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Empfehlungen aus Krimis

Noch fünf Tage
Frank Menden

Frank Menden

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Davos, Silvesterabend.
Die Spitzenköchin Lis Castrop bereitet dem Millionär John Harmans, seiner Frau Reeta und den beiden Kindern ein Festmahl zu. Kurze Zeit später sind alle tot: vergiftet. Auch die Köchin hat es erwischt, dank einer schwächeren Dosis des Giftes verbleiben ihr aber noch fünf Tage. Kostbare Zeit, in der sie nicht nur vom Krankenhaus aus die Zukunft ihrer 12jährigen Tochter Cosima regeln muss. Lis muss gleichzeitig die Kriminalpolizei von Ihrer Unschuld überzeugen - und dabei ihren eigenen Mörder suchen…

„Noch fünf Tage“ von Helena Falke ist ein absolut ungewöhnlicher Thriller - und das nicht nur wegen seiner Prämisse. Wie ein Countdown läuft die Handlung ab, mit jeder Seite verliert auch die Protagonistin immer mehr Lebenszeit - und muss doch mit allerletzten Kräften herausfinden, wer das eigentliche Opfer sein sollte, und wer „nur“ ein Kollateralschaden war.
Wer Lust auf einen etwas anderen Thriller hat, der sollte sich dieser konsequent erzählten und immens spannenden ergeben, denn man kann dieses Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen!

Noch fünf Tage

von Helena Falke

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Sophie L.
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Dieses Buch fällt in die Kategorie: Falsches Cover, richtiges Buch! Ich verstehe den Gedanken des Verlags durchaus. Man wollte dem ersten Buch "Anna O." in der Gestaltung treu bleiben. "Sophie L." wird als Thriller vermarktet. Aber Vorsicht, das könnte Lesende enttäuschen. Eben jene, die eine durchgehend packende Handlung erwarten.

Mich hat das Buch von der ersten Seite begeistert. Das hat vor allem mit dem feinsinnigen Schreibstil des Autors zu tun. Und die Geschichte, die komplex und anziehend ist.

Die Londoner Gedächtnisexpertin Olivia Finn erhält aus Paris einen Anruf von der Polizei. Ihre Großmutter hätte im Hotel Lutetia einen Mord gestanden, und gesagt, sie sei eine andere. Das überrascht und beunruhigt die alleinerziehende Mutter. Folglich fährt sie nach Paris. Als Olivia dort ankommt, wird sie von der Polizei vernommen. Später spricht sie mit ihrer Gran, plötzlich scheint sie wieder klar, als sie bei ihr Zuhause sind. Édouard, ein ehemaliger Geliebter, ist zum Zeitpunkt auch in Paris und eilt Olivia zur Unterstützung. Édouard ist der Sohn von Olivias Therapeuten und treuen Weggefährten, der ihr den Weg in ihren Berufsweg als Psychologin geebnet hat. Louis war auch seinerzeit - vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs - der Herzensmensch ihrer Großmutter. Die wird nach ihrer Freilassung aus Ausschwitz mit anderen in dem Hotel Lutetia für drei Tage untergebracht. In diesen drei Tagen ist etwas passiert, über das alle bis heute schweigen...

Haben Sie mitgezählt? Ich habe hier vier Personen erwähnt, aber das sind längst nicht alle. Wie ein Puzzlemeister setzt Matthew Blake alle Figuren und Handlungsstränge gekonnt ins sein geheimnisvolles Bild. Durch das man sich klar und gespannt bewegt und dann...!

"Sophie L." ist ein raffinierter Thriller, der sich erneut einem spannenden Thema - dem der Erinnerung - widmet. Also ignorieren Sie das Cover und vertrauen auf meine wohlwollende Stimme.

Sophie L.

von Matthew Blake

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Die Farm der Mädchen
Simone Finkenwirth

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Hans Rosenfeldt hat es mir nicht leicht gemacht. Und doch konnte er mich für sich gewinnen. Wie das? Nun, hochwertige Krimiliteratur kann eben nichts erschüttern.

In seinem Krimi-Solo "Die Farm der Mädchen" erzählt er eine komplexe Krimigeschichte. Nichts für Leseratten, die schnelldrehende Plots mögen. Wer hingegen ein bisschen mehr Zeit mitbringt, wird um so mehr belohnt.

Bislang hat der angesehende Drehbuchautor zusammen mit Hjorth die achtbändige Sebastian-Bergman-Reihe verfasst, und wurde auch hierzulande dafür sehr gelobt. Dass er ein Meister seines Fachs ist, beweist er nach seinem Solodebüt "Wolfssommer" erneut.

"Die Farm der Mädchen" beginnt mit der Flucht von zwei schwangeren Frauen. Als die eine im Wald plötzlich ein totes Kind gebärt, versucht ihre Freundin Dardana einen sicheren Ort aufzuspüren. Sie schlüpfen in einer einsamen Waldhütte unter. Doch Natalia verliert am Ende zu viel Blut und stirbt. Dardana lässt ihre tote Freundin zurück und flieht allein vor ihren Verfolgern.

Das tote Baby führt schließlich zur Polizistin Hannah Wester, die nach einer Auszeit wieder in den Dienst tritt. Ihr Mann ist bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Was hat es nun mit dem toten Baby auf sich? Und wie ist die Leiche in der Hütte zu erklären? Der Fall ist komplexer und führt auch ins dunkle Reich des Menschenhandels.

Rosenfeldt nutzt für seinen Plot verschiedene Handlungsstränge, behält aber eine klare Linie und erzeugt mit zunehmenden Seitenananzahl mehr an Spannung.

Ein Hochkaräter, über den man lange noch nachdenkt.

Die Farm der Mädchen

von Hans Rosenfeldt

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Der Kuckucksjunge
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Ich hatte richtigen Heißhunger! Nicht auf Lakritz, sondern auf einen guten Krimi. Da kam mir Soren Sveistrup gerade recht. Der dänische Erfolgsautor hatte mich seinerzeit mit "Der Kastanienmann" und seiner großartigen TV-Serie "Kommissarin Lund: Das Verbrechen" schier begeistert.

Und jetzt am Ende der Lektüre kann ich freudig verkünden: Auch dieses Mal hat konnte mich der Däne überzeugen. In dem Fall geht es um Stalking Opfer - Frauen und ein Mann. Der Täter schickt ihnen erst zwei Wörter "Hab dich", danach folgen Kurzmitteilungen mit Abzählreimen und sogar noch Fotos, die zeigen, dass der Verbrecher ganz in der Nähe sein muss.

Silje Thomsens ist das erste Opfer. Mehrmals hat sie ihre SIM Karte gewechselt, aber davon zeigt sich der Täter unberührt. Als ihr geschiedener Mann die gemeinsame Tochter zurückbringt, finden sie das Haus leer vor und von Silje fehlt jede Spur, das Handy ist ausgeschaltet.

Die Kommissarin Naia Thulin soll sich zusammen mit ihrem eigensinnigen Kollegen Mark Hess um diesen Fall kümmern. Die beiden verbindet noch mehr als ihre Arbeit. Als eine Leiche gefunden wird, ahnen wir bald schon, wer die Tote sein wird. Und es bleibt nicht die Einzige in diesem atmelos machenden Thriller.

Seltsam ist, dass das Vorgehen an einen Cold Case erinnert. Denn eine 19jährige Schülerin ist auf ähnliche Weise umgebracht worden: Erst gab es diese Kurzmitteilungen und dann folgte der Mord...

Soren Sveistrup ist ein Meister seines Fachs. Er setzt spannende Cliffhanger und hält die Spannung die ganze Zeit über! Man rätselt lange darüber, wer es denn nun sein könnte. Das macht für mich gute Krimiliteratur aus wie eine tolle empathische Figurenzeichnung.

"Der Kuckucksjunge" stillt nicht nur jeden Heißhunger auf spannende Lesestunden. Er macht Lust auf noch mehr Krimis! So folge ich meinem Kollegen Frank Menden, der kürzlich "Kill For Me" von Steve Cavanagh mit Begeisterung verschlungen hat.

Der Kuckucksjunge

von Søren Sveistrup

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Kill for Me
Frank Menden

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Amanda hat nach dem Mord an ihrer Tochter und dem darauffolgenden Selbstmord ihres Mannes alles verloren.Nur der Gedanke ke an Rache hält sie aufrecht. Doch der Mörder ihrer Tochter kann der Tat nicht überführt werden. Amanda verfolgt diesen Mann, plant gar ihn zu töten, doch der wiederum dreht den Spieß um und droht ihr mit einer Klage.
Ein ihr wohlgesonnener Polizist empfiehlt ihr den Besuch einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Verbrechensopfern. Und tatsächlich offenbart ihr diese Gruppe einen Hoffnungsschimmer, wenn auch auf völlig andere Art und Weise als gedacht.
Sie freundet sich mit Wendy an, die eine ähnliche Geschichte wie ihre hat. Und an einem weinseligen Abend schliessen die beiden Frauen einen Pakt: inspiriert von Patricia Highsmith Roman und dem darauf basierenden Hitchcock Film „Der Fremde im Zug“ beschliessen sie ihre geplanten Rachemorde zu tauschen. Amanda soll den Mörder von Wendy Tochter zur Strecke bringen, Wendy den von Amandas Tochter. So können sich beide ein wasserdichtes Alibi verschaffen und können endlich ihren Frieden finden. Doch selbst der scheinbar perfekteste Plan hat seine Tücken…

Steve Cavanaghs Thriller ist ein Pageturner par excellence! Langsam steigert der aus verschiedenen Perspektiven erzählte Roman die Spannung, überrascht mit immer neuen Twists, bis man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Ein wahrlich atemberaubender Thriller, der zwar manchmal etwas dick aufträgt, aber seine Leser effektiv manipuliert und bis zum Ende nicht mehr vom Haken lässt.

Kill for Me

von Steve Cavanagh

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Miss Betony in Gefahr
Frank Menden

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Emma Betony ist kurz davor ihren Ruhestand in einer Sommerresidenz zu verbringen, als sie eine ihrer ehemaligen Schülerinnen um einen Gefallen bittet.
Grace Aram leitet ein kleines Internat, in dem merkwürdige Dinge vor sich gehen. Zu gern macht sich Miss Betony auf den Weg, muss jedoch bald feststellen, dass sich in der Schule wirklich mysteriöse Dinge abspielen. Und während sie noch versucht die komplizierten Beziehungen von Schülerinnen und Lehrerinnen zu durchdringen fällt ihr Verdacht auf einen Mann, der alle Bewohner des Internats in seinen Bann zu ziehen scheint: den „Großen Ambrosio“, ein Wahrsager. Warum nur folgen alle diesem Mann? Und was bezweckt er? Oder ist alles nur ganz harmlos und die Gefahr lauert woanders?

Ich liebe Krimiklassiker! Und von Dorothy Bowers hatte ich zu meinem Leidwesen noch nie gehört, obwohl sie in den 1940ern zu den erfolgreichsten Kriminalschriftstellerinnen Englands gehörte und von Dorothy L. Sayers in den ehrwürdigen „Detection Club“ geladen wurde. „Miss Betony in Gefahr“ bietet beste klassisch englische Krimiunterhaltung: atmosphärisch, intelligent, mit vielen falschen Fährten, einer gelungenen Auflösung und einer heldin, die Miss Marple in nichts nachsteht.

Miss Betony in Gefahr

von Dorothy Bowers

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The Tainted Cup
Simone Finkenwirth

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Wahnsinn! Irre! Unglaublich! im besten Sinne fantastisch ist dieser großartige Krimi. Er steht aktuell in der Krimibestenliste bei Deutschlandfunk Kultur. Yes! Da gehört er hin!

Kaum ausgepackt, waren meine Kollegin Sarah O'Connor und ich wie vom Blitz getroffen. Wir ahnten, dass „The Tainted Cup“ von Robert Jackson Bennett etwas ganz und gar Außergewöhnliches sein muss. Nicht nur, weil das Buch mit dem „Hugo Award 2025“ ausgezeichnet wurde. Da war noch etwas... kennen Sie doch alle! Diese Magie, die aus manchen Büchern besonders herausströmt. Und jetzt nach der Lektüre lachen Sarah O'Connor und Simone Finkenwirth immer noch. Voller Freude und Staunen über das wundersame schöne Ding aus Papier!

Alles beginnt mit einem Mord. Als unser Held an den Ort des Geschehens gerufen wird, verschlägt es auch ihm die Sprache: Aus dem Körper des toten Mannes ist ein Baum gewachsen. Wie kann das sein? Dinios‘ exentrische Chefin Ana weiß recht schnell, was es damit auf sich hat. Es bleibt nicht bei dem einen Toten. Denn kurze Zeit später geschieht an der Mauer ein Durchbruch vom Levithian ausgelöst. Wer jetzt noch bei uns ist, sollte sich schleunigst diesen unterhaltsamen wie fantastievollen Roman gönnen. Zu finden ist er auf unserer Eingangspyramide. Haben wir natürlich auch auf Englisch.

Übrigens folgt bald Teil 2. Erstmal nur auf Englisch. Aber die deutsche Übersetzung lässt sicherlich nicht lange auf sich warten. Das eingesprochene Hörbuch von Tim Gössler ist genauso beeindruckend. Eine Stimmenvielfalt und wahrer Filmgenuss! Ja, es fühlt sich wie ein extrem guter Filmritt an. Erschienen ist’s bei Hörbuch Hamburg.

Jakob und Karla Schmidt haben diesen Hochkaräter aus dem Englischen übersetzt.

The Tainted Cup

von Robert Jackson Bennett

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Tödliches Angebot
Frank Menden

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Washington D.C.
Nach 18 Monaten und 11 verlorenen Bietergefechten auf dem heiß umkämpften Immobilienmarkt ist Margo Miyake mit den Nerven am Ende. Wann endlich kann sie mit ihrem Mann in das ersehnte Traumhaus ziehen? Wann endlich wird ihr Leben endlich so sein wie sie es verdient hat? Und wann kann sie endlich mit der Familienplanung beginnen ( ihre kleine Zweizimmerwohnung ist gänzlich ungeeignet für ein Kind )?
Da hört sie von einem wunderbaren Haus in der einer heissbegehrten Wohngegend und ist sich sicher: dieses Haus muss es einfach sein.
Eine erste In Augenscheinnahme von der Straße aus ist vielversprechend. So vielversprechend, daß man die aktuellen Bewohner unauffällig beobachten kann. Eigentlich könnte man ja auch einmal unbemerkt einen kurzen Blick ins Haus werfen. Und warum sich nicht „zufällig“ anfreunden?
Doch Margo hat da bereits eine Grenze überschritten. Und schreckt vor nichts zurück, um endlich ihr Traumhaus beziehen zu können. Vor gar nichts!

„Tödliches Angebot“ ist ein wunderbar böser Pageturner mit einer zugegeben leicht erratischen Protagonistin. Aber Marisa Kashino drückt aufs Tempo, schüttelt immer neue Twists aus dem Ärmel, bis man atemlos am Ende dieser vertrackten Geschichte angekommen ist. Margo ist sicherlich keine Sympathieträgerin. Aber wer schon einmal im Leben verzweifelt eine Unterkunft gesucht hat kann nicht umhin sie für ihre Kreativität und Hartnäckigkeit zu bewundern- zumindest ein bisschen.

Tödliches Angebot

von Marisa Kashino

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Hörst du den Schrei?
Frank Menden

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Vor fünfzehn Jahren verschwand die siebenjährige Leah spurlos. In einem reinen Indizienprozess wurde ihr Vater Tobias des Mordes an seiner Tochter für schuldig erklärt, obwohl nie eine Leiche gefunden wurde.
Podcaster Markus Heger nahm sich des Falles an, aber als eine seiner Quellen, die eine aufsehenerregende neue Spur versprach, ihr Aussage wieder zurückzog, ließ er die anvisierte zweite Folge fallen.

Als sich die Journalistin Mathilde Wold aufgrund des Podcasts mit dem Fall befasst, stößt sie auf eine neue Spur. Doch bevor sie mit Markus Heger sprechen kann, verschwindet auch sie.
Heger steigt nun selbst wieder in die Ermittlungen ein und entdeckt bald einige Ungereimtheiten. Warum z.B. hat sich Tobias damals kurz vor seiner Entlassung in seiner Zelle erhängt? Markus hat immer mehr den Verdacht, dass der wahre Täter noch ungestraft weiter in der Öffentlichkeit lebt – und weiter mordet…

Der erste Krimi des Duos Jorn Lier Horst, dessen „Wisting“-Romane ich nachdrücklich empfehlen kann, und Jan-Erik Fjell überzeugt auf ganzer Linie. Geschickt verknüpfen die beiden Autoren True Crime und Crime Podcast und erschaffen eine zwar recht gradlinige, aber dennoch hochspannende Geschichte, die tief in der Vergangenheit und den menschlichen Abgründen höchst Überraschendes zu Tage fördert.
Von dem Podcaster Markus Heger wird hoffentlich noch mehr zu lesen sein…

Hörst du den Schrei?

von Jørn Lier Horst, Jan-Erik Fjell

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Das Internat
Frank Menden

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Die Geschichte der „Sally in the Wood“, eines jungen Mädchens, dass in einem weißen Kleid durch die Wälder von Thorncombe streifen soll ist gerade an Halloween in der gleichnamigen Stadt äusserst beliebt.
Als jedoch am Tag nach Halloween ein junges Mädchen im weißen Kleid, mit schwarzer Vogelmaske und rätselhaften auf die Haut gekritzelten Worten tot im Wald aufgefunden wird, steht Thorncombe Kopf. Vor allem als sich das Opfer als eine der beliebtesten Schülerinnen des ansässigen Privatinternats herausstellt, in das auch die Tochter des ermittelnden Detectives Ben Chase geht – und in der seine Ex-Frau arbeitet.
Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto undurchsichtiger wird der Fall. Immer neue Hinweise verdichten den Verdacht, dass der oder die TäterIn aus dem Internat kommt. Und das bringt Chases Tochter und Ex-Frau in größte Gefahr…
„Das Internat“ ist nach „Das Wochenende“ der zweite hochkarätige Thriller von Hannah Richell. Mit immer neuen verblüffenden Wendungen schafft sie es, die Spannung bis ganz zum Schluß zu halten.
Ein Pageturner par excellence, nahezu perfekte Thrillerunterhaltung -nach der man ungern nach Einbruch der Dunkelheit einen Waldspaziergang unternehmen möchte…

Das Internat

von Hannah Richell

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Eine vorbildliche Tochter
Frank Menden

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Die Investigativjournalistin Camila Jones hat sich auf eine kleine Halbinsel in North Carolina zurückgezogen. Hier möchte sie Abstand von ihrem bisherigen Leben gewinnen und überlegen, wie es in Zukunft weitergehen soll. Alle Anfragen ihres alten Arbeitgebers werden abgeblockt, die FaceTime Gespräche mit ihrem Sohn sind ihr einziger Kontakt zur Aussenwelt.
Eines Tages steht der Leiter der lokalen Tageszeitung vor ihrer Tür und bittet sie um ihre Hilfe.
Vor einigen Monaten ist die 14jährige Sophie in der nächstgelegenen Kleinstadt auf dem Festland verschwunden, die Polizei ging von Selbstmord aus. Doch seitdem haben sich andere Hinweise ergeben, es scheint deutlich mehr hinter dem Verschwinden zu stecken als es die zuständigen Behörden zugeben wollen.
Camilas Interesse ist geweckt. Schnell verschafft sie sich einen Überblick und hegt schon bald einen ungeheuren Verdacht: könnte Sophie noch leben?

Fernando Axats „Eine vorbildliche Tochter“ ist ein sogenannter Slow Burner. Doch sobald Setting und Charaktere etabliert sind nimmt der Thriller vermehrt Tempo auf und überrascht mit immer neuen, verblüffenden Wendungen.
Ein absoluter Pageturner, bei dem sie die ein oder andere durchwachte Nacht einkalkulieren müssen.
Hervorragend!

Eine vorbildliche Tochter

von Federico Axat

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Manche Schuld vergeht nie
Frank Menden

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Natürlich ist es auch bei Genreliteratur immer schwierig etwas zu entdecken, was überrascht , mitreißt, neue Impulse setzt.
Aber wenn, dann muss ich das Buch in einem Rutsch weglesen, egal wann am nächsten Tag der Wecker klingelt.

So ein Kriminalroman ist „Manche Schuld vergeht nie“ von Elly Griffiths.
Protagonistin Ali Dawson, eine Kriminalbeamtin, arbeitet unter strengster Geheimhaltung, nur wenige Menschen sind mit ihren Missionen vertraut: einstündige Reisen in die Vergangenheit, um dort bislang ungeklärte Mordfälle zu untersuchen.
Der neueste Auftrag erweist sich als besonders kniffelig, denn zum einen wird Ali persönlich von einem Mitglied der britischen Regierung für die Mission angefordert. Zum anderen wird sie zum ersten Mal für die Menschen der Vergangenheit sichtbar sein, für die Menschen im London des 19. Jahrhundert.
Als Ali zum verabredeten Zeitpunkt nicht zurückgeholt werden kann, ergeben sich sowohl in der Vergangenheit als auch der Gegenwart Situationen, die sich jeglicher Kontrolle zu entziehen scheinen….

Es gab bei der Lektüre dieses intelligent konstruierten Romans zwei PlotPoints, die ich so genial fand, dass ich einfach dran bleiben MUSSTE.
Natürlich werde ich sie hier nicht spoilern, aber für alle, die ungewöhnliche, spannende, intelligente Krimis mit hervorragend gezeichneten Figuren lieben, tja, für die führt kein Weg an diesem brillanten Krimi vorbei.
Großes Kino!

Manche Schuld vergeht nie

von Elly Griffiths

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Seidenstraße
Frank Menden

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In Hamburg werden die Proteste gegen ein geplantes Handelsabkommen mit China immer lauter, vor den Toren der Hamburger Transportgesellschaft wird demonstriert. Als in der Innenstadt eine chinesische Unternehmensberaterin ermordet wird, ist dies für die Boulevardpresse und die sozialen Medien ein gefundenes Fressen: war Jessica wang vielleicht eine chinesische Spionin?
Fast gleichzeitig kommt in Berlin ein Bundestagsabgeordneter unter mysteriösen Umständen zu Tode. Könnte es eine Verbindung zwischen den beiden Todesfällen geben?

Der ehemalige BND Agent Max Österreich, seines Zeichens Sicherheitschef des Hamburger Hafens und die Journalistin Laura Schneider machen sich erst unabhängig voneinander, dann aber gemeinsam, auf die Suche nach Motiven und Zusammenhängen. Dabei kommen sie einer Verschwörung auf die Spur, die globale Auswirkungen zu haben scheint - und sie immer mehr ins Fadenkreuz von Polizei, Politik und Geheimdiensten geraten lässt…

Robert Lackner legt mit „Seidenstrasse“ einen temporeichen intelligenten und kenntnisreichen Polit- und Wirtschaftsthriller vor. Das Thema ist brandaktuell, und durch die Vermischung von Fakten und Fiktion erhält der Thriller noch mehr Brisanz.
Ein hervorragend recherchierter, actionreichen Roman, der gekonnt die vielen Handlungsfäden zusammenführt und der an atemloser Spannung kaum zu überbieten ist.

Seidenstraße

von Robert Lackner

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Der Beweis meiner Unschuld
Frank Menden

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Jonathan Coe schreibt hervorragende politische Romane, die zugleich äußerst unterhaltsam sind .
Sein neuester, „Der Beweis meiner Unschuld“ , übersetzt von Cathrine Hornung, ist da keine Ausnahme.

Auf den ersten Blick ein Kriminalroman ( die FAZ bezeichnet ihn gar als „idealen Krimi für das postfaktische Zeitalter“) bietet der Roman jedoch deutlich mehr .

Aber kurz zur Handlung: der Journalist Christopher will bei einem Kongress in einem alten englischen Herrenhaus, eine rechtsextreme Organisation entlarven - und kurze Zeit später muss die herbeigerufene herrlich schrullige an Margaret Rutherfords Miss Marple erinnernde Kommissarin einen Mord aufklären. Oder sind es gar zwei ?

Die junge Literaturwissenschaftlerin Phyl, wieder bei den Eltern wohnend und von ihrem Job in einem Sushi Schnellrestaurant am Flughafen genervt, geht diesen Fall anders an.
Im Stil eines Cosy Crime Krimis beschreibt sie den Fall, im Stil von „Dark Academy“ kommt sie einem verschollenen Manuskript auf die Spur, welches eine signifikante Bedeutung im verhandelten Fall innehat . Und zu guter letzt verhandelt der dritte Teil die Vor- und Nachteile von Fiktion und Autofiktion.

Verwirrt? Müsst ihr nicht sein. Jonathan verbindet beste Unterhaltung mit einer spannenden und überaus aktuellen Geschichte, die hervorragend recherchiert ist und die trotz aller literarischen Verspieltheit ihre Aussagen sehr ernst nimmt .

„Wütende Männer. Ich weiß nicht, worüber sie so wütend sind, denn eigentlich setzen sie doch immer ihren Kopf durch, oder? Und doch sind wir ein Leben lang von wütenden Männern umgeben.“

Der Beweis meiner Unschuld

von Jonathan Coe

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Bad Men
Frank Menden

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Saffy Huntley-Oliver ist ein ehemaliges Model mit einem abgeschlossenen Kunstgeschichtsstudium, sitzt im Vorstand dreier Wohltätigkeitsorganisationen, ist Vegetarierin und – Serienkillerin. Letzteres ist für sie jedoch überhaupt kein Gegensatz zu ihrem „normalen“ Leben, schließlich bringt sie ausschließlich Männer um, die es verdient haben. Und davon gibt es ja leider Gottes mehr als genug auf der Welt.
Das einzige, was Saffy tatsächlich etwas peinlich ist: sie hat sich verliebt. Und zwar nicht in irgendjemanden, oh Nein!
Ihr Auserwählter ist der berühmte Podcaster Jonathan Desroisiers, der sich um die Aufklärung von Morden verdient macht.
Während Saffy sich also auf ihren nächsten „gesellschaftlichen Auftrag“, ergo ihren nächsten Mord vorbereitet, muß sie sich auch noch Gedanken darum machen, wie sie Jonathan für sich gewinnen kann.
Aber wenn Saffy eins kann, dann ist es Männer aufzuspüren….

Was für ein Spaß! Diese exquisite Mischung aus Krimi und sehr schräger RomCom überzeugt durch eine wunderbar gezeichnete Hauptfigur und jeder Menge Spannung.
Ein etwas anderer Krimigenuss!

Bad Men

von Julie Cohen

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Pretty Perfect
Frank Menden

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Eigentlich sollte es der Ort für ein romantisches Wochenende sein, ein Ort, um die Ehe von Ellery und Luke Wainwright wieder in die „richtigen“ Bahnen zu lenken. Doch nun ist die Ehe nur noch Geschichte, Luke hat eine neue Freundin und Ellery ist am Boden zerstört.
Nur durch das gute Zureden ihrer besten Freundin macht sie sich doch auf den Weg in das luxuriöse und abgelegene Luxusressort. Dass dort zu allem Überfluß auch noch eine Hochzeit ansteht droht das fass an Emotionen für Ellery zum überlaufen zu bringen. Gottseidank lernt sie doch schnell sympathische Menschen kennen. Als es so scheint als könne es nun doch ein halbwegs schönes Wochenende werden, findet Ellery beim morgendlichen schwimmen eine Leiche – den Bräutigam am Vortag überraschend abgebrochenen Hochzeit.
Zu allem Unglück macht ein verheerendes Unwetter das Ressort unpassierbar. Niemand kann rein, niemand kommt raus. Und dann geschieht ein weiterer Mord…

Wer seine Freude an der Anthologieserie „White Lotus“ hatte kommt hier voll auf seine Kosten. Ellery und ihre neugewonnen Freunde sind sympathische Hobbydetektive, die raffiniert und mit Charme an die Aufklärung der Verbrechen herangehen – und das ein oder andere Geheimnis der anderen Gäste aufdecken.
Perfekt für einen kuscheligen Herbstnachmittag auf der Couch.

Pretty Perfect

von Ally Condie

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Nacht über Soho
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Ich bin dem Dunklen und Verbotenen nicht gänzlich abgeneigt. Sieht man mir nicht an. Ist auch gut so und gewissermaßen mein Deckmantel. Aber ich sauge Geschichten über Figuren auf, die nicht immer ganz konform sind. Daher rührt wohl meine Begeisterung für die meisterhafte Serie "The Sopranos". An die musste ich bei "Nacht über Soho" von Kate Atkinson denken, deren Buch sehr lange in der Krimibestenliste thronte. Was mich erfreut und gleichermaßen erstaunt hat.

Denn dies ist kein Krimi oder sagen wir kein gewöhnlicher. Kate Atkinson hat sich von Kate Meyrick inspirieren lassen. Die Dark Lady war viele Jahre lang die Herrscherin über die Clublandschaft von Soho. Kate hatte wie Atkinsons Hauptfigur Nellie Coker eine reiche Kinderschar. Durch einen Zufall gerät die alleinerziehende Nellie an Diebesgut und beginnt damit ihr Imperium geschickt aufzubauen. Nun einige Jahre später ist sie aus dem Gefängnis entlassen worden. Ihre vier Kinder haben während iher Abwesenheit die Clubs am Laufen gehalten. Aber nicht alle sind einfach oder sagen wir businesslike.

Seit geraumer Zeit tauchen tote junge Frauen auf. Der Inspektor John Frobisher saust von einem Leichenhaus zum nächsten und hat gleichwohl Nellie im Visier. Als er auf die Bibliothekarin Gwendolen trifft, sieht er in ihr die perfekte Ermittlerin, die sich undercover in den Clubs umhören soll. Als die junge Frau in einer ihrer Nächte bei einer Schießerei in einem der Clubs jemanden rettet, wird Nellie auf sie aufmerksam...

Das Figurenkabinett ist vielseitig und von Atkinson empathisch gezeichnet. Wir haben neben den Cokers und dem Ermittler zudem korrupte Beamte und zwei Mädchen aus York, die in London ihr Glück als Tänzerinnen finden wollen.

"Nacht über Soho" ist ein Slowburner im allerfeinsten Sinne. Atkinson entführt uns ins London der 20er Jahre. Es funkelt, vibriert und ist verboten gut! Als absolut anziehend empfinde ich jede Seite. Und das Gros der Figuren wächst mir sehr ans Herz, selbst der schreibende Ramsay Coker. Oder sein Bruder Niven, der Gwendolen umschwärmt wie eine Motte das Licht. Ein must-read für alle Sopranos, Clubmenschen und Fans verbotener Früchte!

Nacht über Soho

von Kate Atkinson

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Ein höheres Ziel
Frank Menden

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Vier Freunde der Stockholmer Society feiern einen standesgemäßen Junggesellenabschied an der Cote dÀzur. Doch als die für einen feuchtfröhlichen Abend ausgesuchte Bar von bewaffneten Männern überfallen wird, beginnt für Amir Yasin ein Alptraum.
Der aus dem Irak stammende Amir wollte an der Bar eine Runde Getränke ordern, als er mitten in die beginnende Schiesserie gerät und unter einem der Opfer begraben wird. Die herbeieilende Polizei stuft den Angriff als Terrorakt ein und nimmt Amir trotz aller Proteste seinerseits als Tatverdächtigen mit - schliesslich passt er aufgrund seiner Herkunft exakt ins Täterschema des ehrgeizigen Ermittlungsrichters.
Was folgt ist ein Martyrium ohnegleichen: Amir landet in einem der berüchtigten Gefängnisse Frankreichs, völlig isoliert, ohne nennenswerte juristische Unterstützung oder gar einem Dolmetscher.
Die schwedische Justiz und seine Familie und Freunde sind machtlos. Als sich jedoch die schwedische Staatsanwältin Esther Edh und ihre Chefin Fabia Moretti den Fall genauer ansehen scheint es etwas Hoffnung für Amir zu geben…

Zur falschen Zeit am falschen Ort -und schon ist man den Mühlen des ( ausgehebelten ) Gesetzes vollkommen ausgeliefert. So könnte man das Schicksal Amirs beschreiben. Malin Thunberg Schunkes überaus fesselnder und erhellender Kriminalroman „Ein höheres Ziel“ verdeutlicht, wie Ehrgeiz auf Seiten der Ermittlungsbehörden zu fatalen Fehleinschätzungen führen kann. Die studierte Rechtswissenschaftlerin bleibt bei aller Spannung immer faktentreu und fächert sowohl das europäische Rechtssystem als auch die Emotionen aller Beteiligten auf beiden Seiten genau auf.
Herausgekommen ist ein ungewöhnlicher und Justizkrimi, der auf der Höhe der Zeit ist - und einen mitunter schaudern lässt.
Ein erhellendes Nachwort der Autorin erklärt noch einmal die wichtigsten Fakten des Buches.
Ein Jahres-Krimihighlight!

Ein höheres Ziel

von Malin Thunberg Schunke

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Das Ausmaß von Liebe
Simone Finkenwirth

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Eine geschätzte Stammkundin hat mir den Italiener wärmstens empfohlen. Erschienen ist „Das Ausmaß von Liebe" bei der Edition Converso, die 2021 mit dem Verlagspreis prämiert wurde. Nicht nur haptisch ist das Buch eine Augenweide, auch das seidenweiche Papier und der Satz sind einfach fantastico! Wer ist die Edition CONVERSO?

„Die Edition CONVERSO will – wie bereits im Namen anklingt – die Kehrseite der Dinge ans Licht holen; spannt dazu Literaturen aus allen Regionen rings um Mittelmeer, Adria und von den Küsten Kleinasiens ein: Widerstand und Aufklärung. Aufbrechen stereotypisch, rassistisch geprägter Denkmuster." So steht es auf der liebevollen gestalteten Verlagsseite. Wer Italien liebt, sollte sich das Programm unbedingt anschauen wie den ausgezeichneten Autor. 2024 hat Fabio Stassi für „Die Seele aller Zufälle" den Hermann-Kesten-Preis des deutschen PEN erhalten.

Vince Corso ist der Ich-Erzähler dieses charmant erzählten Detektivromans. Er arbeitet als Bibliotherapeut und Detektiv in Rom. Unser Held will seine Liebste in Neapel besuchen und landet im falschen Zug. Dieser fährt nach Mailand. Sein Reisegenosse sagt, dass alles seine Richtigkeit hat, während er auf das Buch seines Gegenüber deutet. „Vielleicht wissen Sie es noch nicht, doch es könnte der Moment gekommen sein, diese Reise zu machen." Am Ende landet Vince in Nizza. Ich könnte ihn dafür umarmen, dass er tapfer seinen neuen Weg einschlägt.

Dieses Buch ist einfach grandios schön und Vince ein unglaublich sympathischer Held, die Sprache eine Wonne an Lesesfreude und die Kulisse traumhaft. Alle Sinne sind geschärft und seufzen. Man kann die Bände unabhängig voneinander lesen, das hat mir die Verlegerin Marion Lustig bestätigt. Annette Kopetzki hat das Buch ins Deutsche übertragen. Un grande ringraziamento a tutti!

Das Ausmaß von Liebe

von Fabio Stassi

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Das Geheimnis des roten Hauses
Frank Menden

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Sommerfrische auf dem Land. Mark Ablett, Mäzen der schönen Künste und seines Zeichens Schriftsteller, wenn auch ein recht schlechter, hat wie üblich in seine Residenz geladen. Unüblich ist jedoch, dass sein Bruder Robert zu Besuch kommen möchte. Ein Bruder, von dem noch nie jemand gehört hat und der wahrscheinlich nicht ohne Grund seit fünfzehn Jahren in Australien lebt.
Unter den Gästen befindet sich auch Anthony Gillingham, der hier einen Freund besuchen möchte. Bei seiner Ankunft wird er Zeuge eines dramatischen Vorfalls: nach einem Streit zwischen den Brüdern fällt in Marks Studio ein Schuss. Als man die Tür endlich öffnen kann findet man Robert mit durchschossenen Schädel, von Mark fehlt jede Spur.
Für den herbeigerufenen Inspektor Birch ist der Verdächtige schnell klar: es muss der flüchtige Mark sein. Doch Anthony Gillingham hat berechtigte Zweifel und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln…

Wie bedauerlich, dass „Das Geheimnis der roten Hauses“ der einzige Kriminalroman des „Winnie the Pooh“ Schöpfers A.A. Milne ist. Dieser in bester britischer Kriminalliteratur stehende Roman bietet alles, was das Hertz begehrt: ein englischer Landsitz, die feine Gesellschaft, ein verschlossenes Zimmer, mysteriöse Gäste, hervorragend entwickelte Charaktere und eine verwickelte, intelligente Handlung, die bis zum Schluß hervorragend unterhält.
Ein zu Recht wieder aufgelegter Klassiker.

Das Geheimnis des roten Hauses

von A. A. Milne

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Hard Girls
Frank Menden

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Ich mag Bücher, die sich jeglicher Kategorisierung entziehen. Die überraschen und ausgetretene Genrepfade verlassen.

„Hard Girls“ von J. Robert Lennon , übersetzt von Stefan Lux trägt das Etikett „Thriller“ auf dem Cover. Und ja, die Geschichte der beiden Schwestern Jane und Lila, die sich nach jahrelanger ( und sich in Rückblicken erklärender ) Funkstille auf die gemeinsame Suche nach ihrer ebenfalls vor Jahren verschwundenen Mutter machen, hat viele Zutaten eines Thrillers .
Gleichzeitig ist dies jedoch auch ein Familienroman, ein Roman über Schwestern, über das Verhältnis von Muttern und Töchtern, ein Spionageroman, ein Buch über unglückliche Beziehungen und auch eine „Road Novel“.

Vor allem aber ist dieser Roman ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann, ein Buch voller Twists, unglaublich spannend, mit lakonischem Humor gewürzt und mit zwei Protagonistinnen, die spröde sind und uns doch wunderbar unterhalten, die uns an Herz wachsen und unvergesslich sind.

Wer also Lust hat auf eine fesselnde, spannende, dramatische Geschichte voller familiärer Verwicklungen hat, der sollte zu diesem Buch greifen und sich mit Jane und Lila auf eine Reise begeben, die so überraschend wie erfrischend die Genres vermischt.

Hard Girls

von J. Robert Lennon

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Riot Girl
Simone Finkenwirth

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Den zweiten Monat in Folge steht Susanne Kaiser mit ihrem Krimi-Debüt "Riot Girl" in der Krimibestenliste. So was stimmt mich besonders neugierig. Daher habe ich das Buch aufgeschlagen.

Bevor wir in die Geschichte eintauchen, sollten Sie wissen, dass die Autorin bereits ein Sachbuch unter dem Titel "Backlash" veröffentlicht hat. Darin geht es um die neue Gewalt gegen Frauen. Ich erwähne dies deshalb, weil das Thema in dem Krimi eine zentrale Rolle spielt.

Die LKA-Forensikerin Obalski wird als verdeckte Ermittlerin beim Jugendamt in München eingesetzt. Sie soll Verbindungen und Infos zu einer neuen radikalen weiblichen Vereinigung "Influenzas" herausfiltern. Über Social Media planen die Mädchen Aktionen, einmal geht sogar ein Beben durch München.

Gleich zu Beginn wird die Ermittlerin mit einem verletzten Mädchen konfrontiert. Maja hat an den Handgelenken Verletzungen, die beim genaueren Hinsehen auf ein Symbol hindeuten. Handelt es sich um ein Runenzeichen? Als Obalski später Maja zu Hause aufsucht, macht sie erschreckende Entdeckungen.

Der Krimi ist rasant, nimmt natürlich im Verlauf an Spannung zu und wartet mit einem packenden Finale auf. Atemlos folge ich der sympathischen Ermittlerin. Man merkt der Autorin ihre Expertise an. So beschäftigt sich die Journalistin seit 20 Jahren mit den Machtverhältnissen zwischen Männern und Frauen in muslimischen und westlichen Gesellschaften. Sie schreibt und spricht u.a. für Die Zeit, Der Spiegel, Deutschlandfunk Kultur. Und teilt ihr Wissen auch bei arte, WDR und Pro7.

Ein zeitgemäßer Kriminalroman, der erneut verdeutlicht, welchen Einfluss die sozialen Netzwerke wie TikTok heutzutage haben können. Und wie sich Wut und Verzweiflung junger Frauen entladen kann. Viel schlimmer ist allerdings die Tatsache, was wirklich hinter der Aktion der Mädchen steht. Das lässt mich einerseits fassungslos zurück. Andererseits bin ich der Autorin dankbar, dass sie dieses Thema in ihrem literarischen Krimi aufdeckt.

Riot Girl

von Susanne Kaiser

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Ámbar
Frank Menden

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Mit 12 lernte Ambar von ihrem Vater Kugeln zu entfernen und Wunden zu nähen. Ein Jahr später brachte er ihr das Schießen bei und wie man ein Auto kurzschließt.
Für die mittlerweile 15jährige Ambar ist es also normal, mit ihrem kostbarsten Besitz, einer Schrotflinte, ihren Vater zu begleiten – Victor Mondragon ist schließlich ein gefährlicher und gesuchter Gangster.
Doch das von Gewalt, gefälschten Pässen, Scheinidentitäten und immer neuen Unterkünften geprägte Leben hat zwar durchaus seinen Reiz, aber was, wenn sie ihrem geliebten Vater doch nicht so voll vertrauen kann wie immer gedacht?

Mit einer ungewöhnlichen Protagonistin wartet dieser hochgelobte argentinische Thriller auf. Und nicht nur dies ist ungewöhnlich an dieser explosiven und absolut kurzweiligen Mischung aus Road-Novel, Coming-of-age Geschichte und rasantem Thriller. Wie Nicolas Ferraro durch die Augen Ambars die ( argentinische ) Machokultur entlarvt und wie sich seine zwar noch durchaus kindliche aber äußerst gewiefte Heldin in ihr behauptet, das muss man einfach gelesen haben. So einen Thriller, so eine Heldin hat man schon lange nicht mehr erlebt, wenn überhaupt. Rasant, knackig, explosiv!

Ámbar

von Nicolás Ferraro

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Jenseits aller Zeit
Simone Finkenwirth

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Krimis gibt es wie Sand am Meer. Meine Passion ist es, daraus die Perlen zu fischen. Ich lese die skandinavischen genauso gern wie die englischen, aber auch Noirs, klassische Detektivgeschichten und literarische feine Titel, die ich regelmäßig aus der Krimibestenliste von Deutschlandradiokultur empfange wie „Jenseits aller Zeit“ von Sebastian Barry.

Hier stehe ich neben Tom Kettle. Der pensionierte Kriminalbeamte hat sich nach vierzig Jahren zur Ruhe gesetzt und lebt in einer kleinen Wohnung, die Teil eines großen viktorianischen Hauses ist, das im beschaulichen Küstendorf Killeney steht. Am liebsten sitzt Tom in seinem Korbsessel, hier ist er „der Hüter der Zeit", der aufs Wasser blickt und übers Leben sinniert. Von dort muss er sich jetzt erheben, als es unerwartet an der Tür klingelt. Wer stört ihn da in seiner Ruhe?

Zwei Polizeibeamte, und sie haben etwas auf dem Herzen. Es dauert, bis sie mit der Sprache herausrücken, erstmal Smalltalk über dies und das. Sie bitten ihn schließlich, sie bei einem ungeklärten Mordfall zu unterstützen, der dreißig Jahre zurückliegt. Tom hält inne und überlegt, ob er diesen Schritt zurück in eine Vergangenheit gehen soll, die er ad acta gelegt hat. Denn dieser Fall ist eine sehr persönliche Angelegenheit.

Was Sebastian Barry hier Seite um Seite brillant spinnt, ist fein komponiert und gleichwohl harter Tobak. So wandelt sich die zunächst stille in eine tragische Geschichte, geht es doch um Kindermissbrauch in der katholischen Kirche. Viel Wut ist im Spiel, und eine Rache, die Erlösung schaffen soll.

„Jenseits aller Zeit" enthält alles, was ich an Barry so schätze: Seine eigensinnigen Figuren, die Liebe zur irischen Natur und das Feingespür, unterschiedlichste Nuancen des Lebens literarisch kunstvoll abzulichten, sodass sich das Buch ganz tief in deine Seele einbrennt.

Brillant, eindringlich und unbedingt empfehlenswert, auch für Lesekreise. Aber ich will ehrlich sein: Freunde von Mainstream-Krimis könnten enttäuscht sein. Alle anderen haben die Chance, einen der besten Kriminalromane seit langer Zeit zu lesen. Sozusagen einen Krimi jenseits aller gewöhnlichen Krimis.

Jenseits aller Zeit

von Sebastian Barry

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Der letzte Mord am Ende der Welt
Simone Finkenwirth

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Stuart Turton ist der Meister der Locked-Room-Mystery. Schon seine beiden Romane „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ und „Der Tod und das dunkle Meer“ hat hierzulande für begeisterte Leserstimmen gesorgt. Auch sein neues Buch „Der Mord am Ende der Welt“ ist ein packendes, raffiniertes, unheimliches und unvergessliches Lesevergnügen. Diejenigen, die wie ich „Prophet“ von Sin Blaché und Helen Macdonald gelesen haben, werden hier auf ihre Kosten kommen.

Dieses Mal nimmt uns Turton mit auf eine Insel, auf der noch einige hundert Menschen leben, die letzten ihrer Art. Eine Handvoll Wissenschaftler sorgen fürs Überleben. „Jeder Einzelne von euch muss gepflegt und gewartet werden, damit ich meine Arbeit erledigen kann. Gelegentlich müsst ihr versetzt werden.“ Das sagt Abi – die Ich-Stimme, die sich hin und wieder ins Geschehen einmischt und sogar in die Köpfe der Menschen eindringt. Jede Person erreicht nur das 60. Lebensjahr. Stirbt einer, kommt Nachschub. Woher und wie, erfährt man erst im Laufe der faszinierenden Geschichte.

Um diese Insel herum ist eine Nebelwand, die alles abtötet, was sich darin verfängt. Als nun eine der Wissenschaftlerinnen stirbt, droht die Ausrottung aller Lebewesen auf der Insel. Es bleiben nur 107 Stunden, um den Mörder zu finden. Oder das angeknackste System – denn das ist die Insel – am Laufen zu halten.

Atemlos folge ich den wichtigen Retterinnen wie Emory, ihrer Tochter Clara und Thea, eine der Wissenschaftlerinnen. Bei ihrer Spurensuche macht Emory erstaunliche Entdeckungen, die ihr bisheriges Weltbild ins Wanken bringt.

Wow! Was für ein Wahnsinnsbuch! Da es sich zwischen Science Fiction und Krimi bewegt, habe ich das Buch in unsere Fantasy-Abteilung gestellt. Denn gewöhnliche Krimifans könnten fremdeln. Alle anderen werden begeistert sein und sich in einen Rausch lesen. Sprachlich wie vom Plot her ist das Buch allererste Sahne. Besonders berührt hat mich am Ende noch das Nachwort des Autoren, das sich an uns Lesende richtet.

Der letzte Mord am Ende der Welt

von Stuart Turton

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Echokammer
Frank Menden

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Norwegen, kurz vor der Parlamentswahl.
Die Anti-Terror Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong versuchen fieberhaft einer Gruppe von nationalen Extremisten auf die Spur zu kommen, die mit einem Anschlag auf die norwegische Zivilgesellschaft drohen.
Gleichzeitig wird der Wahlkampf mit immer härteren Bandagen geführt, niemand scheint mehr den Überblick zu haben, ob wirklich die Akteure die Schlagzeilen diktieren oder ob sie selbst manipuliert werden.
Fakt ist nur: es soll Chaos herrschen.
Während die politische Situation immer undurchsichtiger wird scheinen Benjamin und Tong endlich vor einem Durchbruch zu stehen. Doch werden sie es in der knappen Zeit noch schaffen das Ruder rumzureissen?

Ingar Johnsruds Thriller „Echokammer“ wirkt wie eine Mischung aus „Borgen“ und den Thrillern von Jo Nesbo. Temporeich, intensiv und fesselnd, am Puls der Zeit und meisterhaft komponierte preisgekrönte Thriller, der einen erst nach 448 Seiten wieder zu Atem kommen lässt. Ein raffinierter und hochgradig glaubwürdiger Thriller mit Suchtcharakter

Echokammer

von Ingar Johnsrud

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Das Schattenjahr
Frank Menden

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Eine echte Entdeckung!

Der Autor Jeffrey Ford war mir bis dato nirgendwo begegnet. Umso erfreulicher ihn jetzt entdeckt zu haben .
Schon 2008 ist „Das Schattenjahr“ im Original erschienen , jetzt ist er im Wandler Verlag ( von dem ich auch noch nie etwas gehört habe ) in der Übersetzung von Eva Bauche-Eppers erschienen.

Wir sind in den USA, in den 1960ern. Hier lebt der Ich-Erzähler zusammen mit seinen Geschwistern Mary und Jim, dem überarbeiten Vater und der dem Alkohol gern zusprechenden Mutter in einer Kleinstadt, die Großeltern leben gleich nebenan.
Das Leben ist leidlich spannend und ereignislos, das Warten auf den Eiswagen und die Aussicht auf den Gewinn des legendären Super Eisbechers sind die Highlights des Sommers.
Das ändert sich, als bei den Nachbarn ein Spanner durch das Badezimmerfenster schaut - und kurz darauf ein Junge verschwindet.
Für die Geschwister ein klarer Fall: sie werden den Verschwundenen finden. Doch Detektiv zu spielen war noch nie ungefährlich….

Dies ist ein ungemein fesselnder Roman, voller wunderbarer Ideen, atmosphärisch gelungen und changierend zwischen Stephen King und Jack Kerouac, wie die FAZ sehr richtig feststellt.
Jeffrey Ford hat insgesamt fünf Romane und diverse Kurzgeschichten geschrieben, die sich einer festen Genrebezeichnung entziehen - und wahrscheinlich deshalb so faszinieren.

Ich kann diesen Roman allen ans Herz legen, die sich vor allem mal wieder in einer etwas anderen Geschichte verlieren wollen.

Das Schattenjahr

von Jeffrey Ford

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Haltlos
Simone Finkenwirth

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Sarah Nisi ist für ihre raffinierten psychologisch feinen Thriller bekannt und beliebt. Diesem Ruf wird sie auch in ihrem neuen Buch „Haltlos“ gerecht. Eine atemlos machende Lektüre, durch die man förmlich hindurch rauscht.

Emily ist eine der Hauptfiguren. Sie ist gerade dabei, die Wohnung ihrer Freundin Liv auszuräumen. Liv wurde kürzlich auf die Londoner U-Bahngleise geschubst und starb. Emily war Zeugin der Tat, kann sich aber an nichts mehr erinnern. Seitdem plagen sie Albträumen und auch der seltsame Nachbar von Livs Wohnung Shakes verhält sich seltsam. Während die Polizei den Vorfall als Selbstmord einstuft, kann Emily nicht daran glauben und beginnt eigenständiig zu recherchieren...

Sarah Nisi hält den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht. Das gelingt durch sehr kurze Kapitel und Perspektivwechsel verschiedener Figuren. So erleben wir nicht nur Emilys und Shakes Sicht, sondern auch noch die einer dritten Person. Und noch etwas hat mich eingenommen: Eine düstere Atmosphäre, die an verregnete Tage erinnert.

Ein unblutiger und flotter Thriller mit einem schönen Setting: So spielt die Handlung in London.

Haltlos

von Sarah Nisi

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Schmerz
Frank Menden

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Im Thingvellir Nationalpark auf Island verschwindet ein Teenager. Da alle Beamten bei einer großangelegte Razzia benötigt werden fällt der Fall zwei Aussenseitern zu: Dora, die nach einer Hirnverletzung an den Schreibtisch verpennt wurde und Rado, der Aufgrund familiärer Verstrickungen im Kollegium misstrauisch beäugt wird.
Doch was wie ein leichter Vermisstenfall aussieht entpuppt sich mehr und mehr zu einem undurchsichtigen Dickicht, der das ungleiche Duo auf ständig neue Fährten führt - und mit einer absoluten Überraschung endet!

Als Island Fan MUSSTE ich diesen neuen Island Thriller einfach lesen - und ich wurde nicht enttäuscht. Nerven mich sonst die zumeist ausufernden Macken der Ermittler, wurden sie hier kongenial eingesetzt. Auch die Geschichte entwickelt sich völlig anders als anfangs geglaubt. Durch die Mischung aus Ermittlung und Backstory von Dora und Rado gewinnt der Roman an Fahrt und wird zunehmend eindringlicher.
Ein hervorragender skandinavischer Thriller auf der Höhe der Zeit, mit einem wirklich überraschenden fulminanten Ende. Im Herbst geht es weiter, und ich verspreche Ihnen: nach der Lektüre werden sie diesem ebenso entgegenfiebern wie ich.

Schmerz

von Jón Atli Jónasson

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Der Junge, der Rache schwor
Frank Menden

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Kajsa Coren ist eine erfolgreiche Journalistin. Ihre Arbeit fürs Fernsehen ist zeitintensiv, voller Deadlines und hält sie wie ihre beiden Kinder ständig auf Trapp. Ihr Ehemann, der als Profiler für die Kriminalpolizei arbeitet, ist da nur bedingt eine Hilfe.
Als Kajsa mitten in der Recherche zu Missbrauchsfällen in staatlichen Kinderheimen recherchiert, wird unweit von Ihrem Haus ein älteres Ehepaar ermordet. Obwohl sie ihrem Ehemann versprochen hat nicht mehr zu aktuellen Kriminalfällen zu recherchieren kann Kajsa nicht anders – vor allem, als sie mehrere mysteriöse Anrufe zu bestätigen scheinen was sie schon bald ahnte: es gibt einen Zusammenhang zwischen ihrer Fernsehrecherche und dem Doppelmord an ihren Nachbarn. Doch wie sehr Kajsa in ein Wespennest gestochen hat wird ihr erst klar, als es fast zu spät ist….

Trude Teige ist hierzulande durch ihren Bestseller „Als Großmutter im Regen tanzte“ bekannt geworden. Ich persönlich finde ihre Reihe um die Journalistin Kajsa Coren, deren erster Band jetzt wieder neu aufgelegt wurde, noch viel besser. Trude Teige verbindet hier historische Begebenheiten mit einem sozialkritischen und spannenden Plot. Kombiniert mit einer so sympathischen Hauptfigur wie Kajsa kommt dabei packende Krimikost heraus, die keine Wünsche offen lässt!

Der Junge, der Rache schwor

von Trude Teige

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Dunkle Momente
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Wir urteilen täglich, meistens unbewusst. Es sind vor allem unsere Vorstellungen und Prägungen, die uns dabei lenken. Nur wer gibt schon gern zu, dass er sich getäuscht hat in seiner Meinung? Elisa Hoven macht dies auf zutiefst menschliche Weise. Allein dafür möchte ich das Buch allen in die Hand drücken. Die Autorin ist Professorin für Strafrecht und Richterin im Sächsischen Verfassungsgerichtshof. Aber nicht nur deshalb ist die Lektüre lesenswert.

Elisa Hoven hat bereits Bücher geschrieben. Mein Kollege Frank Menden schwört sehr auf „Strafsachen“, das sie zusammen mit Thomas Weigend geschrieben hat. Während dieses ein Sachbuch ist, handelt es sich bei „Dunkle Momente“ um einen Roman. Allerdings ist es keiner mit einer stringenten Handlung, sondern eine Sammlung aus verschiedenen Geschichten um die Hauptfigur herum.

Neun Fälle sind es insgesamt und es ist wirklich alles dabei, was wir schon mal irgendwo gehört und gelesen haben. Oder es sind vollkommen neue Fälle und Einsichten. Manches scheint eingangs als ausweglos, entwickelt sich im Verlauf der Recherche als plausibel.

Wie die Geschichte des Kannibalen. Frank Schanzer wird angeklagt, einen Mann umgebracht zu haben. Und mehr noch: Körperteile gegessen zu haben. Dass Tobias Rennler diesen Tod aus freien Willen wollte, weil er in sich das Bedürfnis gespürt hat, scheint uns allen suspekt, aber: „Sexuelle Phantasien sind unsere intimsten Gedanken...“ Was sie herausfindet und belegt, ist bemerkenswert.

Die Geschichten gehen wirklich sehr nah, aber sie sind wichtig und alle eint: Eine tiefe Menschlichkeit seitens der Verteidigerin, die stets nach dem Warum sucht.

Einige denken jetzt vielleicht: Moment, das kenne ich doch von Ferdinand von Schirach. Stimmt! Doch beide haben ihren eigenen Ton. Dieses Buch empfinde ich anders. Vor allem durch die offenherzigen Einsichten und Denkimpulse. Vor allem Laien wie ich werden mit Staunen und Entsetzen durch das teilweise verzwickten Justizsystem geführt.

Was ebenfalls bemerkenswert ist, sind Hovens Töne für die Nebenfiguren: „Dabei geben sich die Anstaltsleiter meist große Mühe, das Leben der Inhaftierten erträglich zu machen. Viele, die dort arbeiten, haben Sozialpädagogik studiert, sie sind das Gegenteil dessen, was man aus amerikanischen Filmen kennt. […] Und es ist ein Kampf, denn die wenigsten Politiker wollen mehr Geld für Straftäter ausgeben, damit gewinnt man keine Wähler.“

Das sitzt. Und noch etwas passiert bei der Lektüre und dem fabelhaften Hörbuch - eingesprochen von der Schauspielerin Nina Kunzendorf: Einige Aussagen halten mich an, lassen mich länger über die Fälle nachdenken sowie über Elisa Hovens Worte: „So vieles erklärt sich aus der Kindheit des Menschen.“ Da haben wir sie: Unsere Prägungen.

Wenn ich also das nächste Mal urteile, werde ich mit Sicherheit länger innehalten. Denn jede, jeder hat seine Geschichte, handelt nicht ohne Grund.

Dunkle Momente

von Elisa Hoven

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Der Polarkreis
Frank Menden

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„Der Polarkreis“. So nannte sich der Buchclub der fünf Freundinnen, entstanden aus einem Schulprojekt in der nordschwedischen Kleinstadt. Erst wöchentlich, dann einmal im Monat trafen sich die Mädchen, diskutierten lebhaft über ihre Lektüre, führten gewissenhaft Protokoll. Doch mit zunehmenden Alter lebten sie sich auseinander, es kam zu Streitereien - und dann verschwand eine von ihnen spurlos… Vierzig Jahre später gibt der marode Brückenpfeiler die Überreste einer weiblichen Leiche preis. Recht schnell ist klar, dass es sich die Leiche der damals verschwundenen Sofia handelt. Als die vier verbliebenen Mitglieder des Polarkreises wieder aufeinandertreffen wird klar, dass es einige düstere Geheimnisse zwischen ihnen gibt. War gar eine von ihnen Schuld an Sofias Tod?….

Liza Marklund erzählt die packende Geschichte aus den unterschiedlichen Perspektiven des „Polarkreises“. Wie eine Zwiebel schält sich das Geheimnis heraus und enthüllt dabei die Dynamiken nicht nur innerhalb der Freundinnengruppe sondern der ganzen Kleinstadt. Das ist packend und mitreißend und wartet mit einigen intelligenten Twists aus. Ein wunderbar unblutiger aber dennoch hochspannender skandinavischer Krimi, der, obwohl in sich abgeschlossen, zwei Fortsetzungen haben wird.

Der Polarkreis

von Liza Marklund

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Die Durchtriebenen
Frank Menden

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Schon vor Jahren hat Alana den Kontakt zu ihrer überaus wohlhabenden Familie abgebrochen. Obwohl die Mitarbeiterin eines Frauenhauses finanzielle Zuwendungen gut gebrauchen könnte, ist doch ihre Tochter von einer chronischen Krankheit befallen.
Als sich plötzlich ihre Brüder bei ihr melden ahnt Alana nichts Gutes. Und tatsächlich: ihr wird ein delikates Angebot unterbreitet.
Ihr Vater Ed Shropshire wird nach einem Schlaganfall von seiner jungen Krankenschwester Kelly liebevoll betreut. So liebevoll, dass jetzt bald die Hochzeitsglocken klingeln sollen. Alanas Brüder sehen ihre Felle davonschwimmen und bitten ihre Schwester zu intervenieren. Sie soll Kelly ein Millionenangebot machen, sollte sie auf die Hochzeit verzichten. Dies würde sich auch für Alana finanziell lohnen.
Nach einer kurzen Bedenkzeit macht sich Alana auf den Weg zur Privatinsel der Shropshires – und stößt in ein Wespennest, denn alle verfolgen höchst eigene Interessen und niemand lässt sich in die Karten sehen….

„Die Durchtriebenen“ ist ein grandioser, abgründiger Spaß. Die Drehbuchautorin Elyse Friedman entwickelt ein Szenario, welches man gebannt bis zum Ende folgt. Reichtum, Glamour, Intrigen, raffinierte Plottwists : dieser Thriller bietet alles, was LeserInnen von „Bad Summer People“ und Fans von „Big little lies“ lieben.
Ein herrlich unkorrekter, tödlicher Spaß!

Die Durchtriebenen

von Elyse Friedman

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Bright Young Women
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Auf den letzten Metern dieses lesefreudigen Jahres hat mir der Eichborn-Verlag noch ein Highlight beschert: Das expressiv-bunte Cover von Jessica Knolls „Bright Young Women" hat mich sofort neugierig gemacht. Als ich dann noch sah, dass eine Buchhändler-Kollegin, Jasmin Humburg von Lüders, die Übersetzerin dieses Werkes ist, wusste ich sofort – unbedingt lesen! Hat mich Jasmin doch bereits mit ihrer Übersetzung von R. F. Kuangs „Yellowface" begeistert.

Die Story beginnt mit einem Brief und diesen Zeilen: „Du erinnerst Dich vielleicht nicht an mich, aber ich habe Dich nie vergessen." Pamela hat den Verfasser und die Ereignisse von damals natürlich nicht vergessen. Wie könnte sie?! Als Studentin wurde sie Zeugin eines schrecklichen Verbrechens. In der Nacht zum 15. Januar 1978 bricht ein Mann in ein Verbindungshaus auf dem Campus der Florida State University ein, misshandelt und tötet Studentinnen. Pamela sieht den Mann für Sekunden, glaubt sogar, den Exfreund ihrer ermordeten Freundin zu erkennen. Was ihr später zum Verhängnis wird. Denn Roger war nicht der Täter, sondern ein Serienmörder. Das erfährt sie von Tina Gannon, deren Freundin Ruth vier Jahre zuvor von diesem Mann umgebracht wurde. Und der Schuldige ist noch auf freiem Fuß.

Wow – was für ein Höllentrip! Raffiniert konstruiert, absolut packend und scharfsinnig liest sich dieses Buch über mutige Frauen, die die Wahrheit ans Licht bringen wollen. Wer intelligent gemachte Krimis bevorzugt, sollte sich diesen psychologisch ausgefeilten Thriller auf keinen Fall entgehen lassen. Gelb. Pink. Suspense pur!

Bright Young Women

von Jessica Knoll

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Der Premierminister
Frank Menden

Frank Menden

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Nach einem Bombenattentat auf Downing Street No 10 befindet sich der britische Premierminister Marcus Valentine mit fünf Vertrauten, darunter seine hochschwangere Ehefrau und der gemeinsame kleine Sohn, in einem unterirdischen Bunkersystem und wartet darauf, endlich wieder ans Tageslicht zu dürfen. Doch dann fällt der Strom aus- und als das Licht wieder angeht ist Valentine tot….

Der ehemalige BBC Journalist und langjährige Direktor für Politik und Komunikation in Downing Street 10 Craig Oliver weiß genau wovon er schreibt. Sein Thrillerdebüt zeigt den sich nach außen charmant und volksnah gebenden Premierminister als Mann mit zwei Gesichtern. Hinter verschlossenen Türen ist er manipulativ, arrogant und ignorant – und eiskalt. Aus der Sicht seines ehrgeizigen Stabschefs, seiner Frau, des Kindermädchens und seines Militärberaters erzählt, fächert sich vor den Augen der Leser das Bild eines Mannes auf, der für den eigenen Erfolg über Leichen geht.
Wer spannende Miniserien a la Harlan Coben liest sollte unbedingt zu diesem packenden Thriller greifen. Nervenkitzel garantiert!

Der Premierminister

von Craig Oliver

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Going Zero
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Ich warne vor diesem Buch! Sie sollten ein größeres Zeitfenster haben. Denn Sie werden „Going Zero“ in einem Rutsch durchlesen wollen. Anthony McCarten jagt uns durch die Seiten. Der neuseeländische Autor erzählt von einem hochspannenden Gedankenexperiment. Was gar nicht mal so fern von unserer Realität ist. Gerade deshalb hat mich die Lektüre fasziniert und gleichermaßen gefesselt.

In einem letzten Betatest sollen zehn ausgewählte Menschen innerhalb eines bestimmten Zeitraums aufgefunden werden. Wer den Test besteht, bekommt am Ende drei Millionen Dollar. Nach dem Startschuss haben die Kandidatinnen und Kandidaten zwei Stunden Zeit, abzutauchen. Das Silicon-Valley-Wunderkind Cy Baxter und die CIA haben ein Überwachungsprojekt entwickelt, das sie an diesen Versuchspersonen ausprobieren wollen. Die Bibliothekarin Kaitlyn Day ist eine der Kandidatinnen - eher unauffällig - sie scheint eine leichte Beute zu sein, doch ist sie das wirklich?

Was für ein Pageturner! Er liest sich nicht nur absolut spannend, er piekst uns obendrein, indem uns der Autor den Spiegel vors Gesicht hält. So ist uns allen bekannt, wie die großen Internetplattformen unsere Daten absaugen. Trotzdem entziehen wir sie uns ihnen nicht. Und ist wirklich immer alles zu unserer Sicherheit?

Mich hat Kaitlyn Day beeindruckt. Mit ihrer Cleverness, ihrem Durchhaltevermögen und großem Einfallsreichtum. Auch den anderen Teilnehmer:innen zu folgen, war äußerst interessant und mitunter sehr unterhaltsam wie interessant.

Sollten Sie sich gerade in einem Lesetief befinden oder eine richtig packende unblutige Lektüre suchen, dann greifen Sie zu „Going Zero“. Ein furioses wie temporeiches Buch, das man durchaus auch jüngeren Leser:innen ab 18 Jahren in die Hand drücken kann.

Going Zero

von Anthony McCarten

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