wie die faszinierende Geschichte über Viktorka und Božena Němcová, die mit 𝘋𝘳𝘦𝘪 𝘏𝘢𝘴𝘦𝘭𝘯𝘶̈𝘴𝘴𝘦 𝘧𝘶̈𝘳 𝘈𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯𝘣𝘳𝘰̈𝘥𝘦𝘭 allen bekannt ist.

„Im Licht des neuen Tages“ ist eine Suche, ein Waldmärchen, und die Begegnung mit dem, vor dem wir uns alle fürchten.

„𝘐𝘤𝘩 𝘩𝘪𝘦𝘭𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘈𝘯𝘨𝘴𝘵 𝘢𝘶𝘴. 𝘜𝘯𝘥 𝘮𝘢𝘯𝘤𝘩𝘮𝘢𝘭 𝘢𝘶𝘤𝘩 𝘥𝘦𝘯 𝘚𝘤𝘩𝘮𝘦𝘳𝘻, 𝘥𝘦𝘳 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘢𝘻𝘶𝘨𝘦𝘴𝘦𝘭𝘭𝘵𝘦. 𝘈𝘶𝘴𝘩𝘢𝘭𝘵𝘦𝘯 𝘪𝘴𝘵 𝘫𝘢 𝘮𝘢𝘯𝘤𝘩𝘮𝘢𝘭 𝘥𝘢𝘴 𝘌𝘪𝘯𝘻𝘪𝘨𝘦, 𝘥𝘢𝘴 𝘶𝘯𝘴 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘵, 𝘰𝘥𝘦𝘳? 𝘝𝘰𝘳 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘮, 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘈𝘶𝘴𝘸𝘦𝘪𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘨𝘢𝘳 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘮𝘰̈𝘨𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘪𝘴𝘵. 𝘔𝘢𝘯 𝘩𝘢̈𝘭𝘵 𝘢𝘶𝘴, 𝘮𝘢𝘯 𝘴𝘱𝘶̈𝘳𝘵 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘴..." Sätze wie dieser halten mich beim Lesen an, während die knarrende Eiche ihr Lied durch die „𝘥𝘪𝘦 𝘦𝘪𝘴𝘪𝘨 𝘬𝘭𝘢𝘳𝘦 𝘓𝘶𝘧𝘵“ singt.

Es ist das wohl persönlichste Buch von Jarka Kubsova. Denn die Autorin ist gebürtige Tschechin und lädt uns auch in die Welt der Literatur aus ihrer Heimat ein. 

Im Licht des neuen Tages

von Jarka Kubsova

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Land
Simone Finkenwirth

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Ich habe „Land“, den neuen Roman von Maggie O’Farrell, regelrecht herbeigesehnt. Und wie so oft, wenn die Vorfreude allzu groß ist, lauert schon eine latente Enttäuschung. Wobei, ich möchte es eher Irritation nennen. Ich komme erst nicht richtig rein in das Buch, als wäre es in einer mir unbekannten Sprache geschrieben. Aber schon nahte Hilfe in Form der Besprechung von Katja Eßbach auf NDR Kultur.

Die Redakteurin macht deutlich, dass man sich Maggie O’Farrells Bücher regelrecht erarbeiten müsse. Dabei bin ich bisher in ihre Geschichten stets von einem Trichter eingesogen wurden. Also erarbeiten. Die Gedanken ordnen, die Verwirrung beiseiteschieben. Konzentration auf all das, was die irische Autorin auszeichnet.

„Land“ entführt uns ins Jahr 1865. Eine irische Halbinsel. Dort treffe ich auf Liam und seinen Vater Tomás. Dieser arbeitet als Vermesser für die sogenannten Rotröcke – die Soldaten der britischen Besatzer. Er legt Karten an und ermisst so das irische Land. Sein Sohn hilft ihm dabei und entdeckt einen Abschnitt, der es wahrlich in sich hat. 

Eine Magie, die Liam alles vergessen lässt. Der Vermessungsstab fällt auf den Boden, er rennt los und verliert schließlich sogar seine Stiefel im Moor. Als er wie ein Schlammmonster aus dem Hain wieder rauskommt, wartet bereits sein Vater aufgeregt auf ihn. Und will sofort Liams Sachen zurückholen. So wirft er sich in den moorigen Hain und kehrt nicht zurück, bleibt verschollen.

Danach ist nichts mehr, wie es war. Liam sitzt beunruhigt bei der Witwe, die ihnen ein Obdach bietet. Ein Suchtrupp wird losgeschickt und kehrt ohne Tomás zurück. Nach drei Tagen taucht er plötzlich wieder auf, scheint wie verwandelt. Was ist passiert?

Werde ich naturgemäß nicht verraten. Aber wer die irische Autorin kennt, weiß, dass sie eine Grenzgängerin zwischen der sogenannten Realität und dem Übersinnlichen ist.

Wie gesagt, dieser fulminante Roman braucht Zeit. Aber wer geduldig ist, wird reich belohnt. Neben Liam und Tomás bietet die Geschichte noch weitere, starke Figuren: Tomás Frau Pinha, die er als Kind im Armenhaus getroffen und sofort eine Verbindung gespürt hat. Rose und Enda, die beiden Töchter, sind ebenso typisch irische Charakterköpfe wie der eigensinnige und sprachlose Eugene, der letzte im Bunde der Familie. Tief berührt folge ich allen. Begeistert von der sinnlichen wie poetischen Sprachkraft der Autorin. Übrigens kongenial übersetzt von Nikolaus Hansen und Kathrin Razum.

 

Land

von Maggie OFarrell, Maggie O'Farrell

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Ungebetene Gäste
Frank Menden

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Es beginnt alltäglich. Eine junge Mutter bietet dem in ihrer Wohnung arbeitenden Handwerker einen Kaffee und Kekse an, ihr einjähriger Sohn wuselt um sie herum.
Naomi versucht ihr Unbehagen gegenüber dem freundlichen und dem kleinen Uri sehr zugewandten Mann zu überspielen - und dann ist es passiert : in einem unbeobachteten Augenblick hat Uri den Hammer des arabischen Arbeiters vom Balkon gestoßen, ein sich auf der Straße befindender Jugendlicher wird von ihm erschlagen.
Schnell kochen die Emotionen hoch, von einem Attentat ist die Rede.
Naomi löst das Missverständnis nicht sofort auf, stellt sich dann aber doch der Polizei.
Aber die Schuldgefühle wird sie auch nach einem etwas überstürzten Umzug nach Lagos nicht los, wie auch die Familien der anderen Beteiligten nicht zur Ruhe kommen…

Ayelet Gunder-Goshen verhandelt in ihren Romanen mit psychologischen Geschick Fragen der Moral. So auch ihr neuer Roman „Ungebetene Gäste“ , übersetzt von Ruth Achlama.
Eindringlich schildert sie, wie sich eine Gemengelage aus Schuld, Mitgefühl, unausgesprochenen Geheimnissen und bewusstes Wegsehen vor den Konsequenzen des eigenen Handelns zu immer neuen Konflikten führen.
Mich hat dieses Buch einmal begonnen nicht mehr losgelassen. Spannend wie ein Krimi, von einer mitreißenden Stringenz, zeigt Ayelet Gunder-Goshen wie sehr Lügen, und seien sie auch noch so gut gemeint, unser Leben prägen und zu zerstören im Stande sind. Und das selbst in bester Absicht ausgeführte Handlungen oftmals verheerende Folgen haben können, niemand moralisch überlegen ist.
Beeindruckend und nachdenklich stimmend.

Ungebetene Gäste

von Ayelet Gundar-Goshen

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Die Welt in der ich lebte
Frank Menden

Frank Menden

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„Ich kehrte in die Wohnung der Krempkes im dritten Stock zurück, in das kleine Zimmer, das sie an mich vermietet hatten, weil Herr Krempke arbeitslos war. In meine Einsamkeit inmitten der großen Stadt.“

1949 hat Ilse Losa ihren ersten Roman „Die Welt in der ich lebte“ auf Portugiesisch geschrieben. Es ist eine Folie ihrer Erinnerungen an die Kindheit und Jugend in der niedersächsischen Provinz und das Erwachsenwerden unter der zunehmenden Bedrohung des Antisemismus im aufkommenden Nationalsozialismus.

Es ist einer dieser Romane, die einen von den ersten Sätzen an überzeugen und der einen bis zum letzten Satz nicht mehr loslassen wird.

In Portugal gehört der Roman, der nun Weidle Verlag & Wallstein Verlag in der Übersetzung von Maralde Meyer-Minnemann (unter Mitarbeit der Autorin ) wieder aufgelegt wurde, zur Schullektüre.
Ilse Losa hat nach ihrer Flucht 1934 in Portugal als Lektorin und Übersetzerin bei portugiesischen Verlagen für deutsche Literatur tätig als auch bei deutschen Verlagen für portugiesische Literatur.
1991 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Ich kann diese eindringliche, leise erzählte Werk nur aufs nachdrücklichste empfehlen. Wie Ilse Losa den Lebensweg ihrer Protagonistin Rose Frankfurter schildert ( und damit auch ihren eigenen ), wie diese mehr und mehr begreift und erlebt, wie ihre Lebensrealität mehr und mehr auseinanderbricht - das ist emotional aufwühlend und aufgrund der aktuellen politischen Lage so erhellend wie wichtig.
Für mich eine große (Wieder-) Entdeckung!

Die Welt in der ich lebte

von Ilse Losa

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Was wir von ihr wissen
Frank Menden

Frank Menden

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„Sue. Suze. Susie Q. Susannah in the Morning. Mom. Wie viele tausend Facetten war sie für ihn gewesen - in unterschiedlichen Stimmungen, unterschiedlichen Momenten. Wie viele Wörterbücher ihrer gemeinsamen Sprache waren mit der Zeit verloren gegangen?“

Als sich Susan und Al kennenlernen treffen zwei Welten aufeinander: hier der ernste, ruhige Akademiker, dort die ehrgeizige junge Schauspielerin. Es ist Liebe auf den ersten Blick, die offensichtlichen Gegensätze ziehen sich an und anfangs scheint alles machbar, beider Karrieren nehmen Fahrt auf.
Die Geburt der Zwillinge Viola und Sebastian stellt das Paar vor neue Herausforderungen, denn Susan will ihre Karriere als Serienstar nicht aufgeben, was Al mit seinem Wunsch nach einem traditionellen Familienbild vor den Kopf stößt. Susan führt fortan zwei Leben: in Hollywood steht sie vor Kamera, in Neuengland ist sie die von allen beäugte Ehefrau und Mutter, ein strahlender Fremdkörper, eine Wandlerin zwischen diesen so unterschiedlichen Welten…

Rebecca Fallon beginnt ihren Roman „Was wir von ihr wissen“ @mareverlag , übersetzt von Juliane Zaubitzer, mit Susans Beerdigung. Sie ist jung gestorben, an Krebs, Al fühlt sich verloren, die Zwillinge sind zu klein, um zu verstehen, wer ihre Mutter außerhalb des gemeinsamen Lebens war - und Al tilgt alle Spuren ihres beruflichen Lebens.
Geschieht dies aus reiner Rücksichtnahme seinen Kindern gegenüber, denn Susans Serie und der von Ihr verkörperte Charakter sind nicht für kleine Kinder geeignet, oder versucht er die Deutungshoheit über das Bild seiner Frau zurückzugewinnen? Und was macht diese Entscheidung mit Viola und Sebastian, wie wirkt es sich auf deren Entwicklung aus?

Rebecca Fallon beschreibt in ihrem Roman die großen Erwartungen, die Menschen aneinander haben, als Liebende, Familie oder Freunde. Dabei schildert sie die Ereignisse nicht chronologisch, sie springt zwischen den Jahren 1983 und 2012 hin und her, wechselt die Perspektiven.
Das verdichtet diesen Familienroman sehr effektiv, führt allerdings zu Beginn der Lektüre dazu, dass man sich erst etwas einlesen muss.
Ist man aber erst einmal „drin“ in der Geschichte kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Eine emotionale Achterbahnfahrt, gut beobachtet, mit präzisen Charakterzeichnungen.

Was wir von ihr wissen

von Rebecca Fallon

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