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Empfehlungen aus Sachbücher

Forever Beautiful
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

Mitarbeiterin bei stories!

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Das Frühjahr ist da. Und mit ihm jede Menge neue Bücher. Nicht nur Romane und Krimis, sondern auch interessante Kochbücher. "Forever Beautiful" von Susanne Korasani ist eins davon. Es ist im Malia Verlag erschienen - dem Verlag von Laura Malina Seiler.

Susanne Korasani ist bekannt geworden durch ihr Buch "Be Your Owen Healer" - in dem sie zeigt, wie es gelingen kann die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Ich trinke seit dem Buch den Löwenzahntee. So hat es mich nicht überrascht, dass der Löwenzahn auch in dem Buch eine besondere Rolle spielt. Sie "ist eine Pflanze, die nichts aufhält. Sie wächst durch Asphalt, trotz dem Wind und Abgasen und trägt in jeder Zelle die Erinnerung an Aufbruch." Die Bitterstoffe sind wichtig für die Entgiftung der Leber. Zudem unterstützen Sesquiterpenlactone, Flavonoide, Inulin und Kalium - die Gallenbildung, aktivieren die Verdauungsenzyme und entlasten die Leber. Die Autorin empfiehlt den Tee, den es im Reformhaus gibt, und die Blätter für Salate, Smoothies und Suppen. Wie gut, dass mein Gemüsehändler auf dem Isemarkt das Kraut verkauft.

Das Buch unterteilt sich in die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter sowie den Tagesrhythmus: Morgens, mittags und abends. Das Gros der Rezepte enthält nur wenige Zutaten, was ich sehr begrüße, und arbeitet saisonal.

Einfach und gehaltvoll ist beispielsweise die Yoshino-Suppe mit Seidentofu. Hierfür braucht man nur Wasser, Seidentofu, eine kleine Karotte, eine Handvoll Spinat oder Pak Choi, Sesamöl, frischen Ingwer und Frühlingszwiebel. Als Teetrinkerin habe ich mich über die "Grüntee-Kraftbrühe mit Tamari sehr gefreut. Dafür benötigen Sie nur Sencha oder Bancha, einen Schuss Soja-Tamari aus fermentierten Sojabohnen. Auch spannend: die Kuzu-Limo. Oder der Safran Latte. In einem Glossar verrät die Autorin, wo man die Zutaten erhält und worauf man achten sollte.

Was das Buch zudem aufwertet, sind einzelne konkrete Ausführungen zu bestimmten Inhaltsstoffen, ihre Wirkung und Anwendung. So habe ich erfahren, dass Gänseblümchen nicht nur die Regeneration und Ausgleich fördert, sondern ebenso als Umschlag Hautreizungen und leichte Schwellungen genutzt werden kann.

"Forever Beautiful" ist ein ganzheitliches wie nachhaltiges Kochbuch für Geist und Seele! Es zeigt, wie alles miteinander verbunden ist: "Wer Nahrung, Gedanken und Worte auf diese Weise versteht - nicht nur als Kalorienquelle oder Nebensächlichkeit - verändert die Qualität seines gesamten Lebens. Körperlich wie geistig."

Forever Beautiful

von Susanne Abbassian Korasani

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Trotzdem zuhause
Frank Menden

Frank Menden

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Es gibt Bücher, bei denen meine „Rezensionsfähigkeit“ versagt. Bücher, die mich so durchrütteln, mich begeistern, mir die Augen öffnen, mich zu Tränen rühren, vor Wut, vor Erkenntnis, vor miterlebtem Schmerz. Die mich - hoffentlich - klüger machen, empathischer, rücksichtsvoller und ja: zu einem besseren, aufmerksameren Menschen.
Ich neige nicht zu Pathos, habe keine „Adjektivdiarrhoe“ - aber dieses Buch !!!!!!!!!

Ich bedanke mich bei Tupoka Ogette für ihr Memoir „Trotzdem Zuhause“.
Für ihren Mut ihr Leben aufzuschreiben, uns daran teilhaben zu lassen.
Ich hatte intensive Lesestunden und die Lektüre hat viele Prozesse in Gang gesetzt.

Für diese paar Zeilen hab ich jetzt eine knappe Stunde gebraucht. Und mir ist die Unzulänglichkeit meiner Worte sehr bewusst.
Trotzdem schließe ich mit einem sehr abgedroschenen Satz, der aber dennoch so wahr ist.
Lest dieses ungemein wichtige Buch - und redet darüber!

Trotzdem zuhause

von Tupoka Ogette

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Winter
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Dieses Kochbuch enthält das einfachste Rezept für die fabelhaftesten Brownies und dem besten Pizzateig, der bereits bei der Herstellung glücklich macht. Denn er ist derart geschmeidig. Aber das ist noch nicht alles, was sich in diesem wunderbaren Kochbuch verbirgt. Sarah Hassert liefert uns obendrein tolle Geschichten über Bräuche wie den Barbaratag - ein kirchlicher Festtag zu Ehren der heiligen Barbara von Nikomedien in der heutigen Türkei. Ihr zu Ehren gibt es am 4. Dezember immer einen Mändelchenpudding. Dafür bedarf es nicht viele Zutaten: Milch, eine Vanilleschote, ein paar Tropfen Mandelaroma, Zucker, Eigelb, Zucker, Mandelsplitter und Speisestärke.

Dank Sarah Hassert weiß ich, dass der Kürbis im Backofen am besten aufgehoben ist, bevor man ihn weiterverarbeitet. Wer wie ich gern Angebote shoppt und plötzlich zu viel Gemüse im Kühlschrank hat, dem wirft Sarah einen Rettungsanker zu. Neben leichten Alltagsgerichten finden sich köstliche und feierliche Anregungen wie „Hansas Mess“. Auch schön ist der Spaziergang durch alle Wintermonate – von Oktober bis April.

Die Hamburger Autorin liebt nicht nur gute Literatur, kulinarisch-feine Gaumenfreuden - auch die Kultur des Essens ist ihr eine Herzensangelegenheit. Das spüre ich mit jeder Seite und kann nicht lange an mich halten. Vor allem durch die stilvollen und atmosphärischen Fotos von Jule Kiefer werde ich angeregt, sofort loslegen zu wollen. So fühlt man sich mit diesem Kochbuch gut aufgehoben im grauen nordischen nasskalten Winter.

Winter

von Saint John Studio, John Saint

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Wir dachten, wir könnten fliegen
Frank Menden

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„Literatur lässt uns die Welt, in der wir leben, mit anderen Augen sehen: Wer liest, kann an zwei Orten gleichzeitig sein. Wer liest, kann mühelos durch alle Zeiten reisen. Und wo sonst, wenn nicht in der Literatur, ist es uns gegeben, Tote wiederauferstehen zu lassen.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die bloße Beschreibung einer Art nicht ausreicht, um sie von den Toten zu erwecken. Für diesen Zauber brauchen wir die Literatur.“

So Matthias Jügler im Vorwort von „Wir dachten, wir könnten fliegen“ , in dem 19 AutorInnen je eine ausgestorbene Tier- oder Pflanzenart auf unterschiedlichste Weise porträtieren bzw. ihr ein Denkmal setzen - wunderbar illustriert von Barbara Dziadosz.
Herausgekommen ist ein ganz wunderbarer Band voller unterschiedlicher Erzählungen, voller Humor und Wehmut, sehr berührend und ungemein verdienstvoll, führt er uns doch durch das Beschreiben des Vergangenen vor Augen, was wir unbedingt bewahren müssen.

Die 19 Erzählungen sind so verschieden wie ihre AutorInnen, darunter Daniele Droescher, , Caroline Wahl , T.C. Boyle, Kim de L'Horizon , John Burnside, Alex Capus, Julia Schoch,Clemens J. Setz und Antje Ravik Strubel.

Eine Anthologie, die Augen ( und in Kim de L'Horizons Beitrag auch Ohren ) öffnet, und die ein durch und durch famose Geschenk ist: für sich selbst und alle um einen herum!

Wir dachten, wir könnten fliegen

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'Kluge Frauen bezahlen ihre Kleider selbst'
Frank Menden

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Zum ersten Mal hörte ich den Namen Elsa Schiaparelli im Zusammenhang mit ihrer Enkelin Marisa Berenson, Top Model der 1960er und 1970er und Schauspielerin ( „Cabaret“, „Barry Lyndon“ ) .
Ab diesem Zeitpunkt jedoch beschäftigte mich die italienische Modedesignerin immer mehr, wurden ihre Entwürfe immer präsenter, kleidete sie doch auch viele große Stars des von mir verehrten Old Hollywood ein ( Dietrich , Crawford, Garbo, Hepburn).

Michaela Karl hat nun auf ihre unvergleichliche Art und Weise eine wunderbare Biografie über die bedeutende Designerin geschrieben, die anders als ihre große Rivalin Coco Chanel ein wenig in Vergessenheit geraten ist.
Sie schildert in ihrem aus vielen Biografien bekannten atmosphärischen, lockeren Stil dieses außergewöhnliche Frauenleben des 20. Jahrhunderts.
Dabei besticht wie immer bei Michaela Karl die gründlich recherchierte Quellenlage, die die zahllosen erhellenden Anekdoten hervorgebracht haben, die „Kluge Frauen bezahlen ihre Kleider selbst“ r zu einem so mitreißenden Buch machen.
Nicht nur ein „Must have“ für Modefans, sondern auch eine geschickte Verknüpfung von Mode und Gesellschaftspolitik von den 1930ern bis in die Gegenwart und eine Hommage an Kreativität, Mut und Individualität.

'Kluge Frauen bezahlen ihre Kleider selbst'

von Michaela Karl

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Sterben lernen auf Japanisch
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Der Tod ist ein Bestandteil von Milena Michiko Flasars Büchern. Doch sie differenziert zwischen ihren Geschichten und dem wirklichen Leben. Ende 2024 begibt sich die japanisch-österreichische Autorin nach Japan, um im Urlaub ihre Familie zu besuchen. Das Thema des zerbrechlichen Lebens und des Todes reist mit ihr.

Als geradezu magisch empfinde ich es, dass Milena im Flugzeug eine Kurzgeschichte ("Thailand") von Haruki Murakami liest. Das sagt die Geistheilerin zur Protagonistin: "From now on, little by little, you should prepare yourself to face death. If you devote all your future energy to living, you will not to be able to die will." Während sie diese wahren Worte liest, sieht sie, wie klein und zerbrechlich das Flugzeug ist. Wie das Leben selbst. Nur wollen wir es uns nicht eingestehen. Wir blenden den Tod aus, und sind erschrocken, wenn er eintrifft. Sie vergleicht die Geburt mit dem Tod. Man wird geboren, aber man stirbt aktiv. Nur lernen wir ihn nicht wirklich. Die Lehrpläne haben ihn nicht auf der Agenda. "Aber wir lernen doch sonst so vieles. [...] Vielleicht, weil der Tod etwas Einmaliges ist."

Die Japaner:innen haben eine besondere Beziehung zum fragilen Leben und dem Sterben. Das Land liegt auf dem "Pazifischen Feuerring". Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass es in den nächsten Jahren ein gewaltiges Erdbeben mit über "200.000 Toten geben wird". Von Kindheit an wird allen beigebracht, wie sie sich in solchem Fall verhalten müssen. Es gibt Vorsichtsmaßnahmen, aber auch Rituale und lebenskluge Haikus, an denen wir uns festhalten können, und die für mich die japanische Literatur wie Kultur zu etwas Außergewöhnlichen macht.

Die teilt die Autorin mit uns auf ihrem Weg. "When it comes - just so! When it go - just so" schrieb Musho Josho, ein Zen Mönch im 14. Jahrhundert.

Wir beginnen in Osaka, treffen dort auf jugendliche Ausreißer - die "Guri Shita Kids". 30.000 Obdachlose zählt Japan, zunehmend Jugendliche, die sich für ein Leben auf der Straße entscheiden. Danach reisen wir weiter nach Tsuyama, wo ihre Tante mit elf Katzen lebt. Nur knapp ist sie dem Tod entkommen, dem sogenannten "Kodokushi", den Tod der Alleinstehenden, der Bestandteil ihres Buches "Oben Erden, unten Himmel ist". Gleichwohl denkt sie an den erst kürzlich verstorbenen Vater. Wie es ist, dem Tod vor sich zu sehen, nichts mehr zu Wollen und Können, schildert sie eindringlich, bevor ihr an MS erkrankter Vater seinen letzten Atem ausgehaucht hat.

"Sterben lernen auf Japanisch" ist so vieles in einem. Ein ganz persönlicher Reisebericht durch Japan, der uns in die Riten einführt wie der unperfekten Wabi-Sabi-Ästhetik, die das Hinfallen verdeutlicht. Das Buch blickt dem Tod mutig, würdig und elegant ins Gesicht. Er wird dadurch nicht kleiner, aber wie heilsam Worte sein können, wissen wir alle. Die picken wir mit diesem Essay auf, der beim neugegründeten unabhängigen Verlag "Wasser Publishin" erschienen ist. Sie sehen hier nur die eBook-Variante, aber wir haben das Werk auch klassisch als Buch vorrätig.

Sterben lernen auf Japanisch

von Milena Michiko FlaSar

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Dreihundert Männer
Frank Menden

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Kann man die Geschichte der deutschen Wirtschaft mitreißend, klug, pointiert und mit einer Prise Humor erzählen?
Oh ja, man kann, wie Konstantin Richter in „Dreihundert Männer - Aufstieg und Fall der Deutschland AG“ beweist.

Auf 543 Seiten erzählt Richter von den Männern und Firmen, die die deutsche Wirtschaft und damit auch unser aller Leben wesentlich prägten und zum Teil bestimmten.
Dabei entsteht ein Zeitporträt, das nie trocken daherkommt.
Richter verwebt die Porträts der Unternehmen und ihrer Führungspersönlichkeiten mit fundierten und teilweise amüsanten Anekdoten, ohne jedoch das große Ganze aus dem Blick zu lassen.
Dabei spannt er den Bogen von 1870 bis in die 1990er Jahre und wirft auch einen Blick in Gegenwart und Zukunft der Bundesrepublik.
Diese Verbindung von historischen und politischen Zusammenhängen bietet neben einem hohen Erkenntnisgewinn auch äußerst spannende, intelligente Unterhaltung.
Ein absolutes MustRead für alle, denen „normale“ Wirtschaftsbücher zu trocken sind .
Und für mich neben Henning Sussebachs „Anna“ das Sachbuch des Jahres!

Dreihundert Männer

von Konstantin Richter

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Wenn die Sonne untergeht
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Florian Illies zu lesen, ist wie nach Hause zu kommen. Man weiß, was einen erwartet und es fühlt sich verdammt gut an. Gut, Illies ist noch ein bisschen besser. Wie schon vor zwei Jahren nutzt der Autor das Jubiläum eines bekannten Mannes. Während sich das Thomas Mann Jahr allmählich dem Ende neigt, schenkt uns der S. Fischer Verlag mit seinem Erfolgsautor ein abschließend berauschendes Feuerwerk. Denn so empfinde ich "Wenn die Sonne untergeht - Familie Mann in Sanary".

Wir schreiben das Jahr 1933, in dem die Machtergreifung Hitlers einsetzt. Damit folgt auch eine Fluchtbewegung der Intellektuellen, Künstler:innen sowie den Autor:innen ein, die ahnen, was da passieren könnte und schließlich ja auch eintrifft. Aus einer Reise nach Amsterdam, geht es für Katja und Thomas Mann weiter über die Schweiz und endet schließlich in Frankreich, in Sanary sur Mer. Bis alle Mann-Schäfchen dort angekommen sind, erleben wir eine aufregende Reise, die übrigens genauso spannend ist wie die nachgeschickten und nicht ankommenden Tagebücher von Thomas Mann. Während sich alle mit der Situation anfreunden, hadert der große Meister, bezieht keine Stellung. Immerhin pocht die deutsche Kultur noch im Herzen des Nobelpreisträgers. Aus dem Zauberer wird sozusagen ein Zauderer, der durchzogen wird von einer dunklen Melancholie. Einzig Tolstois "Krieg und Frieden" erschafft ihm eine Atempause aus dem finsteren Tal.

In Sanary treffen die Manns auf weitere Exilanten, die Feuchtwangers, die Zweigs und weitere bekannte Persönlichkeiten. Als Leserin flaniere ich mit leuchtenden Augen durch die luftigen leichten Zeilen des schreibenden Chrononisten, der wieder einmal mehr als nur ein Sachbuch verfasst hat. So empfinde ich das Buch als großen Familienroman. Und wissen Sie, was das Schöne ist? Ich sehe sie alle leibhaftig vor mir. Dank Illies natürlich, aber durch die fantastischen Verfilmung "Die Manns" von Heinrich Breloer, die ich mittlerweile schon etliche Male gesehen habe.

Folgen Sie dem Feuerwerk und vertrauen Sie unserem must-read November. Wir wissen, was gut ist und gut tut.

Wenn die Sonne untergeht

von Florian Illies

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Ein gesunder Rücken ist auch Kopfsache
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Rückenprobleme? Kennen wir doch alle. Bei dem einen sind es kleine Zwicker, die vor allem pieksen, wenn man Stress hat. Andere haben täglich damit zu kämpfen und sind mitunter in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Sie fühlen sich machtlos und haben es nicht leicht. Mein Mitgefühl ist bei all den Schmerzpatienten. Gleichwohl präsentiere ich Ihnen eine erste mögliche Erleichterung: "Ein gesunder Rücken ist auch Kopfsache" von der Diplom-Psychologin Catrin Marnitz und ihrer Co-Autorin Tina Epking. Catrin Marnitz ist leitende Psychologin am renommierten Hamburger Rückenzentrum "Am Michel". Die Psychologin hat 2010 die Weiterbildung im Bereich der Speziellen Schmerztherapie abgeschlossen. Sie ist eine Fachfrau auf ihrem Gebiet und kann ihr Wissen praxisnah vermitteln.

"Schmerz ist auch immer das Ergebnis einer Lerngeschichte" schreibt Marnitz an einer Stelle. Manche sind geprägt durch überängstliche Eltern, die ihre Kinder dafür mehr als gewöhnlich sensibiliseren, so dass sich das Thema fester im Gehirn verankert als es sollte. Dies zu erkennen, könnte ein erster möglicher Schritt in einen Lebensabschnitt mit weniger Schmerzen sein. Aber nicht nur. Natürlich spielen auch andere Faktoren eine bedeutende Rolle: Bandschreibenvorfälle, Sport- oder Arbeitsunfälle, starke emotionale Belastungen. Und natürlich unser Leben: "Wir wollen alle mehr, mehr, mehr." Fühlen Sie sich ertappt? Keine Bange, ich auch. Unser Leben ist einfach schnell geworden, die Anforderungen sind hoch, die Ablenkungen wie das Internet enorm.

Wie nun mit dem Schmerz umzugehen ist, davon erzählt die Psychologin absolut lebensnah und nachvollziehbar. So betrachtet sie den Schmerz als ganzheitlich. "Bei der Aufrechterhaltung einer Erkrankung oder einer Schmerzsymptomatik spielen immer verschiedene Faktoren eine Rolle. Wir sprechen deswegen auch von einem multifaktoriellen Geschehen. Deshalb sollte man sich alles angucken: die medizinische, die psychologische und die soziale Ebene." Sie löst den Begriff chronisch auf, wandelt ihn in die Chronifizierung und ermutigt uns, Schritt für Schritt für uns selbst zu sorgen. Denn darin liegt der Schlüssel: In einem selbstwirksamen Umgang mit Stress und dem Schmerz, dem man sich nicht vollkommen ausliefern muss.

Das ist ein ganzheitlicher und nachhaltiger Ratgeber, der uns sehr viel Input und Werkzeuge an die Hand gibt. Doch beim Lesen allein sollte es nicht bleiben. Wie auch in ihrem Alltag im Hamburger Rückenzentrum appeliert die Diplom-Psychologin an alle:
"Ärmel hoch und mitmachen."

Das werde ich kommenden Mittwoch, dem 8.10., um 19.30 Uhr, wenn wir die Autorin und Tina Epking bei uns zu Gast haben werden.

Wir haben noch freie Plätze. Melden Sie sich unter anmeldungen@stories-hamburg.de für die Veranstaltung an und bringen Sie gern zahlreiche Fragen mit.

Ein gesunder Rücken ist auch Kopfsache

von Catrin Marnitz, Tina Epking

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Working Class Girl
Frank Menden

Frank Menden

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„Als ich sieben war, wanderte mein Vater zum ersten Mal hinter Gitter. Alles Schlimme ereignete sich in jener Zeit. Meine Mutter war heroinsüchtig, sich selbst überlassen und musste zusehen, wie sie in einem Drecksloch und erbärmlichster Armut sich selbst und fünf Kinder durchbrachte.“

Schonungslos, ehrlich , direkt, aufrüttelnd, schwer zu ertragen, unvergesslich.
„Working Class Girl“ von Katriona O'Sullivan , übersetzt von Sylvia Spatz, erzählt vom Alltag in einer der ärmsten Vororte von Coventry. Es erzählt von Hunger , Vernachlässigung durch suchtkranke Eltern, von Drogenmissbrauch vor Kindern und von sexueller Gewalt. Es erzählt davon, wie Katriona sich erst in der Schule von ihrer Lehrerin wirklich wahrgenommen fühlt. Es erzählt davon, warum Kinder trotz schwerer Vernachlässigung unbedingt loyal zu ihren Eltern halten, wie sehr dieses Gefühl von „wir gegen die“ verinnerlicht wurde. Es erzählt von Vorurteilen und Stereotypen.
Es erzählt auch , wie Katriona O‘Sullivan es durch finanzielle Förderung schaffte zu studieren, in Psychologie zu promovieren - und wie sehr das Stigma der vorzeigbaren „Guten Armen“an ihr klebte.

Dieses Memoir zu lesen ist schwierig, weil es zum einen stellenweise kaum zu ertragen ist, und es uns zum anderen mit eigenen Vorurteilen konfrontiert.
Dabei bleibt O‘Sullivan immer differenziert, was man ihr angesichts ihrer Erlebnisse nicht hoch genug anrechnen kann.

Ein überaus wichtiges, hartes Buch, welches man einigen Politikern in die Hand drücken sollte.

Working Class Girl

von Katriona O'Sullivan

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Sofra
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Woran denken Sie bei türkischer Küche als Erstes? Also ich an Bulgur und Döner. Doch weit gefehlt. Dank Yelda Yilmaz weiß ich nicht, was sich wirklich hinter der türkischen Küche verbirgt. In ihrem neuen Kochbuch "Sofra" präsentiert sie vegetarische und vegane Gerichte - und das in vielseitiger Form.

Die türkische Küche ist von vielen Einflüssen geprägt. Die Ursprünge reichen zurück bis zu den nomadischen Stämmen der asiatischen Steppe, auch die Araber und Perser im Mittelalter haben ihr Knowhow mit einfließen lassen wie die Inder. Dann sind da noch die geographischen Voraussetzungen, die eine Vielfalt aus Obst, Gemüse, Gewürze, Getreide und Früchte bietet.

Gleich zu Beginn feiert die Autorin die Kunst der Einfachheit, und erzählt, wie schon ihre Mutter und Großmutter mit wenigen saisonalen Zutaten wahre Festmahle gezaubert haben. Bevor wir loskochen, zeigt sie zudem die türkische Vorratskammer. Welche Gewürze, Nüsse, Öle und Beilagen nicht fehlen dürfen. Für mich übrigens ist die Melasse, dickflüssiger Sirup aus den Kernen von Trauben, mein Aha-Erlebnis. Zusammen mit dem selbstgebackenen Fladenbrot erleben Sie eine Geschmacksfreude.

Passend zur sommerlichen Jahreszeit möchte ich Ihnen gern Yeldas Seftali Salatasi - Pfirsich-Gurken-Salat mit Dill kredenzen. Wenn es ein bisschen würziger sein darf, dann probieren Sie mal die Döner-Tacos aus, dessen Füllung aus 400 g Kräuterseitlingen oder Austernpilze besteht. Für die Schlemmerkatzen von süßen Speisen, warten zum Abschluss noch einige Backtipps wie mit Walnuss gefüllte Plätzchen.

Wie schon mit ihrem Kochbuch "Hitzefrei" hat mich die Autorin inspiriert und wieder einmal gezeigt, wie gut und lecker, einfache wie raffinierte Küche sein kann.

"Sofra" bedeutet übersetzt gedeckter Tisch. Genau das eint die Rezepte, sie laden ein, mit Freunden und Familie zusammen die leckeren Gerichte zu vernaschen. Am Ende gibt es sogar noch Menüvorschläge.

Sofra

von Yelda Yilmaz

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Unbedingt lesen, wenn ...
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Wer kennt das nicht? Situationen, die uns herausfordern und Momente, in denen wir uns eine Hand wünschen, die uns die richtige Richtung weist und wieder aufrichtet. Wenngleich Bücher keine Therapie ersetzen, können sie uns trotzdem auffangen wie ein Erste-Hilfe-Notfall-Kit dienen.

Dr. Julie Smith hat bereits mit „Aufstehen oder liegen bleiben?“ zahlreiche Leser•innen für sich gewinnen können. Auch „Unbedingt lesen, wenn…“ lohnt sich. Die Psychologin greift verschiedene Turbulenzen des Lebens auf wie zu viel Grübelei, lähmende Angst, Trauer, Vergleiche, geringes Selbstwertgefühl oder wenn du immer wieder Ja sagst, obwohl du eigentlich Nein sagen willst. Wenn es dir schwer fällt, im Hilfe zu bitten.

Jedes Thema beginnt mit einem Brief an die Lesenden. Im zweiten Step folgt ein Toolkit mit praktischen Lösungen und den richtigen Fragen für persönliche Reflektionen. Smith erklärt dabei auch die Abläufe in unserem Körper und Nervenbahnen, und zeigt, wie eng alles miteinander verknüpft ist. Was schon kleine Veränderungen bewirken können.

„Unbedingt lesen, wenn…“ ist ein wohltuendes, aufbauendes wie kluges Trostpflaster.

Unbedingt lesen, wenn ...

von Julie Smith

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Der Name an der Wand
Frank Menden

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Südfrankreich. Der Schriftsteller Herve Le Tellier möchte ein Haus kaufen. Im kleinen Dorf La Paillette wird er schließlich fündig: die ehemalige Keramikwerkstatt soll sein neues Zuhause werden. Beim abhängen einer Keramiktafel sieht Le Tellier, dass ein Name in den Rohputz geritzt wurde: André Chaix. Wer war dieser Mann?
Es ist das Frühjahr 2020, die Pandemie hat die Welt fest im Griff - und Herve Le Tellier beginnt zu recherchieren. Sehr bald kennt er die nackten Fakten: im August 1944 wird André Chaix als Mitglied der Résistance von deutschen Soldaten in einem Gefecht ermordet. Er ist nur 20 Jahre, zwei Monate und 30 Tage alt geworden…
Doch Le Tellier will mehr wissen: wer war dieser junge Mann, wie hat er gelebt, wen hat er geliebt, was trieb ihn um ?

„Der Name an der Wand“, das neue Buch des Prix Goncourt Preisträgers Herve Le Tellier , übersetzt von Romy und JürgenRitte, ist kein Roman, aber die Spurensuche des Schriftstellers liest sich ebenso fesselnd.
Es ist die Erforschung der Vergangenheit, einer Epoche, „in der Großherzigkeit und Mut mit Egoismus und Niedertracht eng beieinanderlagen wie nur selten.“
Immer wieder durchbricht Le Tellier diese Reise in die Vergangenheit mit Assoziationen und führt uns LeserInnen so auch ins Hier und Jetzt.
Indem er uns von André Chaix erzählt, erzählt er auch vom Phänomen Mut in dunklen Zeiten, davon, wie man Hass und Faschismus begegnen kann ( und soll ).

„Man diskutiert solche Ideen nicht, man bekämpft sie. Weil die Demokratie ein Gespräch unter zivilisierten Menschen ist, endet die Toleranz beim nicht Tolerablen. Wer auch immer den Hass auf andere sät, verdient nicht die Gastfreundschaft einer Diskussion“.

Ein ungemein berührendes und wichtiges Buch!

Der Name an der Wand

von Hervé Le Tellier

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Fast & Tasty
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Bis zu diesem Kochbuch war mir Achim Oecal nicht vertraut. Obwohl der Autor des Kochbuchs im Instagram-Universum über 1,9 Millionen Follwer:innen hat. Oha! Das ist eine Zahl, bei der mir sofort heiß wird. Wie bei seinen einfachen und leckeren Gerichten.

Dass Achim ein großer Feigen-Fan ist, wird mir schon bei seinen Vorspeisen klar. Und ich frage mich: Warum ist mir diese Kombination nicht schon früher eingefallen? Ich denke hier an den gebackenen Feta mit Feigen. Sie brauchen neben Feta und Feigen nur noch 20g geröstete Pinienkerne, Honig und Thymian. Oder die Feigenrosen. Zusammen mit Walnusskernen, einer Kugel Burrata, Honig und sechs Schreiben Serranoschinken erleben Sie eine Geschmacksxeplosion auf der Zunge.

Auch die kalte-Avocado-Gurken-Suppe hat es mir angetan. So easy und lecker. Daran schließt sich gleich noch der warme Süßkartoffel-Salat an. Apropos Süßkartoffel, da hat Achim noch ein schnelles und raffiniertes Gericht parat: Gefüllte Süßkartoffeln, für die man nur Feta; Paprika, 2 Eier, Olivenöl und eine Frühlungsziebel braucht.

Sie sehen, Achim Oecal löst sein Titel-Versprechen ein. Wie schnell und raffiniert man kochen kann, zeigt der Koch auf einfache Art. Weiter hinten gibt es noch reichhaltigere Rezepte, die in ihrer Zubereitung nicht kompliziert sind, aber tiefergehender, allerdings nur ein bisschen. Dieses Kochbuch ist eine schnelle und tolle Inspirationshilfe für die alltägliche Küche!

Fast & Tasty

von Achim Oecal

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Und ich werde dich nie wieder Papa nennen
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Caroline Darian ist die Tochter von Gisèle Pelicot, die über acht Jahre lang von ihrem Mann betäubt und von anderen Männern missbraucht wurde, ohne, dass sie davon wusste. Viele haben den Prozess sicherlich beobachtet. Doch ganz nah am Geschehen waren nur wenige. Das holt Caroline Darian mit ihrem wichtigen Buch nach. Caroline ist die Tochter von Gisèle Pelicot.

Wie konnte das passieren? Durch „chemische Unterwerfung“ - „Medikamente wie Schlafmittel, Antiallergika oder Hustenmittel, die eigentlich heilen sollen“ kommen zum Einsatz, und betäuben die Opfer. Werden ins Essen oder Getränke gefüllt. Dann fallen sie in einer Art komatösen Schlaf und bekommen nichts mit.

Dominique Pelicot hat verschiedene Männer zu sich nach Hause geholt, die seine betäubte Frau vergewaltigen, was er aufgenommen hat. Junge Familienväter waren dabei wie 70jährige. Er selbst hat dies auch bei anderen Frauen gemacht. Wie kann man nur?

Was macht das mit den Angehörigen? Und vor allem mit dem Opfer? „Leider hängt die Versorgung noch sehr von der Willensstärke der Opfer ab und ist zu wenigen von ihnen zugänglich.“ Gisèle Pelicot hat das Glück, drei erwachsene Kinder zu haben, die sich ihrer annehmen.

Als Caroline von sich auch eine Aufnahme sieht, weiß sie: Sie selbst ist ein Opfer geworden, durchlebt ein Trauma. Panikattacken überfallen sie, rauben ihre jede Kraft, aber sie bleibt stark, denn sie will kämpfen.

Das Buch macht fassungslos, aber es ist so wichtig! Neben den persönlichen Einblicken in ihr Innerstes zeigt die Autorin auf, was diese Gewalttat mit Betroffenen macht und ist ein Weckruf: „Seien Sie auf der Hut, wenn Ihr Gedächtnis Sie regelmäßig im Stich lässt. Suchen Sie lieber einen Arzt auf und unterziehen Sie sich einer toxilogischen Analyse.“

Und ich werde dich nie wieder Papa nennen

von Caroline Darian

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Somebody told me
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Bücher über die Wechseljahre gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Die besten herauszupicken, sehe ich als meinen Auftrag. „Somebody told me“ von Susanne Liedtke und Dr. med. Christina Enzmann zählt zu solchen herausragenden Titeln.

Im Vorwort klären die beiden Autorinnen ihr Anliegen und Wissen auf. Während sich Christina Enzmann mit der funktionellen Medizin in diesem Bereich beschäftigt hat, fokussiert Susanne Liedtke die Ernährung. Entstanden ist ein Wechselspiel aus beiden Bereichen mit wirklich fundiertem Wissen und nachvollziehbaren Life-Hacks.

So laufe ich seitdem jeden Morgen einmal stramm um den Block und nehme fix die Treppen bis in meine 4. Etage. Und bei meinem Joggingrunden habe ich kurze Sprints integriert. Warum? Es geht um den Blutzucker. Den im Griff zu haben, sei eines der wichtigsten Grundziele. Die „All-out-Bursts“ haben einen bedeutenden Effekt: Damit wird der Insulinspiegel reguliert. „Das hilft, den restlichen Zucker in deinem Blutkreislauf zu verbrennen...“ Der wiederum dafür verantwortlich ist, dass die Fettverbrennung läuft.

Allein dafür hat sich die Lektüre für mich gelohnt. Aber sie ist natürlich noch reichhaltiger. So erläutern die beiden Autorinnen, welche Lebensmittel man möglichst vermeiden sollte und welche uns Frauen in den Wechseljahren gut tun. Und worauf man bei der Ernährung achten sollte. Ich bin in dem Bereich schon gut aufgestellt, und fühle mich bestätigt. Dennoch finde ich das Body-Reset-Ernährungsprogramm aus dem Buch sehr inspirierend.

Auch der Hormonhaushalt spielt eine bedeutende Rolle wie Vorsorgetipps ärztliche Konsultationen beim Hausarzt oder der Internistin und der Frauenärztin.

„Somebody told me“ ist daher ein ganzheitlicher und wichtiger Beitrag für alle Frauen ab 40! Das hat mir übrigens auch eine versierte Kundin, die in dem Bereich tätig ist, bestätigt.

Somebody told me

von Susanne Liedtke, Christina Enzmann

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Radikale Freundlichkeit
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Wir alle wollen freundlich sein, und sind es. Doch kennen Sie nicht auch die Momente, wenn Sie ein unhöflicher Mensch derart aus der Fassung bringt? Oder wenn Sie von Ihrer eigenen Eile getrieben unachtsam hantieren und dann passiert es. Wie können wir mit solchen Herausforderungen umgehen, und die Freundlichkeit trotzdem bei uns tragen?

Nora Blum liefert in ihrem Buch „Radikale Freundlichkeit“ Antworten auf diese Fragen. Die studierte Psychologin lässt uns verstehen, warum uns unhöfliche Menschen so triggern. Und geht noch weiter, in dem sie die unsensiblen Handlungen durchleuchtet. Warum agiert jemand so unwirsch? Was hat das wirklich mit uns zu tun? Welche Reaktion wäre angemessen? Und wie kann sie gelingen?

Weiterhin verdeutlicht die Gründerin von Selfapy anhand von wissenschaftlichen Studien, wie positiv sich Freundlichkeit auf unsere Gesundheit auswirkt. Schnell umsetzbare Tipps lassen mich staunen und lächeln. Ebenso erhellend sind ihre eigenen Geschichten zum Thema, in denen ich mich mitunter sogar wiedererkenne.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel eingeteilt und bezieht jeden Lebensbereich mit ein. Die Psychologin schreibt, wie wichtig es ist, auf seine eigenen Bedürfnisse zu hören, auch mal Nein zu sagen. Oder nach einer groben Kontakftaufnahme, zunächst dreimal TIEF durchzuatmen.

So erweist sich „Radikale Freundlichkeit“ als ein lebensnaher und nachhaltiger Ratgeber mit wertvollen Impulsen wie Anstößen zur Selbstreflexion.

Radikale Freundlichkeit

von Nora Blum

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Ich dachte, bis dahin bin ich tot
Frank Menden

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Silke Maier-Witt war in den späten 1970ern, dem „Deutschen Herbst“, eine der meistgesuchten Terroristinnen der BRD. Was bringt jemand aus dem bürgerlichen Milieu dazu, sich einer terrotristischen Vereinigung anzuschliessen und ein Leben im Untergrund zu führen? Und wie kann man damit leben?
Silke Maier-Witts Autobiographie ist keine Rechtfertigung ihrer Taten, es ist eine wahrhaftige Selbstbefragung und - erforschung. Sie schildert ihr Leben in Etappen, ihre Kindheit, die Jugend, die zunehmende Politisierung, die Zeit in der RAF, der Ausstieg und das Leben in der DDR, die Entdeckung und Verhaftung, den Prozess und ihr heutiges Leben im Kosovo und ihre Arbeit als Friedensstifterin .

Dieses Buch ist sicherlich nicht exemplarisch, es ist aber ein weiterer Schritt, die Strukturen mitsamt der psychologischen Mechanismen innerhalb der RAF zu verstehen.
Silke Maier-Witt vermittelt glaubhaft ihre Suche nach ihren Beweggründen. „Dass ich eines Tages Verantwortung übernehmen müsste, kam mir nie in den Sinn, ich dachte, bis dahin bin ich tot.“ Sagt sie anbei er Stelle dieses Buches.
Ein beeindruckendes Zeitdokument, dass durchaus ambivalente Gefühle hervorruft, aber absolut lesenswert ist!

Ich dachte, bis dahin bin ich tot

von Silke Maier-Witt

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Less Stress In Your 30s
Simone Finkenwirth

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+++ Unser Online Shop meldet nicht lieferbar. Stimmt. Aber wir haben das Buch im Laden ausreichend vorrätig. Eine kurze eMail an info@stories-hamburg.de reicht uns und wir reservieren Ihnen gern ein Exemplar. +++

Das Buch kommt für mich zu spät. Eigentlich. Denn ich habe die 30 bereits überschritten. Mit allem, was dazu gehört. Fühle mich aber nicht selten wie 30. So habe ich das Buch mit großem Gewinn gelesen.

Die Hamburgerin ist Expertin im Stressmanagement. Im Oktober und November bietet sie regelmäßig Retreats für alle Altersgruppen an. Zudem schreibt Sue Fengler wöchentlich eine Kolumne „Life at 30“, hat einen eigenen Blog und ist auf Instagram unterwegs. Ihre Fangemeinde ist groß, sie hat fast über 21.000 Follower:innen.

Die 30 ist vor allem für uns Frauen eine entscheidende Zahl. Sue spricht in ihrem Buch über die Rushhour des Lebens. Entscheidungen müssen getroffen werden. Karriere? Mit Kind? Oder ohne? Wo will ich mal hin? Und dann sind da noch die vielen Verpflichtungen und eigenen Ansprüche ans Leben. Obendrein blinkt das Handy die ganze Zeit. Vom übervollen eMail-Postfach ganz zu verschweigen. Wie soll man sich da bitteschön sortieren? Wie ruhig bleiben? Kraft sammeln?

Es kann gelingen. Mit Selbstfürsorge und dem Fokus auf einen selbst. „Less Stress in your 30s“ kann dabei unterstützend wirken. Sue hat das Buch so geschrieben, dass man es eben mal so wegsnacken kann. Man muss es nicht chronologisch lesen. Wichtige Gedanken sind farblich hinterlegt, und jedes Kapitel hat am Ende wirkungsvolle Impulse und Fragen, denen man Raum geben kann und auch sollte.

Die Autorin unterteilt ihr Buch in Themenblöcke:
Mit dem (Zeit-)Druck und all den Erwartungen umgehen.
Wie soll das alles unter einen Hut passen?
Wann wurde es schwierig, die besten Freund:innen zu sehen?
Zeit für dich, wenn du denkst, du hast gar keine?

Offenherzig arbeitet Sue eigene Erfahrungen und Reflexionen mit ein wie die von anderen Frauen. Was das Buch so universell für mich macht, sind Themen, die altersübergreifend sind. So geht es um die eigenen Bedürfnisse, Energie, People Pleasing und die Frage: Was will ich eigentlich wirklich? Was tut mir gut? Was raubt Energie?

So ist „Less Stress in your 30s“ ein nachhaltiger Leitfaden für alle, die der Rushhour des Lebens etwas entgegensetzen wollen. Und löst sein Versprechen ein: Wenn du dir mehr Leichtigkeit und Energie wünschst, lies dieses Buch.

Less Stress In Your 30s

von Sue Fengler

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Velvet Winter
Simone Finkenwirth

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„Hast du schon in dieses wunderschöne Kochbuch geschaut?“ fragt mich meine liebe Kollegin Sarah O'Connor. Nein, noch nicht. Ich habe es blind eingekauft, weil der Brandstätter Verlag und Theresa Baumgärtner immer Garanten für einzigartige und besondere Kochbücher sind. Nun aber. Endlich! Und ich bin wieder absolut hingerissen.

Dieses Mal nimmt uns die bekannte Kochbuch-Autorin mit in die verzauberte englische Landschaft. Nach Oxford, Cotswolds – der Inbegriff der englischen Countryside. Mit jeder Seite staune ich mehr – über die stimmungsvollen Bilder, feinen Texte und einfachen Rezepte. Ich habe das Gros tatsächlich in der heimischen Küche vorrätig: Hefe, Dinkelmehl, Weinsteinbackpulver, Schokolade, Butter und Eier. Mehr braucht es nicht, um die Köstlichkeiten herzustellen. Besonders angetan hat es mir der Orange Cake. So einfach, und derart himmlisch lecker!

Das Kochbuch ist das ideale Geschenk für alle Naschkatzen. Enthält es allerhand liebliche Rezepte, zu Shortbread beispielsweise und das in vielerlei Hinsicht - sowie über andere verführerische Backwaren. Die Breakfast Buns haben es mir sehr angetan. Absolut hinreißend und besonders sind die Cookies „Painswick“, zu denen es im Buch Vorlagen gibt. Apropos Basteln. Natürlich widmet sich die Autorin wieder einem Thema. Dieses Mal steht Samt im Vordergrund. Im hinteren Teil hält sie Anleitungen parat - für Schleifen, festliche Rosetten, goldene Tannenbäume, eine Orangen-Girlande, Christbaumkugeln und andere raffinierte wie zauberhafte weihnachtliche Deko-Elemente.

„Velvet Winter“ ist ein wunderschönes und atmosphärisches Kochbuch zum Abtauchen, Wärmen, Träumen und Inspirieren lassen! Selbst Nicht-Naschkatzen kommen auf ihre Kosten: So finden sich hier raffinierte und aromatisch-feine würzige Leckerlies wie der festliche Maronenbraten, Bohnen-Stew mit Wintergemüse. Salmon Wellington und Skrei (Winterkabeljau) mit geröstetem Fenchel.

Velvet Winter

von Theresa Baumgärtner

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Winterfest
Simone Finkenwirth

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Der Winter ist bei vielen wie die Schwiegermutter: Sehr unbeliebt. Er ist kalt, dunkel, und nicht selten schauen wir in mürrische Gesichter. Doch Rettung naht: Mit diesem wunderschönen wie gehaltvollen Kochbuch.

Rachel de Thample begeistert mich gleich mit einem Versprechen: „Dieses Buch ist eine freundliche Einladung an Sie, sich auf die essenzielle Verlangsamung des Winters einzulassen." Ich und langsam? Nun ja. Aber für gutes Essen halte ich Wirbelwind und nimmersatte Raupe gerne an.

Wie ganzheitlich das Kochbuch konzipiert ist, erfahre ich bereits auf den ersten Seiten. Die Autorin präsentiert Rezepte, Kräuter und Gewürze, die bei nahezu jedem Zipperlein helfen. Da mein Fokus und meine Konzentration in den nächsten Wochen besonders gefordert werden, esse ich nun also vermehrt Brokkoli, Chiasamen, Süßkartoffeln und würze alles mit Muskatnuss, knabbere viele Walnusskerne und genieße Sellerie Tacos mit Kimchi und geräucherte Makrele. Ebenso Weizengras, Kurkuma, Kefir und dunkelgrünes Blattgemüse für eine schöne Haut.

Bevor ich mich das Weihnachtsgeschäft vollends beansprucht, genieße ich mein Tahini-Birnen-Porridge. Für Zwischendurch mixe ich mir einen grünen Smoothie. Mittags genieße ich meine Blumenkohl-Lasagne. Und am Abend empfängt mich mein Mann mit einem Karotten-Miso-Mac. Gut, über Letzteres ist noch zu reden, sagt Herr Klappentexter. (150)

„Wir Menschen machen zwar keinen Winterschlaf, unser Körper sehnt sich jedoch nach mehr Ruhe, wenn die Tage kürzer werden." Auch dafür hält die Autorin raffinierte wie wohltuende Gerichte parat. Dieses Buch ist eine Wohltat auf allen Ebenen und es versöhnt uns mit dem Winter. Wie wichtig und essenziell gute Ernährung sein kann, zeigt uns dieses feine Kochbuch, das obendrein noch mit wunderschönen Bildern Appetit macht.

Winterfest

von Rachel de Thample

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Mein Jahr voller Selfcare
Simone Finkenwirth

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Mindfullness und Selfcare sind schwer in Mode und für viele Menschen aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sei es auch nur der Wunsch, endlich richtig zu atmen oder Dies und Jenes zu zelebrieren.

Klar, ist oft nicht einfach. Haben wir doch selten Zeit, hetzen von einem Termin zum nächsten. Immer die Selbst To-Do-Liste im Nacken. Aber haltet für einen Moment inne! Für mich und dieses wunderschöne Buch!

Gleich zu Beginn eine wohltuende Einleitung: „Umarme die Jahreszeiten, lass dich von Ritualen stärken und schaffe das ganze Jahr über positive spirituelle Gewohnheiten."

Für jeden Monat gibt es Übungen und Impulse, um eine Verbindung zum inneren Ich aufzunehmen oder einfach durchzuatmen und alle Listen dieser Welt mal zum Schweigen zu bringen. Da helfen schon leichte Yoga-Übungen wie die Berghaltung, der Baum, der Krieger und die Göttinnenpose.

Oder ganz simpel Dankbarkeit und Sätze wie „Ich sehe die Wunder in meinem Leben. Ich bin beschenkt."

Dankbarkeit ist so ein wertvolles und kraftvolles Tool, dem wir viel zu wenig Beachtung schenken. Im Buddhismus gibt es zwei wichtige Worte: Danke und Ja.

Keine großen Dinge, nehmt nur das Geschenk an, morgens aufzuwachen. Oder das Lächeln eines fremden Menschen. Und sagt öfter zu euch selbst, wie zu anderen statt „nein" lieber „ja". Hilft Wunder!

Wenn wir hier von kleinen Dingen sprechen, dann auch von der Kraft des Atmens. Wie du atmest entscheidet tatsächlich oft darüber, ob du dich gut oder schlecht fühlst. Und: „Es lebe die Kraft der Imagination!" Es ist bewiesen, dass die Fantasie wie die Wirklichkeit wirken kann.

„Mein Jahr voller Selfcare" ist ein wohltuendes, inspirierendes und erdendes Buch für alle, die gerne mal im Alltag abtauchen und hineintauchen wollen in die Tiefen der Seele, um bei sich anzukommen oder einfach nur Kraft zu schöpfen. Und wer sich um sein eigenes Wohlbefinden kümmert, tut dies automatisch auch bei anderen Menschen.

Mein Jahr voller Selfcare

von Leaping Hare Press

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Truboy
Simone Finkenwirth

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Wenn sich jemand mit Truman Capotes Leben und Werk auskennt, dann die studierte Verhaltensbiologin und Journalistin Anuschka Roshani, schließlich hat sie beim Kein & Aber Verlag sein Gesamtwerk herausgegeben. Wir kennen uns nicht persönlich, und doch habe ich bereits nach den ersten Seiten das Gefühl, eine Schwester im Geiste gefunden zu haben.

Legendär die große Suche nach dem verschollenen Manuskript „Erhörte Gebete“. Und sie führt die Autorin nach Amerika. Dort spricht sie mit Vertrauten und Weggefährt:innen, nur noch eine Handvoll sind am Leben. So wird diese Reise für alle Beteiligten unvergesslich – für Roshani selbst, aber auch für uns Leser. Nie war mir Truman Capote derart nah wie in Roshanis mitreißend erzählten und brillant recherchierten Buch. Sie trifft sich mit Kate Harrington, der Tochter von Capotes Lebensgefährten, die über ihn sagt.

„Er war der reizendste, lustigste Mann, den ich jemals getroffen habe! Wenn er seinen Charme anknipste, lagen ihm alle zwischen acht und achtzig Jahren zu Füßen.“


Wer jemals den kongenialen Film „Capote“ mit dem ebenfalls genialen Philip Seymour Hoffman gesehen hat, weiß, wovon ich spreche.

Wir begegnen weiteren Truman-Kennern: einem bekannten Lektor, seinem letzten Interviewer, seinem besten Freund, seinem Tanzpartner. Die Gespräche entzücken mich genauso wie der witzige und kluge Schreibstil der Autorin. Truman Capote hätte diese Schreibe mit Sicherheit gefallen.

„Truboy“ ist ein biographisches Roadmovie, die Annäherung an einen großen Namen und eine Liebeserklärung an einen unsterblichen Autor. Obendrein offenbart die Lektüre einen Reigen an wunderschönen Zitaten, Anekdoten, tiefen wie menschlichen Einblicken, die mich in ein Wechselbad aus Herzklopfen, Leichtigkeit, Rührung und Melancholie tauchen.

Auch Capotes Suchtaffinität, seine Depressionen und das Trauma eines verlassenen Kindes finden hier Raum. So hat ihn seine Mutter sehr früh bekommen und zu seiner Großmutter gegeben. Dort lernte er auch Sook kennen. Die Frau kümmerte sich liebevoll um den verloren Jungen, der als „altes Kind auf die Welt“ kam. Der kleine frühreife Junge mit der hohen Stimme. Bis zu seinem Tod hat er Sooks handgenähtes Lebkuchenmännchen aus Filz und eine gehäkelte Patchwork-Babydecke aufbewahrt. Keine Reise hat er ohne diese Decke unternommen. Wird Ihnen warm ums Herz?

Meins ist nach diesem Buch noch mehr von diesem faszinierenden Autor eingenommen.

Truboy

von Anuschka Roshani

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Feel to Heal
Simone Finkenwirth

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Es ist ein großes Versprechen, das Chris Gust uns Lesern unterbreitet. Relativ schnell zeigt sich jedoch: Die Frau kennt sich aus mit den Irrungen und Wirrungen der menschlichen Gefühlswelt. Sie selbst hat lange unter Angst- und Panikattacken gelitten, und ist heute als Coach tätig. Auf ihrem Reichweiten starken Instagram-Account „let.s.talk.mental“ teilt sie regelmäßig Gedanken zu Gefühlen, Hochsensibilität, und setzt Impulse. Zudem ist Gust als Vorsitzende des ehrenamtlichen Telefondienst „Mutruf – einander Halt geben e.V.“ aktiv.

Was zeichnet nun dieses Buch aus? Einerseits nimmt uns die Autorin auch dorthin, wo es lange Zeit für sie schmerzlich und dunkel war. Offenherzig, mitreißend und mit einer wohltuenden Dosis Menschlichkeit schreibt sie über ihre Angstphasen. Andererseits gibt sie uns Werkzeuge an die Hand, mit denen wir arbeiten und versuchen können, den Knäuel an festgefahrenen blockierenden Verhaltensweisen und negativen Emotionen zu betrachten. Und perspektivisch einen besseren Umgang mit ihnen zu konditionieren.

Das wiederum setzt zuallererst eine ehrliche Bestandsaufnahme voraus. Chris Gust stellt Fragen, die ans Eingemachte gehen, und für die man sich Zeit nehmen und ein Notizbuch an die Seite legen sollte – wie übrigens für die komplette Lektüre. So dienen reflektierende Fragen zu Tages- und Wochenrückschauen, um am Ball zu bleiben.

Wenn Sie einfach nur ein Buch zum Lesen suchen, liegen Sie hier nur halb richtig. Denn wir alle wissen ja, eine wirkliche Veränderung kann nur durch kontinuierliche Verbesserungsprozesse einsetzen. Insofern verärgert mich der Bestseller, der mit seinen Essays ein neues Leben verspricht.

„Feel to Heal“ schaut dorthin, wo es weh tut, nimmt uns aber gleichsam liebevoll an die Hand und zeigt: Wandlung ist möglich. Nicht im Großen, sondern Schritt für Schritt. Statt die Lippen zusammenzukneifen, einfach mal lächeln oder sich aufrecht hinstellen, und sich fragen: Welche Werte sind mir wichtig? Lebe ich nach ihnen? Haben Sie sich schon mal zugehört? Sprechen Sie gut zu sich? Oder ist ihr Monk die ganze Zeit am Motzen?

Ja, dann sollten Sie tatsächlich in dieses Buch schauen. Zu finden ist es auf unserer Eingangspyramide. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gern an mich.

Feel to Heal

von Chris Gust

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Feel-Good Productivity
Simone Finkenwirth

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Ich bewundere meinen Mann. Kontinuierlich absolviert er seine Sportübungen. An guten wie an schlechten Tagen. Ich hingegen lasse sie öfter ausfallen. Entweder habe ich keine Lust. (Außerdem war ich doch gestern erst Joggen!) Oder mein Handy blinkt, Insta ruft. Ist doch eh viel cooler als schnöde Dehnungsübungen auf der Yogamatte.

Wieso mein Mann durchhält? „Ich will meinem Körper etwas Gutes tun.“ Ha, da ist es! Das klassische Warum, von dem alle Coachs dieser Welt sprechen. Ali Abdaal serviert mir diesen Baustein ebenfalls aus der Durchhalte-DNA. Und dieses Mal schnappe ich zu.

In der Fülle von Ratgebern gibt es allerhand Werke, die schnell verpuffen. Sie sind nicht nachhaltig genug. „Feel Good Productivity“ ragt nicht nur farblich hervor, es kann tatsächlich was, viel sogar. Dass der Autor studierter Arzt und Psychologe ist, kommt dem Werk obendrein positiv zugute. So enthält es die Essenz seiner Online Beiträge, die Ali Abdaal hier wie bei YouTube teilt.

Ali Abdaal geht allen Zeit- wie Energie raubenden Themen auf den Grund und liefert uns leicht umsetzbare Tools, mit denen wir genügsam gegen steuern können, ohne ins Schwitzen zu geraten, sondern erleichtert lächeln.

Einer meiner Lieblinge ist dieser: Einfach Loslegen. Ich habe keine Lust, die Bücher wegzuräumen? 5 Minuten Platz schaffen, geht immer. Zudem erklärt er, wie wichtig richtige Pausen sind, egal, wie stürmisch es gerade ist. „Im Leben geht es nicht darum, rund um die Uhr konzentriert zu bleiben. Es geht darum Raum für kleine Momente des Glücks und der Freude zu schaffen.“ Diese Einsicht hat er übrigens von dem großartigen Thich Nhat Hanh aufgelesen und verinnerlicht.

Das Buch richtet sich an alle, die sich zu oft ausgelaugt fühlen, es allen immer Recht machen wollen, und Dinge im Leben verändern wollen, aber im Alltagsstress zurückfallen. Für Berufseinsteiger:innen, Student:innen und Führungskräfte. Eigentlich für alle! Ich finde ja, dieses Buch sollte in jedem Unternehmen vorrätig sein!

Feel-Good Productivity

von Ali Abdaal

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Fremde am Pier
Frank Menden

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„Wir wollen, dass der Fremde einer von uns ist, jemand, den wir verstehen können.“

Als Tash Aw inmitten seiner KommilitonInnen an seiner Universität in England beim Lunch sitzt, wird ihm klar, dass er anders als die meisten von ihnen nicht einfach so seinen Stammbaum aufzeichnen könnte.
Denn seine Familiengeschichte ist eine weitverzweigte Geschichte von Immigration und Kämpfen, über das, was man auf einer weiten Reise im ein anderes Land zu lernen vermag - und was man dabei verlieren kann, evtl. für immer ….

Die ungemein berührende, literarische Spurensuche „Fremde am Pier“ von Tash Aw hat nur knapp 120 großzügig gesetzte Seiten. Und wie Chimamanda Ngozi Adiche hat so recht wenn sie sagt : „So weise. So gut gemacht. Nur leider viel zu kurz.“

Pociao und Roberto de Hollando haben diesen Text übersetzt.
Ich kann dieses Porträt einer Familie , welches auch zugleich ein ungemein schärfender Blick auf Asien ist, nur wärmstens empfehlen.
Oder Deborah Levy sprechen lassen, die auf dem Umschlag folgendermaßen zitiert wird: „Wenn wir Glück haben, finden wir Texte, die uns mit ihrer Lebendigkeit, ihrer Schönheit und ihrer Bedeutung in den Bann ziehen. Fremde am Pier ist so ein Text.“

Leseempfehlung!

Fremde am Pier

von Tash Aw

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Solito
Frank Menden

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El Salvador. This is where Javier Zamora grows up with his grandparents. He has hardly any memories of his parents, who fled the civil war: his father left when he was barely one year old, his mother fled, when he had just turned five.
Javier is nine years old when his parents, who are still making an illegal living, want to bring him to the USA with the help of smugglers - an adventure for the boy, who is looking forward to two exciting weeks ( that's how long the journey is supposed to last ), to reunite with his parents in the land of big dreams and Big Macs.

What Javier experiences on this ultimately seven-week odyssey he tells in his recently published memoirs "Solito", translated by Ulrike Wasel and Klaus Timmermann.
It is a very truthful and touching book that Zamora wrote with therapeutic support, so painful and formative was his escape in 1999.

An escape in trucks and boats, on foot through a desert, as the only child among strange adults, always living in fear of discovery, in a world of its own laws, of manifold dangers, but also of surprising help and friendliness in the midst of loneliness.

This book is an important book, at any time, but especially now, because it lets you look at the fates of migration in a different and new way.
It is precisely the distinctly literary language of the poet Javier Zamora that allows you to experience the boy's escape with all your senses, in a clever mixture of adult insight and childlike naivety.

A book that should be compulsory reading in these increasingly lacking empathy times.

Solito

von Javier Zamora

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Solito
Frank Menden

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El Salvador. Hier wächst Javier Zamora bei seinen Großeltern auf. An seine vor dem Bürgerkrieg geflohenen Eltern hat er kaum Erinnerungen: der Vater ging, als er knapp ein Jahr alt war, die Mutter floh, da war er gerade fünf geworden.
Javier ist neun Jahre alt, als seine sich immer noch illegal durchschlagenden Eltern ihn mit Hilfe von Schleusern zu sich in die USA holen wollen - ein Abenteuer für den Jungen, der sich auf zwei spannende Wochen freut ( so lange soll die Reise dauern ), auf das Wiedersehen mit seinen Eltern in dem Land der großen Träume und der Big Macs.

Was Javier auf dieser letztendlich siebenwöchigen Odyssee erlebt erzählt er in seinen gerade erschienen Erinnerungen „Solito“ , übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.
Es ist ein sehr wahrhaftiges und berührendes Buch, das Zamora mit therapeutischer Unterstützung geschrieben hat, so schmerzvoll und prägend war seine Flucht 1999.
Eine Flucht in Lastwagen und Booten, zu Fuß durch eine Wüste, als einziges Kind unter fremden Erwachsenen, immer in der Angst vor Entdeckung lebend, in einer Welt der eigenen Gesetze , der mannigfaltigen Gefahren, aber auch der überraschenden Hilfe und Freundlichkeit inmitten der Einsamkeit.

Dieses Buch ist ein wichtiges Buch , zu jeder Zeit , aber gerade jetzt , denn es lässt einen noch einmal anders und neu auf Migrationsschicksale blicken.
Gerade die ausgesprochen literarische Sprache des Lyrikers Javier Zamora lässt einen die Flucht des Jungen geradezu mit allen Sinnen erleben, in einer klugen Mischung aus erwachsener Erkenntniss und kindlicher Naivität.

Ein Buch , dass Pflichtlektüre in diesen zunehmend Empathie vermissenden Zeiten sein sollte.

Solito

von Javier Zamora

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Das Mädchen mit dem Heiermann
Frank Menden

Frank Menden

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Oma Klasina ist in den 1950ern Damenringkämpferin in der „Großen Freiheit“, Mutter Barbara arbeitet nach der Flucht aus dem Heim in den 1970ern als Bardame im „Hotel Luxor“ - und die Autorin selbst wird eine renommierte Soziologin.

Tanja Bogusz heißt sie und die Geschichte(n), die sie in „Das Mädchen mit dem Heiermann“ erzählt, ist nuanciert , unterhaltsam und fernab jeglicher Kiez-Klischees.

Hamburg ist eine dünkelhafte Stadt. Auf St Pauli zu leben, noch dazu mit im Milieu arbeitender Mutter und Oma - das weiß Tanja viele Jahre vor SchulkameradInnen und auch später im Berufsleben zu verheimlichen.
Zu sehr fürchtet sie die Blicke, das abgestempelt sein, das Stigma nicht anerkannt zu werden, auf die Herkunft reduziert zu sein.

Ein Buch über Klassismus, über Solidarität und Gemeinschaft, aber auch über Alkohol und Gewalt, über drei selbstbestimmte Frauen, über die Nähe von Glück und Scheitern und über familiäre Bande, die nie reißen, wie weit man auch auseinander driftet.
Die Reeperbahn, der Kiez, erfährt hier eine liebevolle Darstellung, ehrlich und anrührend, offen und überaus fesselnd.

Eine Lektüre, die nicht nur allen HamburgerInnen ans Herz zu legen ist , sondern allen, die ungewöhnliche Lebensgeschichten mögen, klug, unmittelbar und überraschend.
Und die bereit sind, über den Tellerrand hinaus zu sehen .

Das Mädchen mit dem Heiermann

von Tanja Bogusz

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Hitzefrei
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Wer will schon bei der Hitze kochen? Sie? Ich jedenfalls nicht. Aber nur von Erdbeeren, Kirschen und Wassermelone, wird keiner satt. Wie gut, dass es dieses neue Kochbuch gibt! „Hitzefrei“ hält das, was es verspricht: Leichte, schnell umsetzbare Küche für besonders heiße Tage.

Apropos Wassermelone: Die kann man super mit Pistazien, Gurken und Feta-Käse verbinden. Noch ein bisschen Minze dazu und fertig ist dieser köstliche Salat.

Ebenfalls raffiniert und einfach: Der Rettich-Radieschen Salat mit Mandeldressing. Mein neuer Favorit ist der saftige Fenchel-Trauben-Salat, für den man den Fenchel nicht kocht, sondern in ein Eiswürfelbad 20 Minuten ziehen lässt. Das Buch enthält aber auch Gerichte für Regentage, wenn Sie sich an den wärmenden Herd stellen wollen. Zahlreiche einfache Pasta Rezepte wie die Bloody-Mary-Pasta mit Wasabi oder asiatische wie orientalische Gerichte.

Und wie es sich für jedes gutes Kochbuch gehört, findet sich hierin eine schöne Auswahl an Desserts. Mein Favorit: Limetten-Mascarpone-Kuchen mit Erdbeeren.

Kühlende Getränketipps runden das Leseerlebnis feierlich ab. Die Fotografin Yelda Yilmaz hat zu Agnes Prus' Gerichten wundervolle Bilder kreiert. So gute, dass man schon beim Durchblättern hungrig wird.

Hitzefrei

von Agnes Prus

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Wo ist mein Platz im Leben?
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Wir kennen sie alle. Die einen sind mal leiser, die anderen lauter. Je nachdem, wer gerade am Mikro sitzt, diese oder dieser trägt dazu bei, wie wir uns fühlen. Entweder stark wie eine Löwin oder verletztlich wie ein Igel. Die Rede ist von den unterschiedlichen Stimmen in unseren Köpfen. Maxima, die immer hoch hinaus will oder der innere Schweinehund, der sich nicht von der Couch in die Laufkleidung bewegen will.

Wie nun mit all den Bewohnern umgeben? Und wie den Platz finden in dieser unruhigen und auf Optimierung gepolten Welt finden?

Zunächst einmal tief durchatmen. Sich etwas zu trinken holen und dann entspannt diesen herausragenden Ratgeber öffnen. Antonia Speerforck ist studierte Juristin, hat aber nochmal umgesattelt auf Psychologie. Sie arbeitet heute als eine der ersten approbierten Systematischen Psychologischen Psychotherapeutinnen in eigener Praxis.

Und dieses systematische Arbeiten zeigt sich in ihrem Buch, das klar unterteilt ist und sich mit menschlicher wie realistischer Betrachtung so vielen Themen unseres Menschseins widmet. „Wo ist mein Platz im Leben?“ verdeutlicht auf wohltuende Art, dass alles Anstrengende, Verrückte, Haltlose in uns vollkommen normal ist. In kleinen Schritten und mit nachvollziehbaren Gedanken ermöglicht sie einen entspannten Weg nach vorn.

Ich habe schon viele Ratgeber zum Thema Persönlichkeitsentwicklung gelesen, doch dieser hier zählt eindeutig zur Kategorie „Wertvoll und nachhaltig“. Daher freue ich mich, dass wir die Psychologin bei uns am 16. Mai um 19.30 Uhr zu Gast haben werden. Reservierungen nehmen wir unter anmeldungen@stories-hamburg.de entgegen.

Wo ist mein Platz im Leben?

von Antonia Speerforck

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Snack Boards
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Keine Lust zu kochen? Auch solche Tage gibt’s. Dass man mit kalten Gerichten durchaus Gaumenfreuden erzeugen kann, beweist uns dieses Kochbuch von Natalie Thomson.

Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei, ob vegetarisch oder mit Fisch und Fleisch. Als Beilage dienen verschiedenen Gemüsesorten und tolle, feine Dips. Mein Favorit ist die Platte mit Regenbogengemüse und Hummus. Auch eine einfach Anleitung für Hummus findet sich zum Rezept. Oder wie wäre es mit einem Bagel-Board? Und dem passenden Zwiebel-Dill-Frischkäse. Wie gut Ente und Wassermelone harmonieren, zeigt uns die Autorin auf Seite 92.

Ganz warm ums Herz wird mir beim Valentinstag-Board, der aus einem Schokoladendip und jeder Menge Früchte entsteht. Nachzumachen ab Juli, wenn die heimischen Früchte wie Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren auch hierzulande reifen.

Das Buch eignet sich nicht nur für Bad Cooking Days, sondern auch als Inspirationsquelle für anstehende Zusammenkünfte oder Partys.

Snack Boards

von Natalie Thomson

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Salt and Silver am Meer
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Die Nordseefans kennen sicherlich „salt & silver am Meer“. Die beiden Hamburger Thomas Kosikowski (Cozy) und Johannes Riffelmacher (Jo) haben vor zwei Jahren am Böhler Strand in Sankt Peter-Ording ihr Lokal eröffnet. Wer die Adresse bislang noch nicht kannte, dem sei sie an dieser Stelle empfohlen. Als Vorspeise kredenze ich Ihnen das soeben erschienene Kochbuch, das den Titel des Lokals auf dem Pfahlbau trägt.

Dieses wunderbare Kochbuch nimmt uns auf den ersten Seiten mit in verschiedene Länder mitnimmt, die Cozy und Jo zusammen bereist haben. Im Kapitel „Away“ zeigen sie ihre kulinarischen Fundstücke aus Marokko, Kalifornien, dem Libanon, Israel, Toskana, Portugal, Japan, Korea und Lateinamerika. Jeder Abschnitt ist mit persönlichen Geschichten versehen, sodass man nach der Lektüre das Gefühl hat, eine kleine Weltreise unternommen zu haben.

Das Kochbuch ist in Jahreszeiten eingeteilt, offenbart raffinierte wie einfache und erstaunliche Rezepte. Ich denke hier an die panierten Spargelstangen, die man in Bärlauchpesto tunkt oder die die überbackene Auster oder die kleinen Kartoffeln am Spieß, die mit einem Pistazienpesto geflirtet haben und eine herrliche Liebschaft ergeben.

Meist braucht man nicht viele Zutaten. Ein bisschen Abenteuerlust schon, aber der Rest ergibt sich von selbst. Am Ende teilen Jo und Cozy mit uns Grundrezepte von Dingen, die man stets zu Hause haben sollte. Überhaupt ist es ein schon ein Genuss, in diesem haptisch feinen Buch zu blättern.

Duftendes Papier, großartige Fotos vom Essen, der Nordsee und vom Lokal auf Stelzen. Dass Kochbücher mehr als eine bloße Ansammlung von Rezepten sein können, beweist der Wiener Verlag erneut mit ausgewiesenem Feinsinn.

 „salt & silver am Meer“ ist viel mehr als ein Kochbuch. Es dokumentiert mit großer Leidenschaft die Reise zweier Menschen durch verschiedene Geschmacksrichtungen und Länder.

Salt and Silver am Meer

von Thomas Kosikowski, Johannes Riffelmacher

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Liebe Enkel oder Die Kunst der Zuversicht
Simone Finkenwirth

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Sollte Ihnen gerade die Zuversicht abhanden gekommen sein oder Sie jemanden kennen, dem es nicht gut geht - all denen lege ich dieses schmale wie gehaltvolle Buch ans Herz. Schon nach den ersten Sätzen steigt in mir eine Wärme auf und ich fühle mich von den lebensklugen Betrachtungen umarmt, als würde ich nach Hause kommen.

Wie sollte man Zuversicht haben angesichts der aktuellen Weltlage, den politischen Entwicklungen in unserem Land und der vielen Wutausbrüche? Genau dann sei es wichtig, dass man sich in Zuversicht übe. „Nicht nur Krise, sondern auch Chaos kann eine Chance sein.“

Es bedarf ein tägliches Üben. Zuversicht stolziert nicht einfach mal eben so in unser Leben hinein und setzt sich mit uns lächelnd an den Frühstückstisch. Zuversicht gilt es zu suchen, sie zu finden, und dann liebevoll zu pflegen. Nicht unbedingt in großen Dingen, die kleinen reichen auch aus, um einen optimistischen Blick zu entwickeln. Dankbar sein, das Umfeld achtsam wahrnehmen, offen sein für Veränderung, nichts ist beständig außer der Mond und die Sterne. Sich nicht von der Angst kleinmachen lassen, sie durchaus kritisch hinterfragen, der sogenannten Befürchtungsüberprüfung unterziehen oder einfacher ausgedrückt: „Erst mal gucken, ob der Mond scheint, die Sterne leuchten, bevor ich mich fürchte vor der Dunkelheit."

Zudem finde die Autorin, „das unsere Würde als Menschen uns dazu verpflichtet, Kraft zu suchen in der Zuversicht.“ Wie Kraft und Hoffnung zur Zuversicht kommen, auch darüber schreibt Gabriele von Arnim an ihre Enkel. Denn das Buch ist ein langer Brief – so ist „Liebe Enkel oder Die Kunst der Zuversicht“ der dritte Band „Briefe an die kommende Generation“, der beim unabhängigen Kjona Verlag soeben erschienen ist.

Wenngleich das Buch nicht im Jugendbuch zu finden ist, liegt es auf unserem Eingangstisch, denn ich empfehle das Buch als wertvolle Beigabe zur Kommunion oder Jugendweihe. Denn von Arnim schreibt leicht verständlich, sie bezieht dabei Literatur (den guten Camus und Hilde Domin) wie Geschichten aus der Zeitung und Lebensbeispiele mit ein.

Lassen Sie mich den Text mit einem weiteren Zitat enden, der einem warmen ersten frühlingshaften Sonnenstrahl gleichkommt: „Zuversicht heißt nicht, die Welt bewahren zu wollen, wie sie ist, sondern die Kraft zu haben, mit den Veränderungen umzugehen, mit Unbestand und Neubeginn.“

Liebe Enkel oder Die Kunst der Zuversicht

von Gabriele von Arnim

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Muppets in Moskau
Frank Menden

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Am 26.12. 1991 endete das Sowjetregime wie man es bis dato kannte.
Die westliche Welt ergriff eine Art Goldgräberstimmung, Milliarden wurden investiert, damit sich Russland in eine Demokratie nach westlichem Vorbild wandeln sollte.
Der damalige Senator Joe Biden hielt es für eine gute Idee, die „Sesamstrasse“ nach Russland zu bringen, um so den Kindern Demokratie UND freie Marktwirtschaft nahezubringen.
Mit dieser Aufgabe war Natasha Lance Rogoff beauftragt.
Ihr Buch „Muppets in Moskau“ , übersetzt von Frank Sievers zeigt einmal mehr, dass das wahre Leben die besten Geschichten schreibt.
Würde man sonst glauben, dass ein Investor fast bei einem Bombenattentat ums Leben kommt und drei weitere Produzenten ermordet werden?
Oder sich beide Seiten auf kaum etwas einigen können, die Produktion nur dank dubioser Investoren irgendwie vorankommt und man sich in all dem Chaos fragt, wie überhaupt irgendetwas in diesem sich völlig neu auszurichten versuchenden Land funktionieren kann?

„Die völlig verrückte Geschichte, wie die Sesamstrasse nach Russland kam“ ist genau dies.
Unglaublich unterhaltsam - im wahrsten Sinne des Wortes- blicken wir hinter die Kulissen von Politik, Fernsehen ( und ein wenig auch des organisierten Verbrechens ), erfahren viel über Kulturkämpfe und erlernte Vorurteile und sind am Ende des Buches wehmütig, weil die Zeiten des zusammenwachsen von West und Ost scheinbar verloren gegangen sind.
Ein wahrlich erhellendes Buch, ein echter Pageturner der uns zeigt, was alles möglich war und warum es sich lohnt , hartnäckig zu bleiben und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Große Leseempfehlung !

Muppets in Moskau

von Natasha Lance Rogoff

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Große Dämonenkönige
Frank Menden

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Ich gestehe: bis zu der Lektüre dieses Memoir wusste ich nichts über John Giorno.
Dabei war er doch der Hauptdarsteller von Andy Warhols „Sleep“ ( und dessen Liebhaber) und später der Erfinder von „Dial -a - Poem“, der ersten Poesie-Hotline der Welt.

Mit „Große Dämonenkönige“ liefert John Giorno in der Übersetzung von Urs Engeler „Ein Leben voller Poesie, Sex, Kunst, Tod und Erleuchtung“ - so der Untertitel - ab.
Und das ist keinesfalls ein leeres Versprechen!
Denn es geht mitunter äußerst explizit zu in Sachen Sex und Drogenmissbrauch - und auch die Säulenheiligen der amerikanischen Kunst- und Literaturwelt und des schwulen New York der 1960er bis 1980er bekommen ihr Fett weg.

Das liest sich erfrischend unverblümt, wird aber auf der gesamten Länge ( 346 Seiten ) auch etwas anstrengend, so dass es sich empfiehlt, dieses Buch häppchenweise zu lesen.

Dann ist es ein großes Vergnügen über Warhol und Rauschenberg , Kerouac und Ginsberg, Burroughs und Bowles ( Paul & Jane ) und auch Jasper Johns und Laurie Anderson und und und zu lesen.
Es ist die perfekte Ergänzung ( und auch Kreuzung ) aus Andy Warhols Tagebüchern und Patti Smiths „Just Kids“ und für alle ( queeren ) New York und Kunstfans ein absolutes Muss!

Für mich war die Lektüre so lehrreich und erheiternd wie ermattend - und hat mir diebischen Spaß gemacht.
Wie hat es Deutschlandfunk Kultur doch so treffend beschrieben: „ein Wunderhorn voller Anekdoten und Begierde“.

Große Dämonenkönige

von John Giorno

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Genussvoll. Geschmackvoll. Vegan.
Simone Finkenwirth

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Wir lesen hier alle unterschiedlich. Doch manchmal jubeln wir gemeinsam über eine literarische Entdeckung. Ein anderes Mal lachen wir über ein hinreißendes Bilderbuch oder wir seufzen wohlig beim Durchblättern eines Kochbuchs wie bei diesem. Carlo Cao hat uns mitten im Bauch getroffen. Sein neues Kochbuch Genussvoll. Geschmackvoll. Vegan. Ist eine Hommage an die Freude des einfachen Kochens. Und eine Einladung, die vegane Küche zu entdecken. Gleichwohl verdeutlicht er, es braucht nicht viel Zeit und benötigt nur wenig Aufwand.

Der Koch schreibt selbst in seinem Buch: „Kochen hat etwas Mediatives. Koche mit Gefühl, wähle die besten Zutaten, nimm dir Zeit und genieße den Prozess. Kochen ist ein Akt der Liebe.“ Und diese Liebe strömt aus den liebevoll und graphisch schön gestalteten Seiten hervor. Allein das wäre schon ein Freudenfest. Doch der Koch bezirzt uns mit einfachen Rezepten für den Alltag oder für besondere Anlässe. Auch schön ist die kleine Warenkunde am Anfang, in dem der Autor sich insbesondere für die gesunden Hülsenfrüchte stark macht. Er zeigt auch, wie man sich ihnen langsam nähern kann.

Gleich zu Beginn tischen wir zum Start in den Tag das Tahini-Porridge mit Nektarinen und Pfefferminze auf. Vor allem das Tahini und die Nektarinen haben eine feinsinnige Beziehung miteinander. Weiterhin gibt der Koch einfache Tipps für Overnights, die wir alle kennen. Was sie aber von der Masse abheben, sind ihre ungewöhnlichen Akzente, die wir durch Muskatnuss, Kokosnuss und Erdnussbutter erreichen. Wie wäre es statt eines Rühreis mal mit Seidentofu? Kurkuma, Tomatenmark sorgen für den würzigen Pfiff. Wenn's mal schnell gehen soll, empfehlen wir den Tahini-Vanille-Hafer-Shake.

Für das Gros bedarf es nicht vieler Zutaten, das erstaunt uns. So einfach, so gut. Carlo Cao holt aus allen das Beste heraus wie beispielsweise der gebackene Fenchel mit Café-de-Paris-Sauce. Raffiniert sind auch die mit Pilzen und Walnüssen gefüllten Auberginen. Oder der Grapefruit-Salat mit Haselnuss-Balsamico-Dressing.

Für alle Schleckermäulchen kredenzen wir die Erdnussriegel mit dunkler Schokolade und Salzflocken. Für die man den Backofen gar nicht anschalten muss, denn die süßen Freunde reifen im Kühlschrank. Oder die Weißweinbirnen mit Frischkäse-Joghurt-Creme und Pekannuss-Crunch.

Das Buch erfreut bereits beim Durchblättern und ermutigt alle, die mit veganen Küche bisher nicht ganz so vertraut sind. Und für all diejenigen, die dem alltäglichen Essen mal etwas Außergewöhnliches entgegensetzen wollen.

Genussvoll. Geschmackvoll. Vegan.

von Carlo Cao

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Heute fange ich an
Simone Finkenwirth

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Morgen. Morgen wird alles besser. Morgen fange ich an. Morgen werde ich ein ordentlicher Mensch, der alles im Griff hat. Nun, zwischen dem Vorhaben und der Umsetzung liegen manchmal Welten. Kennen wir alle. Der Wunsch nach Veränderung ist da, und doch legen sich immer wieder Stolpersteine in den Weg. Und dann sitzt man abends wieder ratlos vor dem Berg an nicht erledigter Sachen. Nicht schlimm, denn es geht ja vielen so. Und es gibt Bücher, die wie Rettungsanker wirken können so wie Alissa Levys neues Buch.

Ich fühle mich darin sofort aufgehoben, denn Alissa ist eine Schwester im Geiste, wenn ich Sätze lese wie diesen: „Ich habe tausend Gedanken und Ideen, die mir täglich im Kopf herumschwirren.... Selbst wenn ich versuche, mich auf eine Sache zu konzentrieren, tauchen sofort wieder neue Gedanken auf.“ Ha! Wie mit den vielen Gedanken im Kopf umgehen? Wie Ordnung ins Chaos bringen? Erstmal das: „Bevor es einen Plan gibt, muss es Platz für das Chaos geben.“ Welchen, das zeigt die Autorin und Illustratorin auf offenherzige und kreative Art. Kleine Schritte... morgens etwas eher aufstehen. Alles in einer Notiz-App notieren beispielsweise oder einem Buch. Diese Methode nennt sich „Brain-Dumping“ und macht den Kopf herrlich frei. Alissa zeigt Beispiele, wie man so eine Liste erstellen kann. Es geht auch ums Priorisieren.

Aber es gibt noch andere Dinge, die uns ausbremsen. Niederlagen. Wie damit umgehen? Auch hierfür findet sich ein tröstlicher 6-Schritte-Plan. Oder die große zeit- und kraftfressende Entscheidungsfindung. Hier hat die Autorin eine praxisnahe Checkliste und sie plaudert aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz und wirft Suzy Welchs 10-10-10-Methode in den Raum.

„Heute fange ich an“ ist ein hinreißender wie konstruktiber Ratgeber für alle, denen das Chaos oder der innere Schweinehund eine noch zu große Macht haben. Gleichsam ist es ein Buch, das sich mit Themen wie Selbstfürsorge, Achtsamkeit im Alltag beschäftigt.

Behutsam, klug, charmant, clever und nachvollziehbar sind Alissas Tipps, wunderbare Illustrationen bewirken ganz automatisch, dass sich der Berg an Wäsche plötzlich kleiner anfühlt.

Ein wunderbares Buch für junge Menschen wie junggebliebene!

Heute fange ich an

von Alissa Levy

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Die Zeit der Verluste
Simone Finkenwirth

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Den Auftakt eines neuen Jahres mit einem Verlust zu beginnen, ist nicht gut. Tut nicht gut, doch das Schicksal hat da kein Erbarmen. So erreichte mich am zweiten Tag des Jahres die Nachricht eines Todesfalls. Und ich denke, wie wertvoll ist es doch, dass ich Rettungsanker in meinem Bücherregal habe. Daniel Schreiber hat ihn mir mit seinem Buch „Die Zeit der Verluste“ zugeworfen. Balsam für eine erschrockene Seele. Denn der Schock ist ja immer zuerst da. Man denkt, das kann nicht sein, schaut in den Himmel, und doch, es stimmt, dieser eine Mensch weilt nicht mehr unter uns. Aber vielleicht ist er dort bei dem Vogel auf dem Baum? Wissen wir es wirklich? Mich tröstet der Gedanke sehr, dass es noch weitergehen könnte. Und alles miteinander verbunden ist.

Schmal ist dieses Buch geworden, und doch wieder gewichtig wie seine Vorgänger. Der Autor schreibt offen über den Tod seines Vaters, wie ihn die Nachricht erreicht hat – ausgerechnet, als er eine Lesung hatte. Er blickt zurück, erinnert sich an seinen Vater, die Gespräche zwischen Bahnhof und dem Zuhause. Die Trauer zwickt, immer noch und immer wieder. Er hadert, kämpft mit ihr. Gleichwohl ist er präsent in der Gegenwart, und dieser wohnt ein Zauber inne. Denn während Daniel das Buch schreibt, befindet er sich in Venedig. Er fängt die ganz besondere Stimmung ein, flaniert mit uns durch die Stadt, besucht den Friedhof, während uns herum die letzten Ausläufer des Nebels zu sehen sind.

Wer die anderen Bücher kennt, weiß, dass Daniel Schreiber sich stets aus seinem Leben nach draußen lehnt, andere Stimmen ablichtet und so seinen Werken einen universellen Anstrich verleiht.

Und noch etwas zeigt sich bei der Lektüre: Verlust hat so viele Gesichter. Mal ist es ein Mensch, an anderer Stelle ein geliebter Schal oder der Verlust eines geliebten Zuhauses. Doch in allem reagieren unsere Herzen gleich: Sie weinen. Und wir sollten ihnen den Raum schenken, den sie genau dann brauchen - ob es nun die richtige Zeit ist oder nicht.

Die Zeit der Verluste

von Daniel Schreiber

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Paukenschläge aus dem Paradies
Frank Menden

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Hand aufs Herz wer schon einmal von Dame Ethel Mary Smyth gehört hat .
Mir war die britische Komponistin bis zur Lektüre Ihrer Erinnerungen „Paukenschläge aus dem Paradies“ , herausgegeben und übersetzt von Heddi Feilhauer, völlig unbekannt.
Dabei ist Ethel Smyth eine wahre Pionierin. Ihre Oper „Der Wald“ war über 100 Jahre lang die einzige Oper einer Komponistin, die an der Metropolitan Opera in New York aufgeführt wurde.
Zudem setzte sie sich für das Frauenwahlrecht ein, verfasste die berühmte Hymne der Suffragetten „The March of the Women“, war mit Emmeline Pankhurst und Virginia Woolf befreundet, lebte offen lesbisch und war mit einer großen Portion Charme und Selbstironie ausgestattet, die die Lektüre Ihrer Erinnerungen so hochvergnüglich machen.
Eine echte Entdeckung !

Paukenschläge aus dem Paradies

von Ethel Smyth

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Nägel mit Köpfen
Frank Menden

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Ein besonderes Sachbuch ist „Nägel mit Köpfen“ .
Vor allem ist es besonders unterhaltsam, denn ganz ehrlich : mein Interesse an Technik ist bestenfalls rudimentär. Sie soll funktionieren und keine Probleme machen .
Durch dieses Buch habe ich jedoch nicht nur gelernt, welche sieben technischen Errungenschaften unsere Welt bis heute prägen ( es sind Nagel, Faden, Rad, Linse, Magnet, Feder und Pumpe - hätten ihr das gewusst? Ich nicht ), sondern auch , wie es dazu kam und was seither daraus hervorging .
So war mir bislang nicht klar, dass das Rad erst einmal nicht zur Fortbewegung diente, sondern als Antrieb für die Töpferscheibe, um die Herstellung von Tongefässen zu vereinfachen.

Das Buch ist eine Wunderkammer der alltäglichen Dinge, die uns immer wieder zu den Ursprüngen führt und dabei gleichermaßen lehrreich wie kurzweilig ist. Um beim Rad zu bleiben: achtet einfach mal darauf, wie oft ihr sich drehende Dinge benutzt bis ihr am Arbeitsplatz seit.
Genau dies ist die große Stärke der Autorin, die ihr Wissen immer auf das Alltägliche „herunterbricht“, und so zum Staunen bringt und gleichzeitig die Geschichte der menschlichen Innovationskraft feiert - und dazu noch anhand ihrer Familiengeschichte zwischen Indien und Europa zeigt, wie sehr technische Entwicklungen auch ihr eigenes Leben prägen und verändern.
Roma Agrawal ist Physikerin und Bauingenieurin, eine der profiliertesten britischen „Women in Science“ - und eine hervorragende Autorin.
Für alle, die gern über den Tellerrand schauen - und nebenbei : in Zeiten der Ressourcenknappheit schadet es nicht, zu verstehen wie die Dinge funktionieren, damit man sie evtl. reparieren kann und nicht sofort wegschmeißt - ist dieses von Ursula Held übersetzte Buch genau richtig .
Und für alle Technikinteressierten ebenso.

Nägel mit Köpfen

von Roma Agrawal

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250 Komponistinnen
Simone Finkenwirth

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„250 Komponistinnen“ von Arno Lücker fällt nicht nur allein wegen seines imposanten Umfangs auf. Auch das Innenleben versetzt mich in Staunen: In dem über 600 starken Buch porträtiert der Musikwissenschaftler 250 Komponistinnen und jeweils ein Stück, das man während der Lektüre direkt hören kann. Denn mittels eines QR-Codes werden Sie auf eine Internetseite geführt, wo Sie all die Lieder des Buches mit der Reihenfolge wiederfinden. Einfach großartig!

Doch bevor Sie dieses außergewöhnliche Buch öffnen, nehmen Sie bitte den Schutzumschlag ab. Darunter verbergen sich einige der Komponistinnen. Chiara Jacobs hat weitere Frauen in dem Buch illustriert.

Arno Lücker schrieb für das VAN Magazin seine vielbeachtete Artikelserie über musikschaffende Frauen aus aller Welt und allen Jahrhunderten. Er ist vor allem für seinen ganz eigenen Schreibstil beliebt, denn dieser ist alles andere als wissenschaftlich. Voller Lebendigkeit navigiert er uns leichtfüßig durch verschiedene Epochen, erzählt Besonderheiten aus dem Leben der musikschaffenden Frauen. Selten habe ich derart bildreiche Analysen über Musik gelesen. Immer noch staune ich, was man alles aus Musik heraushören kann. Man muss keine Expertise mitbringen, um das Gelesene zu durchdringen. Ganz im Gegenteil: Das Buch stößt an, sich wieder mehr mit klassischer Musik zu beschäftigen.

Was für eine musikalische Entdeckungsreise! Und besondere Würdigung der musikschaffenden Frauen - aus der Anderen Bibliothek, die mit dem Buch nicht nur mich, sondern auch Elke Heidenreich imponiert hat.

„250 Komponistinnen“ ist das ideale Weihnachtsgeschenk für alle Musikfans!

250 Komponistinnen

von Arno Lücker

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Crispy & Crunchy
Simone Finkenwirth

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Knusper, Knusper Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen? Die Hexe aus dem Märchen Hänsel und Gretel hätte bestimmt ihre wahre Freude mit „Crispy & Crunchy“. Obwohl darin viele herzhafte Gerichte zu finden sind. Aber auch süße Köstlichkeiten wie den Miso Peanut Cookie oder die Soft Ice Cream & Miso Caramel sind hexenmäßig-lecker.

Das ist wirklich mal ein außergewöhnliches japanisches Kochbuch! Was auch die Jury des Deutschen Kochbuchpreises befand. So verlieh sie dem unabhängigen Brandstätter Verlag aus Wien für dieses Buch eine Goldmedaille. Herausragend ist es auch deshalb, da sich zwischen den Rezepten wurde ein Comic eingearbeitet. Darin begleiten den Küchenchef Edi auf seiner Reise durch Japan, wie er knusprige Gerichte aufspürt, denn Yona Schuh hat eine eigene Geschichte eingewoben.

Wenn Sie jetzt denken, eine Friteuse habe ich nicht, das dachte ich auch – kein Problem, es gibt durchaus Rezepte, die man auf andere Weise herstellen kann wie die Ebi Hedgehogs, den Miso Ceasar Salat oder den Crispy Enoki Salat. Ich habe mich immer gefragt, wie die japanischen Köche diese wüzigen Gurken hinbekommen. Das Rezept zu den Smashed Cucumber hält die Antwort parat. Genauso aufregend ist der Seidentofu, dem man in einem Topf erhitzt und später mit Rettich, Ingwer und Frühlingszwiebeln anrichtet, natürlich nicht ohne die Tsuyu-Sauce – die man aus Dashi, Sojasauce, Mirin und Kartoffelstärke herstellt. Einfach und raffiniert sind die Potato Chips. Hierfür benötigen Sie lediglich Süßkartoffeln, violette Kartoffeln, Limetten, Koriander. Der Dipp ist schon etwas raffinierter, aber als Japankoch hat man natürllich Reisessig, Tahina, Sriracha daheim – Sojasauce sowieso und Kimchi Sesam.

Sie sehen schon anhand der Zutaten, dass sich dieses Kochbuch vornehmlich an Freunde der japanischen Küche richtet, denn für die Gerichte sollte man eine Grundausstattung zu Hause haben. Aber Sie brauchen keine Friteuse. Die Mehrzahl lässt sich in einer Pfanne zubereiten.

Crispy & Crunchy

von Mochi

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Pure Tiefe
Simone Finkenwirth

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Ich habe in diesem Jahr nicht nur herausragende Romane, Erzählungen, Kinderbücher und Krimis gelesen. Auch die Kochbuch-Verlage haben mich im höchsten Maße beglückt. Zum großen Finale begeistert mich der at-Verlag. Dort ist jüngst das neue Kochbuch „Pure Tiefe“ von Andreas Caminada erschienen.

Ich habe schon einige Fisch-Kochbücher in den Händen gehalten, aber dieses sprengt alles, was ich bisher kannte. Einerseits sticht die liebevolle und bibliophile Gestaltung leuchtend hervor wie eine Koralle im Meer. Andererseits bezirzt mich das Innenleben schon beim ersten Durchblättern.

Sehr einfallsreich sind die Gerichte, und durchaus mit einfachen Zutaten zu köcheln. Gleich zu Beginn haben wir beispielsweise Forelle mit Kohlrabi und Pfifferlingen. Wobei Sie hierfür marinierten Kohlrabi brauchen. Noch einfacher ist die Forelle mit Kopfsalat. Dieses Gericht wird durch eine Estragoncreme aufgepeppt. Dafür benötigen Sie lediglich Naturjoghurt, frischen Estragon, Salz und Pfeffer aus der Mühle und 250 Gramm Avocado. Ungewöhnlich, aber ebenso einfach in der Zubereitung ist die Sardine mit geräuchertem Kartoffelpüree. Und wussten Sie, wie gut Forelle mit Rote Beete in einem Sud harmonieren? Aber auch für Kaviarfans finden sich tolle Alternativen zum Gold der Meere. Ebenso einfach: Lachsfilet in der Pfefferkruste.

Zwischen den edel drapierten Gerichten reihen sich wissenswerte Beiträge zu den Gewässern, aus denen die Fische herkommen. Es gibt hochwertige und kunstvolle Fotos, an denen ich länger hängenbleibe wie an neuen Namen. So treffe ich erstmalig auf Rheinlaken - das sind vom Bodensee aufsteigende Seeforellen. Es handelt sich allerdings um Raritäten, auf dem Hamburger Fischmarkt werden Sie diese Wasserbewohner wohl nicht bekommen. Sollten Sie sich mal in der Nähe der Bündner Gewässer befinden, schnellt die Nadel auf der Wahrscheinlichkeitskurve schon eher nach oben. Doch aufgrund des Klimawandels ist die Zahl der Fische rückläufig.

Dieses Kochbuch richtet sich ganz klar an Profis in der Küche. Und natürlich an Fischliebhaber, die schon sämtliche Kochbücher ihr eigen nennen. Andreas Caminada ist ein ausgezeichneter Sternekoch, er hat bereits drei Michelin-Sterne, und im Hotel Schloss Schauenstein in Fürstenau Domleschg (Graubünden) sein eigenes Restaurant. Diese Professionalität merkt man dem Kochbuch an und dennoch lädt es ein, die Gerichte nachzukochen. Und selbst, wenn sie nicht so perfekt aussehen wie auf den Fotos, sind sie ein echtes Erlebnis, von dem ihre Gäste mit Sicherheit noch lange sprechen werden. Sie müssen ja nicht mit der Langustine im Kataifi-Teig beginnen – eine Forelle mit Kopfsalat tut es auch schon.

Pure Tiefe

von Andreas Caminada

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Kartoffelglück
Simone Finkenwirth

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Ehrlich gesagt haben Kartoffeln nicht den aufregendesten Ruf. Man kocht sie als Beigabe. Aber sie können so viel mehr sein! Eine wahre Fundgrube an ungewöhnlichen Gerichten finden sich in dem neuen Kochbuch „Kartoffelglück“ von Ina-Janine Johnsen. Nicht nur das: Wir erfahren auch allerhand Wissenswertes über die gesunde Knolle. Wussten Sie beispielsweise, dass das Gemüse im 16. Jahrhundert aus den Anden in Südamerika zu uns fand? Es dauert eine Weile, bis die Kartoffeln bei uns bekannt und beliebt wurden. Das Gemüse ist glutenfrei, fettarm und eine gute Quelle für Vitamin C, Eisen, Kalium, Ballaststoffe, B-Vitamine und Mineralstoffe.

Das Schöne an diesem Kochbuch ist auch eine Tatsache: Sie brauchen für die meisten Rezepte nicht viele Zutaten, nur kleine Toppits wie Kräuter. Ansonsten genügt meistens Butter (oder Ghee, die gesunde indische Alternative, die ich Ihnen empfehle). Und dann mal los. Wir hätten beispielsweise richtig knusprige Bratkartoffeln, die sie 10 Minuten kochen. Parallel bringen Sie Rosmarin und Knoblauch in einem Liebesakt zusammen, später vermengen Sie die Kartoffeln mit allem, stellen die Vereinigung in den Ofen und haben dann wirklich köstliche Bratkartoffeln. Wenn Sie es mal ein bisschen würziger wollen, bringen Sie Öl, Paprikapulver und Kartoffeln zusammen.

Als große Käseliebhaberin hat mich natürlich das außergewöhliche Kartoffelpürree mit Gruyère und Gouda bereits als Freundin gewonnen. Ein bisschen Italien begegnet Ihnen bei den Ofenkartoffeln mit Ricotta, Pesto und Tomaten. Zum Hineinknien ist das Kartoffelsoufflé. Ziemlich ungewöhnlich sehen die halbierten Hasselback-Kartoffeln aus. Dafür brauchen Sie nur Metallstrohhalmeoder Essstäbchen.

Das Kochbuch unterteilt sich in verschiedenen Zubereitungsarten: aus dem Ofen, als Gratin, gekocht, aus der Pfanne und frittierte. Zudem gibt es raffinierte und einfache Kartoffelsalate für die nahende Silvesterparty. Wie gut sich Kartoffeln als Snack machen, zeigt uns die Kartoffelexpertin mit leichter Hand. Auch Brot lässt sich aus der Knolle zaubern.

Ich staune immer noch über die Vielfalt dieser Beigabe. Ab sofort steht sie bei uns noch mehr im Rampenlicht.

Kartoffelglück

von Ina-Janine Johnsen

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Rauhnächte - 12 Tage nur für dich
Simone Finkenwirth

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Den Rauhnächten haftet ein esoterischer und von Räucherstäbchen durchzogenen Hauch an. Aber Halt, sie sind viel mehr als das! Das zeigt uns Tanja Köhler in ihrem wunderschönen haptischen Buch „Rauhnächte – 12 Tage nur für dich, Klarheit schaffen, loslassen und Neues wagen“. Denn sie sind auch „eine wundervolle Einladung mit mir selbst“. Denn genau darum geht es in den Nächten ab dem 21. Dezember. Dieser Tag steht für das Loslassen und der Reinigung.

Gut, kurz vor Weihnachten sind wir alle eingespannt, hecheln durch die Tage, eilen durch Geschäfte, laufen über Weihnachtsmärkte. Haben wir dann Zeit für eine innere Einkehr? Weniger. Aber vielleicht ab diesem Jahr mit diesem klugen und inspirierenden Buch? Ich würde es Ihnen von Herzen wünschen!

Die zwölf Nächte beziehen sich auf das kommende Jahr – 12 Monate. Für jeden gibt es eine Bedeutung, ein Ritual, diesem zu begegnen. Und natürlich sollte es bei diesen 12 Tagen nicht bleiben, das wird bei der Lektüre des Buches schnell deutlich. So hat sich die Psychologin angewöhnt, schon während des Jahres, ihre Tage, Wochen und Monate festzuhalten.

In ihrem Buch gibt sie für jeden Part der Rauhnacht-Phasen leicht umsetzbare Ideen. Was Sie sich in jedem Fall jetzt schon mal besorgen sollten: ein schönes Notizbuch. Jede Rauhnacht gleicht zwar im Ablauf der anderen, aber über jede steht ein eigenes Thema. Mit Reflexionsfragen nähern wir uns dem Inneren unseres Geistes und unserer Seele. Am ersten Tag widmen wir uns dem Sortierens, der Reinigung und des Ankommens. Denn: „Klarheit ist der Beginn von allem“.

Hier ist ein Auszug aus den Fragen: „Welche Momente waren besonders schön? Und wofür bist du dankbar?“ Danach folgt: „Was lief in diesem Jahr nicht so gut?“ Zu jedem Tag streut die Autorin wohltuende Rituale ein – wie einen schönen Waldspaziergang oder ein wärmendes Bad.

Ob sich Ihre Welt danach ändert, kann ich Ihnen heute noch nicht beantworten, denn auch ich bin ein Neuling in Sachen Rauhnacht. Fragen Sie mich gern im neuen Jahr. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf den Start. Und sollten Sie ein Faible für Räucherstäbchen haben, gibt es dazu in dem Buch auch eine Anleitung.

Das Buch ist ein wunderbares Geschenk an einem selbst oder einem Herzensmenschen, dem Sie genau das wünschen: Zeit für sich und die Wünsche zum neuen Jahr.

Rauhnächte - 12 Tage nur für dich

von Tanja Köhler

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Der Zauber der Welt
Simone Finkenwirth

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Katherine May ist erschöpft. Von der Pandemie, dem Leben, den Herausforderungen. Sie ist unruhig, kann kein Buch lesen, obwohl sich der Bücherstapel vermehrt. Was soll sie tun? Innehalten, schauen, fühlen, selbst wenn es weh tut. Und ich werde eine stumme Begleiterin, folge ihr durch die Seiten. Bin berührt, wie sie versucht mit den Einschränkungen ihrer Krankheit - sie leidet unter Morbus Menière - zurechtzukommen, wird oft wieder zurückgeworfen, weil sie von Schwindelanfällen niedergedrückt wird. Doch Katherine May ist eine Kämpferin, sie sucht sich auch in ihrem neuen Buch Kraftpunkte und Kraftorte. Dabei zeigt sie, welche Dinge ihre Freude und Verzauberung schenken. Manchmal sind es einfach nur Steine, die ihr Halt geben.

Wie aussichtslos das Leben manchmal scheint, von irgendwo kommt immer ein Licht, wenn man nur seine Sinne schärft. Das ist nur eine Essenz, die ich aus den stillen mitunter medititaven Seiten für mich herausziehe. Und manchmal muss es einfach auch weh tun: „Viel zu oft versuchen wir uns weiszumachen, wir könnten ohne jedes Leiden durchs Leben kommen. Uns wird eingeredet, beständige Zufriedenheit sei das Maß aller Dinge. Dabei ist sie das Gegenteil von Zauber, nämlich Ernüchterung. Feuer stellt unseren Kontakt mit dem Kreislauf des Lebens wieder her, mit den Grenzen des Kontrollierbaren und mit dem gesamten Spekturm menschlicher Gefühle.“

Wie bereits in ihrem Erfolgsbuch „Überwinten“ lässt uns die Autorin an ihrem Leben offenherzig teilhaben, betritt dunkle Zimmer und zeigt, wie man dort wieder Licht hineinlassen kann. So schmiegt sich auch dieses Buch um meine Seele, weil es viele lebenskluge Botschaften, Aha-Momente und Verzauberung bereithält.

Der Zauber der Welt

von Katherine May

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Zauber der Stille
Simone Finkenwirth

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Ich lese selten Sachbücher, doch ein Autor steht bei jeder Neuerscheinung auf meiner Must-Read-Liste: Florian Illies. Vielleicht liegt es daran, dass sich seine Sachbücher stets wie gute Romane anfühlen. Sie versprühen stets einen besonderen Charme, haben eine herrliche Frische und Leichtigkeit. Und noch etwas zeichnet seine Werke aus: Man ist den bekannten Persönlichkeiten so nah wie sonst nur einer Freundin. In seinem neuen Buch mit dem wundervollen Titel „Zauber der Stille“ porträtiert er einen der großen Maler: Casper David Friedrich. Zauber gibt es hier übrigens einige - zauberhafte Momente, die einen still werden lassen.

Die Eingangsszene ist schon stark, weil sie derart atmosphärisch herüberkommt: Friedrich segelt mit seiner kürzlich verheirateten Liebsten auf der Ostsee von Rügen nach Stralsund. Ich spüre das Salz des Meeres und die Wärme der Augustsonne. Ich sollte noch mehr von dem Wasser aufnehmen, denn nur wenige Seiten später umfängt uns das Feuer. Jenes Element begleitet den Maler wie sein eigener Schatten. Illies schreibt: „Caspar David Friedrich spielt mit dem Feuer.“ Im übertragenden Sinne. Was sich dahinter verbirgt, eröffnet mir der Autor. Mal sehe ich seine Augen zwinkern, ein anderes Mal höre ich uns beide tief seufzen, so bewegt sind die Passagen aus Friedrichs Leben. Das Feuer lodert auch draußen. Erschrocken lese ich, wie viele seiner Kunstwerke verbrannt sind.

Wie in all seinen anderen Büchern, webt der Autor die Epoche und Persönlichkeiten jener Zeit elegant mit ein. Zahlreiche Anekdoten tauchen auf, die man sich sofort notiert, um sie später vor staunendem Publikum zu erzählen. Überhaupt staune ich oft über das Buch, das mich wie durch eine Zeitschleuse aus dem hiesigen Leben davon trägt. Es ist, als wandele ich durch einen stimmungsvollen und bildgewaltigen Kinofilm. Und noch etwas wird größer: Die Sehnsucht nach all den Bildern des großen Romantikers. Aber bald, ja bald, ab dem 15. Dezember 2023, habe ich die Möglichkeit, Caspar David Friedrichs Kunstwerke zu betrachten, dabei die Geschichten über sie abzurufen. Und seinen 250. Geburtstag auf besondere Weise zu zelebrieren.

Übrigens winkt das Buch mit einem kleinen Bonus. Zwischen den Seiten liegt eine Broschüre bei, in der alle Ausstellungen von Casper David Friedrich aufgeführt sind.

Zauber der Stille

von Florian Illies

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Selbstgemachte Geschenke zum Aufessen
Simone Finkenwirth

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Noch ist Oktober und Weihnachten ein paar Kilometer entfernt. Und doch möchte ich Ihnen dieses besondere Kochbuch als Geschenk (für einen selber oder andere Herzensmenschen) empfehlen. Nicht nur, weil ich ein großer Fan von Kat Menschik bin. Und obendrein eine große Freundin von kulinarischen Feinheiten und selbstgemachten Geschenken. Um Geschenke geht es in diesem Buch, das die bekannte Illustratorin zusammen mit Véronique Witzigmann kreiert hat.

Wenn zwei kreative Frauen zusammenkommen, kann nur Gutes dabei herauskommen. Dieses Buch ist der lebende Beweis dafür. Als sich die beiden Frauen trafen und über ein mögliches gemeinsames Projekt sprachen, muss um sie herum ein Funkenregen zu sehen gewesen sein. Herausgekommen ist ein Buch mit verschiedenen Rezeptideen. Es enthält Gerichte, die man sofort mit dem Liebsten oder mit Freunden vernaschen will wie das Kartoffelpüree mit getrockneten Steinpilzen oder den süßen Lasagne Auflauf. Die Espresso Schokowürfel sind ein besonderes Geschenk an Kaffeefans. Oder die Creme von gebrannten Mandeln – hier bedarf es nur weniger Zutaten. Auch die Baked Beans sind einfach und lecker. Für das Tomatensalz braucht man nur Tomaten und Salz. Es ist das -Tüpfelchen auf Pasta, Risotto und gebratenen Fisch- und Geflügelgerichten. Und was ich in jedem Fall im Winter ausprobieren will: Quiche mit Rotkraut.

Das Buch ist zart und passt perfekt in jede Handtasche. Es sollte also in der kalten Jahreszeit unbedingt immer dabei sein wie eine Packung Taschentücher. Denn das Buch wärmt Bauch und Seele gleichermaßen. Allein schon beim Durchblättern schmunzelt man von ganz allein und erfreut sich an den kleinen Freuden mit großer Wirkung.

Selbstgemachte Geschenke zum Aufessen

von Kat Menschik, Véronique Witzigmann

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Ich traf Hitler!
Frank Menden

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Im Dezember 1931 traf die amerikanische Journalistin Dorothy Thompson Adolf Hitler, ein paar Monate später erschien ihre bebilderte Reportage in der „Cosmopolitan“.
Thompson charakterisiert darin Hitler als einen unscheinbaren und unsicheren Menschen und findet ihn bedeutungslos - eine krasse Fehleinschätzung, der sie nicht alleine erlegen war.
Größere Aufmerksamkeit erregte der Artikel auch aufgrund der Tatsache, dass die berühmte Journalistin 1934 von den nun regierenden Nationalsozialisten ausgewiesen wurde, was sie in dem ebenfalls im Buch erhaltenen Text „Abschied von Deutschland“ beschreibt .
Dorothy Thompson schrieb weiter gegen die Nazis an, was diese höchst verärgerte , wie man beispielsweise in Joseph Goebbels Tagebuch nachlesen kann:
„Es ist beschämend und aufreizend, dass so dumme Frauenzimmer, deren Gehirn nur aus Stroh bestehen kann, das Recht haben, gegen eine geschichtliche Größe wie den Führer überhaupt das Wort zu ergreifen“

Es ist dem Verlag "Das Vergessene Buch" zu verdanken, dass „Ich traf Hitler“ in der Übersetzung von Johanna von Koppenfels nun vorliegt, ergänzt durch ein erhellendes Nachwort von Oliver Lubrich.
Das Buch beschreibt eine Situation, in der Demokratien scheitern und Wahlen eine Diktatur herbeiführen können.
Eine immer wieder erschreckend aktuelle Lektüre.

Ich traf Hitler!

von Dorothy Thompson

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Wenn jeder an sich denkt, ist nicht an alle gedacht
Sarah O'Connor

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Wem die heutige Ich-Bezogenheit, populistische Redenschwinger, die Feier des Neoliberalismus und die daraus resultierende Ungerechtigkeit nicht zusagen, sollte zur „Streitschrift für ein neues Wir“ des Philosophen Jan Skudlarek greifen. Handfest und mit vielen praktischen Beispielen und philosophischen Einschüben verdeutlicht er die Auswirkungen der hauptsache-mir-gehts-gut Mentalität und kommt zu der überzeugenden Konklusion, dass Freiheit für alle gedacht werden muss und dass es keine Freiheit ohne Gerechtigkeit gibt.

Wenn jeder an sich denkt, ist nicht an alle gedacht

von Jan Skudlarek

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Tweed Time
Simone Finkenwirth

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Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber mir fällt der Abschied des Sommers immer ein bisschen schwer. Wie schön, dass es Bücher wie „Tweed Time – Vom Duft des Herbstes und der Freude auf den Winter“ von Theresa Baumgärtner gibt. Ein sehr atmosphärisches, kreatives und inspirierendes Kochbuch. Dafür nimmt uns die Autorin mit nach Schottland, wo sie Stoffe und Dekorationsideen eingesammelt hat und uns hier präsentiert. Ich denke hierbei an ihren Holz-Stickrahmen und sie zeigt, was man mit Zwiebeln anstellen kann.

Mindestens genauso schön sind die zahlreichen einfachen wie raffinierten Rezeptideen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Von rustikal über verspielt bis hin zu verführerisch-süß. Mein schnellstes und liebstes Soulfood ist der Milchreis mit Zimtfeigen aus dem Ofen. Oder Rosenkohl-Birnen auf Kartoffel-Sellerie-Stampf.

Wunderschöne Bilder runden die Lesefreude ab. Ein Buch, das Seele und Bauch gleichermaßen wärmt.

Tweed Time

von Theresa Baumgärtner

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Suppen für Syrien
Simone Finkenwirth

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Jedes Jahr im Herbst nehme ich dieses Kochbuch aus dem Regal und erfreue mich daran. Es ist ein ganz besonderes Buch - und das in vielerlei Hinsicht.

Die ursprüngliche Idee zu dem Projekt entstand in London, als der amerikanische Verleger Michel Moushabek und seine Autorin Barbara Abdeni Massaad über Flüchtlinge sprachen. Die Autorin ist mit ihren Kochbüchern und Fotografien sehr erfolgreich und lebt im Libanon. In der Nähe ihrer Beiruter Wohnung befindet sich ein Flüchtlingslager, das sie mit ihrem Freund besuchte und viele verschiedene Gemüsesorten, Töpfe und Kräuter mitbrachte. Sie kochte mit den Flüchtlingen und machte Fotos von ihnen. So wurde die Idee geboren, gemeinsam mit Freunden ein Suppen-Kochbuch zu gestalten.

Viele Starköche konnten für das Projekt gewonnen werden, das in verschiedenen Ländern erschienen ist. »Eine Suppe ist etwas Elementares. Und sie ist immer von Nutzen, auch wenn die Welt um uns versagt.« sagt der bekannte Koch und Autor Anthony Bourdain. Als Michel Moushabek auf der Frankfurter Buchmesse 2015 Rafik Schami von dem Projekt berichtete, war er sofort von der Idee begeistert. Und fand, dass es so ein Kochbuch auch auf Deutsch geben müsste. Zunächst bekam Rafik Schami einige Absagen, doch der Autor ließ sich nicht entmutigen und erinnerte sich an die weisen Worte seines Vater: »Wirf eine Handvoll Lehm gegen eine weiße Wand, entweder bleibt er hängen oder er hinterlässt Spuren. Wenn du aufgibst, bleibt die Wand mit Sicherheit weiß.« Aber sie blieb nicht weiß, denn der Dumont Buchverlag interessierte sich für das Projekt und beschloss sogar, das Buch neuzugestalten.

Das Kochbuch enthält eine Vielzahl von Rezepten, insgesamt 80 sind es, von bekannten Köchen aus aller Welt zusammengestellt. Mit dem herrlichen Papierduft lese ich mich durch Rafik Schamis persönlichen Worte, die eine zauberhafte Geschichte der Gastfreundschaft aus der arabischen Kultur erzählen. Sie ist ganz oben auf der Liste der arabischen Werte und Tugenden verankert. Bevor ich ins reichhaltige Meer der Suppenküche eintauche, begrüßen mich die vier klassischen Brühen, wie wir sie alle kennen: die Rinder-, Hühner-, Fisch- und Gemüsebrühe.

Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis führt den Gaumen an die richtige Stelle. Ist mir heute nach Bohnen? Dann werde ich ab Seite 30 fündig. Leckere Tomatensuppen finde ich ab Seite 174. Die Rezepte variieren – von ganz einfach bis zu etwas anspruchsvoller, vegetarisch oder mit Fleisch, deftig oder sommerleicht. Für die Suppen benötigt man meist nur wenige Zutaten wie für die meinige. Da sind nur Butter, Zwiebeln, Süßkartoffeln, Karotten, Cumin, Hühner- oder Gemüsebrühe, Sahne, Salz und frisch gemahlener Pfeffer vonnöten. Die Aufmachung ist schlicht und die Anleitung leicht umzusetzen.

Das Buch ist also vieles in allem: Ein wunderbarer Seelentröster, eine wertvolle Spende und ein praktischer Alltagsfreund.

Suppen für Syrien

von Barbara Abdeni Massaad

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Heile. Dich. Selbst.
Simone Finkenwirth

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Wir haben sie alle. Manche sehen sie, andere überdecken sie. Die Rede ist von seelischen Verletzungen. Jeder entscheidet, wie er damit umgeht. Die Psychologin Dr. Nicole LePera hat sich für eine offene Konfrontation entschieden und eines Tages beschlossen, ihnen auf den Grund zu gehen. Die Autorin hat sich dabei in den vergangenen Jahren mit ihrer Plattform „The Holistic Psychologist“ einen Namen gemacht. Allein auf Instagram hat sie eine Fangemeinschaft von über 7,2 Millionen Follower:innen. Nun liegt ihr Buch in deutscher Übersetzung vor.

In dem Buch stellt sie ihr ganzheitliches Selfhealing-Programm vor, das praxisnah ist und einen Anstoß geben kann, den Verletzungen ins Auge zu schauen, an sich zu arbeiten und den Heilungsprozess anzustoßen. Nicole LaPera nähert sich dem Thema in nachvollziehbaren Schritten. Das Buch liest sich einfach, enthält auch persönliche Ausschnitte und macht ebenso deutlich: auch Psychologen sind nur Menschen und kämpfen mit den gleichen Dämonen wie wir alle.

Die Autorin legt den Finger in die Wunde. Gemeinsam betrachten wir das bewusste Selbst, das ja häufiger unter der Schicht des Autopiloten und eines Gedankengewusels verdeckt wird. Sie macht die Zusammenarbeit vom Bewusstsein und Unterbewusstsein sichtbar, zeigt die Konditionierung durch Eltern und Verhaltensweisen, die man sich im Laufe der Jahre selbst angeeignet hat. Im letzten Teil kommen wir dann zum Zuge und können das Wissen anwenden, um zu emotionaler Reife zu gelangen.

Das ist nicht einfach nur ein Ratgeberbuch, das man liest und dann ist alles gut. Das Buch erfodert unsere aktive Mitarbeit – und das täglich. So schreibt sie an einer Stelle: „Heilung ist ein tägliches Geschehen. […] Du bist für deine Heilung selbst verantwortlich und musst an diesem Prozess aktiv mitwirken. Der Grad seiner Mitwirkung steht in direktem Verhältnis zu seiner Chance auf Heilung.“

Die Holistische Psychologie schaut auf alles: den Geist, die Seele und Körper. Und hat das Ziel, den Körper und das Nervensystem ins Gleichgewicht zu bringen. Kein einfacher, aber ein machbarer Weg - und er lohnt sich.

Heile. Dich. Selbst.

von Nicole LePera

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Cosy Kitchen - Deftig vegetarisch
Simone Finkenwirth

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Der Herbst ist da! Auch wenn uns der verabschiedene Sommer derzeit noch mal kräftig umarmt, macht sich der Herbst durchaus bemerkbar: Die Tage werden kürzer, morgens ist es länger dunkel und kälter. Und abends braucht man jetzt schon früher das Licht auf dem Fahrrad.

Auch ich bin jetzt öfter zu Hause und probiere neue Kochbücher aus. „Cosy Kitchen“ von Agnes Prus zählt zu einen meiner neuen Entdeckungen. Hier ist der Titel tatsächlich Programm. Das Kochbuch enthält über 60 vegatarische Soulfood Rezepte.

Das Kochbuch unterteilt sich in sechs Bereiche: Eingangs gibt es eine kleine Einführung. Hier stellt die Autorin die Saisonhelden der kalten Jahreszeit vor und zeigt in einem Kalender, wann welches Obst und Gemüse seine Zeit hat.

Auf über 160 Seiten zeigt sie einfache Rezepte und für jeden ist etwas dabei. Ich denke besonders gern an die Brokkoli-Cheddar-Suppe. Aber auch Ofenlieblinge wie die Rosenkohltarte mit Haselnüssen zählt zu meinen Lieblingen. Unlängst habe ich Kartoffel-Zwiebel-Gratin mit Scamorza ausprobiert.

Ein wirklich schönes Kochbuch, das die Seele und den Körper wärmt! Es gibt das gleiche Kochbuch übrigens auch in einer anderen Ausführung mit Fleischgerichten.

Cosy Kitchen - Deftig vegetarisch

von Agnes Prus

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Mystische Fauna
Simone Finkenwirth

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So zart wie „Mystische Fauna - Von der Liebe der Tiere“ daherkommt, so gewaltig ist das, was darin zu finden ist. Es ist nicht immer mystisch, es wird auch richtig dunkel. Daher empfehle ich Ihnen, sich für diese Lektüre, wirklich Zeit zu nehmen, einen ruhigen Ort zu wählen, an dem Sie sich ganz auf das Erzählte einlassen können. Denn Marica Bodrožićs Bücher sind intensiv, sie öffnen innere Fenster und sind von eindringlichen Wahrheiten durchzogen, denen man mit großer Aufmerksamkeit begegnen möchte. Es ist ein tiefes Schauen und Empfinden auch in die eigene Seele. Gerade in diesem Buch offenbart uns die Ich-Erzählerin ein dunkles Kapitel ihrer Vergangenheit, von der ich – die lange schon eine Lesebegleiterin der Autorin ist - bisher nichts gewusst habe.

Als die Erzählerin auf La Gomera bei Freunden ist, erfährt sie von einer Bekannten, dass diese für einige Zeit nach England muss. Ob sie auf Lucys Haus und vor allem den Hund während ihrer Abwesenheit aufpassen könne? Die Autorin sagt zu. Als die Autorin dort ankommt und dem Hund begegnet, reißt beim Anblick seines Gesichts etwas in ihr auf. Eine Wunde macht sich plötzlich mit voller Wucht bemerkbar. Denn Inselito fehlt ein Auge. Und genau diese Tatsache bricht in Marica die Erinnerung an die Kindheit auf.

Als die Erzählerin bei ihrem Großvater in Dalmatien großgeworden ist, musste sie nicht nur miterleben, wie innig geliebte Tiere getötet wurden, sondern wie der Großvater den Hund Chio so sehr geschlagen hat, dass er ein Auge verloren hat. Das sind bewegende Momente. Doch bevor ich ganz in der Dunkelheit versinke, kommt mir die Autorin entgegen, mit friedvollen und lebensklugen Gedanken: „Wir Menschen tragen viele Ebenen in uns. Das Böse löscht nicht das Gute aus, es verdeckt es manchmal nur nachdrücklich. Inselito will, dass ich im Dazwischen noch etwas anderes erzähle, es in das Bewusstsein trage, in mein eigenes und somit auch in das Bewusstsein der mich umfassenden Zeit – in jene Schicht der Furcht und Angst, die aus dem Zorn und der Wut kommt.“

„Mystische Fauna“ ist nicht nur die persönliche Verarbeitung von Kindheitstrauma. Marica Bodrožić erzählt mit großer Sinnlichkeit vom Zauber der Insel. Und sie zeigt, wie wir mit allem verbunden sind – der Natur, den Tieren und Menschen. Ihre Sprache legt sich wie ein wärmender Schal um meine aufgeregte Seele. Ein kluger, philosophischer und lange nachhallender Text.

Mystische Fauna

von Marica Bodrozic

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The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen
Simone Finkenwirth

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Matt Haig ist ein äußerst produktiver Autor, es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht ein Buch von ihm erscheint. Dabei wechselt er gern das Genre – vom Roman bis zum Kinderbuch ist alles dabei. Das ist vor allem deshalb bewundernswert, weil Haig an einer Depression und Angststörungen leidet. In einigen seiner Bücher hat er diese Leiden auch thematisiert.

In „The Comfort Book“ - das jetzt im Taschenbuch erschienen ist - spricht er ehrlich über seine dunklen Phasen. Und über das, was ihm geholfen hat, welche Songs ihn wieder aufrichten, welches Essen wahres Soulfood ist. So ist dieses Werk eine abwechslungsreiche Sammlung an lebensklugen, tröstlichen Gedanken wie auch an praxisgerechten Tipps. Er reflektiert eigene Beobachtungen und Erfahrungen und bezieht ebenso aufbauendes Geistesgut von großen Denker:innen wie Marc Aurel, Emily Dickinson und James Baldwin mit ein.

Gleich zu Beginn schreibt Matt Haig, man könnte seine Aufzeichnungen ruhig kreuz und quer lesen, ganz genau so, wie das Leben selbst ist. Auf euren Streifzügen durch das Chaos trefft ihr wiederum auf glasklare Aussagen wie diese: „Du bist liebenswert auf die Welt gekommen, und du bleibst es wert, geliebt zu werden. Gehe liebevoll mit dir um.“ Oder: „Es ist okay, die Teetasse mit dem Sprung zu sein. Genau die weiß nämlich eine Geschichte zu erzählen.“ Und: „Eines Tages wird das hier vorüber sein. Und wir werden auf eine Weise dankbar sein für das Leben, das wir zuvor nicht für möglich gehalten hätten.“

Und zum Abschluss ein Satz, den ein buddhistischer Mönch auch nicht besser sagen könnte: „Nichts endet wirklich. Es verändert sich. Wandel ist ewig. Wenn du im Wandel bist, bist du auch ewig.“

The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen

von Matt Haig

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Toskana - Ein Fest für alle Sinne
Simone Finkenwirth

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Es ist ja nicht so, dass ich noch kein italienisches Kochbuch hätte. Doch kaum habe ich das Buch aufgeschlagen, bin ich darin gefangen wie in einem spannenden Roman. Das hängt natürlich mit der berührenden Einleitung der Autorin zusammen. Die ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen möchte, ist sie doch der Türöffner zu einem ganz besonderen Kochbuch.

Amber ist mit ihrer Schwester Claudia auf einem Gehöft in der Toskana großgeworden. Nachdem das alte heruntergekommene Haus fertig renoviert ist, steht es für viele Gäste offen. Ambers Eltern sind sehr beliebt und wunderbare Gastgeber. Während ihr Vater sich bestens versteht, die Gäste zu unterhalten, hat Ambers Mutter ein Gespür für eine gute Küche. Diese Freude daran hat sich später auf Amber übertragen.

Nach dem Tod ihres Vaters ist die Idee entstanden, auf dem Anwesen Malkurse anzubieten und Essen. Amber hat während des Studiums u.a. beim River Café gekellnert, sich nicht nur beim Service, sondern auch in der Küche raffinierte Tipps und Tricks abgeschaut. Dass Amber keine Freundin von aufwendigen Rezepten ist, sticht mir sofort ins Auge. Mit nur wenigen Zutaten kreiert sie köstliche Essen.

Ich denke hierbei an die Erbsen-Minze-Suppe. Es geht aber auch etwas anspruchsvoller. Amber tischt im Herbst und Winter opulente Menüs auf – auch mit Fleischgerichten. Ebenfalls schön ist ihr Statement: „Beim Kochen gibt es keinen nützlicheren Trick als das wiederholte Probieren in jedem Stadium. So bekommt man die Zutaten in den Griff und lernt, wie sich Aromen entwickeln.“ Und noch etwas sollte nicht fehlen: „Den mit Geduld und reichlich Zeit gekochten Gerichten merkt man an, dass sie mit Liebe und Sorgfalt zubereitet wurden.“

Das Buch enthält aber nicht nur Rezepte – die übrigens sehr raffiniert nach den Jahreszeiten aufgeteilt sind. Es gibt auch Basics, die zur toskanischen oder italienischen Küche dazu gehören. Zum Träumen laden die viele kleinen Berichte über diese malerische Landschaft ein. Und die Kunst. So gesehen hält das Buch sein Versprechen – es ist wahrlich ein Fest für alle Sinne.

Toskana - Ein Fest für alle Sinne

von Amber Guinness

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Der Trost der Schönheit
Simone Finkenwirth

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Manchmal beschleicht mich schon im Sommer ein leichtes Unbehagen, wenn ich an den kommenden Winter denke. Aber in diesem Jahr bin ich völlig entspannt, denn ich weiß schon jetzt, dass mir Gabriele von Arnim mit ihrem neuen Buch "Der Trost der Schönheit" in der kalten Jahreszeit viel Licht und Zuversicht schenken wird. Einigen von Ihnen ist die Autorin sicherlich noch mit ihrem eindringlichen Buch „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" im Gedächtnis geblieben. Darin haben wir die Journalistin in den herausfordernden Jahren begleitet, als sie ihren schwerkranken Mann pflegte.

In ihrem neuen Werk begegne ich dieser starken und bewundernswerten Frau wieder und bin erneut begeistert. Ihre Sätze sind quicklebendig, bezaubern und berühren mich gleichermaßen. Es vergeht kaum eine Seite, auf der ich nicht anhalte. Der Text steckt voller Tiefe und Lebensklugheit, ist offenherzig und begeistert mit vielen wundervollen Sätzen.

Gabriele von Arnim schreibt über Themen, die uns alle beschäftigen: Darf man an Schönheit denken, wenn in Europa ein Krieg tobt? Welchen Trost kann Schönheit einem Menschen schenken, wenn es ihm gerade nicht gut geht? Wo kann man Schönheit finden? Und was macht es mit einer Frau, wenn sie über zehn Jahre ihren Mann gepflegt hat?

Alles beginnt an ihrem 74. Geburtstag. Genau an diesem Tag mag sie nicht richtig wach werden. Kraftlos liegt sie im Bett, zwinkert sich zu, liegt wie „ein ausgestopftes Schlaftier zwischen den Kissen". Und doch gelingt es ihr, in den Tag zu kommen, durch kleine Gesten, die sie sich selbst geschaffen hat. Aber da ist natürlich noch etwas, dieses eine hässliche Wort: das Alter. Eine alte Frau. Aber ist sie das wirklich? Immer noch ist sie neugierig auf das Leben. Sucht nach dem Besonderen, wie auch nach den Freuden der kleinen Dinge. Da ist sie wie ich.

Ich folge ihrem Gedankenstrom – der manchmal getragen wird von Zitaten, aber auch ihre eigenen Eingebungen sind funkelnde Gedankenjuwelen. Diese hier zum Beispiel:

„Trost heißt nicht, dass alles gut wird.
Trost heißt, am Schmerzfluss Ufer bauen,
Liegeplätze,
an denen man den Kahn anbinden, aussteigen und sich ausruhen kann."

„Der Trost der Schönheit" ist die ganz persönliche Reise einer Frau, die nicht aufgibt, immer noch an das Gute glaubt und stets das Schöne sucht. Das keinesfalls kostspielig sein muss. Ihre Gedanken haben nachdenkliche, kluge und philosophische Nuancen. Sind mitunter aber auch herrlich verspielt und voller Menschlichkeit. Ein Buch wie die Umarmung eines lieben Menschen.

Der Trost der Schönheit

von Gabriele von Arnim

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Stille finden in einer hektischen Welt
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Stille ist in unserer heutigen Zeit ein kostbares Gut geworden. Überall lärmt es um einen herum. Und ist es draußen endlich ruhig, brummt es im Kopf weiter - Gedankenblitze des Tages oder die vielen to-do-Listen.
Wie können wir trotz dieser Herausforderungen kleine Inseln der Stille und des Aufatmens finden? Magnus Fridh ist Schwedens führender Achtsamkeitsexperte und verrät uns in seinem Buch seine persönlichen Werkzeuge und Ruhepole.

Fridhs Katze ist die erste, die er nach einem Arbeitstag in Ruhe streichelt. Mit großer Hingabe und Achtsamkeit. Und was mache ich, wenn ich keine Katze habe? Dann ordne ich meine getragene Kleidung in Ruhe, und lasse den Tag abperlen.

Es braucht nicht viel und doch ist es die Königsdisziplin, dass wir uns den einfachen Dingen mit voller Aufmerksamkeit hingeben. Tempo rausnehmen, tief durchatmen. Ob zu Hause, in der Natur oder an der roten Ampel. Es gibt täglich Gelegenheiten, aus dem Strudel des lauten und hektischen Alltags herauszutreten. Wie das funktionieren kann, zeigt uns der schwedische Achtsamkeitsexperte.

"Stille finden in einer hektischen Welt" ist ein entschleunigender Wegweiser, mit dem wir der Stille ein bisschen näher kommen können. Was das Buch ebenso auszeichnet, sind die farblichen Illustrationen. Daher eignet sich diese bereichernde Lektüre auch bestens zum Verschenken.

Stille finden in einer hektischen Welt

von Magnus Fridh

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