„Es war eine Selbstbefreiung, die gelang und trotzdem bis heute gefährdet ist.“
So der letzte Satz auf der Rückseite von Thomas Sparrs „Come Out - Wie der Aufstand in der Christopher Street die Welt veränderte“.
Wie groß diese Gefährdung ist, das wurde am späten Samstag Abend beim Berliner CSD auf schmerzhafteste, schockierende Art und Weise deutlich.
Für uns in der LGBTQIA+ Community ist dies die bittere und traurige Kulmination eines immer kälter werdenden gesellschaftlichen Klimas, der Ton uns gegenüber wird rauer, ausfallender, die (welt)politische Lage ist gerade in Bezug auf unsere Leben, unsere Rechte rasant rückwärts gewandt.
Sicherlich ist Thomas Sparrs Buch streitbar, nicht alle Aspekte der Folgen der Stonewall Riots werden tiefgründig benannt. Aber trotzdem ist dieses Buch wichtig und relevant, zeigt anhand von Beispielen vor allem aus dem kulturellen Bereich, wie sich die Sichtbarkeit von Homosexualität verändert hat. Und was Menschen wie Rosa von Praunheim, Hubert Fichte, Hans Mayer und Hans-Joachim Schoeps angestoßen und geleistet haben.
Insofern bietet dieser längere Essay, der verdient auf der Sachbuch Bestenliste stand, einen lesenswerten Einstieg in die Kulturgeschichte der Homosexualität in Deutschland nach 1969.