Simone Finkenwirth
Mitarbeiterin bei stories!
Wir vermissen die Krimibestenliste von Deutschlandradio Kultur! Sie setzt diesen Monat aus. Also müssen Sie mit unseren Tipps Vorlieb nehmen. „Das Ding der Unmöglichkeit“ von Belinda Bauer wäre tatsächlich eine heiße Kandidatin für diese beliebte Liste.
Paula Hawkins, Ann Cleeves und Val Mcdermit sind voll des Lobes für ihre Kollegin, und das nicht ohne Grund. Denn der Kriminalroman ist ein außerordentliches Exponat im Genre der Spannungsliteratur. Das Buch überzeugt weniger durch rasant peitschende Plots, dafür viel mehr durch die außerordentliche Geschichte, die meine Kollegin Sarah O’Connor weit vor der deutschen Übersetzung mit leuchtenden Augen aufgelesen hat.
Es geht um Eier. Nicht die aus dem Supermarkt, sondern seltene wertvolle Lummen-Eier. Hierbei handelt es sich um Alkenvögel, die am Meer leben und nisten. Die Eier haben eine besondere Form und Farbe. Und sind bei Sammlern heiß begehrt. Solch ein seltenes Exemplar findet Neird Nick auf dem Dachboden. Er setzt es im Internet zum Verkauf rein – und genau das wird ihm zum Verhängnis. Als sein Freund Patrick ihn gefesselt zu Hause vorfindet, beginnt eine unglaubliche Reise für die beiden wie für uns Lesende.
Belinda Bauer verknüpft raffiniert zwei Handlungsstränge. Einerseits folgen wir Neird Nick und Patrick auf ihrer Jagd, die beiden Freunde erwärmen sofort mein Herz. Sie sind sehr eigen, vor allem Weid Nick, wie sein Name allein schon verrät.
Andererseits reisen wir ins Jahr 1926 – zum Ursprung der Lummen-Eier. Die sammelt die kleine Celie an der Küste von Yorkshire ein, und wird bald zur Dealerin für einen zahlungskräftigen Sammler George Ambler.
Voller Witz und Einfallsreichtum zieht uns Belinda Bauer durch ihre Geschichte und beweist, wie besonders und vielseitig das Genre der Krimiliteratur sein kann. Großen Dank gebührt dem Verlag Antje Kunstmann für diese Entdeckung und Conny Lösch für die Übersetzung!