Sarah O'Connor
Mitarbeiterin bei stories!
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Ja, es ist ihr richtiger Name und nein, sie ist nicht mit der Sängerin verwandt. Sie liest am liebsten im englischen Original und meint: Die Sprache allein macht noch kein Buch, aber ohne gute Sprache kein gutes Buch. Sie versorgt uns jedoch nicht nur mit „Be the first to read it“-Nahrung, sondern findet durch ihre Belesenheit für fast Jeden/Jede das perfekte Buch (Die Trefferquote ist hoch).
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Sind Sie Geschichtsinteressiert? Oder darf es Kunst sein? Mögen Sie besondere, in besonders schöner Sprache geschriebene, Geschichten? Suchen Sie ein Literaturgeschenk für jemanden, der bereits bestens ausgestattet ist? Oder mal etwas Anderes, sich Genreschubladen Entziehendes? „Am Wasser das Haus“ von Magdalena Saiger ist Ihr Buch. Es beginnt im Jahr 1908, als der Maler Max Liebermann eine Villa am Wannsee nebst Garten entwirft. Zweieinhalb Jahrzehnte dient es der Familie als Refugium, als Sommerresidenz. Nach gewaltsamer Vertreibung wird es in den 1940ern als Reichspost genutzt; im ehemaligen Malersaal wird operiert; in den 70ern zieht ein Unterwasserclub ein. Leerstand. Wir verweilen nie lange bei den Menschen, ziehen weiter, sind Gäste und dürfen beobachten. Eine Villa, die bleibt, als Hauptprotagonistin. Die Autorin malt Bilder mit Worten: kunstvoll, wunderschön, wehmütig, herzzerreißend, auch mal augenzwinkernd.
Ein veritables Meisterinnenwerk!
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Ein immigrierter Ägypter arbeitet bei der Londoner Wohnraumbehörde, versagt Suchenden mehr Wohnungen, als er vergibt. Hoffnung ist, was er schenkt. Wo ist der Sinn? Als eines Tages ein Freund aus Kairo anruft um ihn um einen gefallen zu bitten, öffnen sich, nach einer Phase des Widerstands, neue Möglichkeiten. Ein junger geflüchteter Syrer starb, augenscheinlich aus Schwäche, alleine in einer Unterkunft in der britischen Metropole. Er soll nun, seiner Flucht-Odyssee würdig, zur letzten Ruhe gebettet, sprich beerdigt werden. Auf dem Weg zur Erfüllung dieser Aufgabe gleiten die Gedanken des ägyptischen Flaneurs in die Vergangenheit, zu seiner Familie; er tastet die Konzepte von Diskriminierung, Rassismus und Klassismus ab, hat erschütternde wie erfüllende Begegnungen und steht, buchstäblich, mit einem Bein im (globalen) Westen und dem anderen im (globalen) Süden. Auf dem Nullmeridian.
Shady Lewis hat einen packenden, entlarvenden und äußerst wichtigen Roman geschrieben, in dem Leichtigkeit, Poesie und sogar Humor nicht zu kurz kommen.
Sarah O'Connor
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Was als harmlose Facebook Korrespondenz beginnt, entwickelt sich zu einer handfesten, realen Bedrohung. Eine junge Radiojournalistin, bekannt für ihre dezidierten Ansichten und polarisierenden Äußerungen, bekommt die Verachtung, die Boshaftigkeit eines „zurückgewiesenen“ Mannes zu spüren, die alsbald im blanken Hass einer (Chat-) Gruppe kulminiert.
Das Buch ist ausschließlich in indirekter Rede verfasst, unser Bild der Geschädigten bildet sich aus den Aussagen verschiedener Menschen, unter anderem Denis‘, dem Hass-Initiator. Erschreckend ist vor allem, wie ihr Umfeld reagiert: von Relativierung bis Bagatellisierung, von Ungläubigkeit zu stell-dich-mal-nicht-so-an. Ernst fühlt sich die junge Frau auch von ihrer Ärztin und ihrem Anwalt nicht genommen, ihr Freund rät ihr zu entspannen, das würde auch dem unschönen Ausschlag in ihrem Gesicht guttun.
Was passiert aber, wenn das Opfer sich nicht mehr opfern möchte? Zum Gegenschlag ausholt? Wird sie als Heldin gefeiert, die sich, phönixgleich, erhebt um sich ihre Handlungsfähigkeit, ihr Leben zurückzuerobern? Oder…
Miriam Leroy erzählt unglaublich beklemmend und auf formal hohem Niveau ihre Geschichte, die natürlich auch unsere Geschichte ist. Sie fordert uns auf, in den Spiegel zu schauen und zu überlegen wer wir sein und wie wir handeln möchten.
Sarah O'Connor
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Wir leben in einem ganz bestimmten Moment – dem Moment, in dem Gott, wie ein Maler/eine Malerin, von der Staffelei zurücktritt um sein/ihr Werk zu betrachten.
Wie lange währt dieser, unser, Moment schon? Und wie lange wird er andauern?
Und was, wenn Gott vom Schöpfungsbild nicht überzeugt ist?!
Wer wissen möchte, wie es mit der Menscheit weitergeht; wer wissen möchte, ob er/sie von einem Vogel, einem Fisch oder einem Bären abstammt; wer wissen möchte, wie es sich anfühlt, eine Existenz als Blatt zu führen;
wer um ein Elternteil trauert, oder/und sich abnabeln möchte/muss, wer sich für Kunst, Philosophie, Liebe und Tiffany Lampen interessiert und/oder Lust hat sich auf eine wunderschöne, experimentelle Reise voller
Unwägbarkeiten und Wunder zu begeben – sollte „Reine Farbe“ von der klugen Sheila Heti lesen!
Sarah O'Connor
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Man muss nicht lange in dem über 600 Seiten starken Buch „Planet ohne Visum“ von Jean Malaquais lesen um zu verstehen, dass man ein veritables Meisterwerk in den Händen hält. 75 Jahre nach der Veröffentlichung im französischen Original, ist es in der Edition Nautilus - erstmals - in deutscher Sprache erschienen. Schauplatz ist Marseille im Jahr 1942. Ein Ort der Verheißung und Freiheit für einige, für andere ein Weg in die Deportation und Gefangenschaft. Malaquais lässt ein Füllhorn an Charakteren auftreten, viele an Personen aus seinem Bekanntenkreis angelehnt: Anna Seghers, Hannah Arendt, Victor Serge, Lion Feuchtwanger und andere. Auch dem Amerikaner Varian Fry, der in Marseille ein Rettungsnetzwerk führte und unter anderem Malaquais selbst zur Ausreise verhalf, wird ein literarisches Denkmal gesetzt. Wir begegnen Resistancekämpfer:innen, Kollaborateuren, Opportunisten, Spitzeln, Denunzianten und Menschen, die darum kämpfen, ihre Menschlichkeit zu bewahren.
Ein Buch des Erinnerns, gegen das Vergessen und für die Freiheit.
Sarah O'Connor
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Als zehnjähriger Junge lernt Dolf seinen zukünftigen Stiefvater Otmar Smit und damit, das erste Mal in seinem Leben, so etwas wie Väterlichkeit kennen. Otmars leibliche Kinder sind musikalische Genies, sie an der Violine, er am Klavier. Da der kleine Klaviervirtuose ebenfalls Dolf heißt, wird Stiefsohn-Dolf kurzerhand in Ludvig umgetauft; Beethovens Geist ist im verwinkelten Smit Haus in Venlo allgegenwärtig. Als Erwachsener reist Ludwig als Shell Angestellter auf die sibirische Insel Sachalin um sich dort mit dem CEO der Firma „Sakhalin Energy“ zu treffen und ist überzeugt: bei Johann Tromp handelt es sich um seinen, bisher als Leerstelle in Erscheinung getretenen, Erzeuger. Dies ist der Auftakt zum ersten Teil einer angekündigten Trilogie, die es mit 600 Seiten in sich hat und vor Lebendig – und Abgründigkeit überzuschäumen droht.
Sarah O'Connor
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In Diana Evans’ recent novel, which is nominated for several awards, we meet two couples who find themselves on the brink of splitting up:There are Melissa and Michael, also known as M&M to their friends, both in their late thirties, with a five year old daughter and a baby boy. And there are Damian and Stephanie, parents to three children, and both deeply unhappy for different reasons. And we have the city of London, a vast and shiny, adventurous and cruel, vibrant and diverse protagonist. And there is music (check out the playlist on Spotify!) and a ghoststory. And so much more to this funny, sad, ruthless and lyrical book!
Sarah O'Connor
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When Zachary Ezra Rawlins finds a book in one of the many shelves of his campus library he is shocked and intrigued at the same time. "Sweet Sorrows" says the titel and begins with a little boy, the son of a fortune teller, who, on his way home from school, comes across a door, beautifully painted on a brick wall. The boy in this story has a striking resemblance with himself. In fact, it is himself. Or rather was.
What follows is a fantastic, haunting, complex and evocative voyage to both a mystery place and ones deepest wishes and desires.
A story about storytelling itself.