War es Zufall, dass ich Daisy von Melanie Raabe nach der erstklassigen Dokumentation zum skrupellosen Unternehmer Bernard Arnaults gesehen habe? Ich kann die arte-Serie allen nur sehr ans Herz legen, allen voran Luca - die Hauptfigur in Daisy. Tagsüber arbeitet die junge Frau in einer Berliner Anwaltskanzlei. Nachts ist sie als Rächerin unterwegs.
Ich begegne ihr bei einer Aktion, die beinah schiefgeht. Sie hat bei der Chefredakteurin einer Boulevard Zeitung giftige Vogelspinnen ausgesetzt. Ungünstigerweise kommt diese früher nach Hause. Luca kann jedoch noch flüchten.
Nach dieser Nacht tauchen plötzlich an Litfaßsäulen Plakate mit dem Spruch auf: “Geheimnisvolle Fremde. Eines Tages kamst du in mein Leben schwarzer Jumpsuit, Sturmhaube, Combat Boots und dunkle Augen. Seither denke ich an dich. Tag und Nacht. Ich verspreche dir, ich werde dich finden, und all deine Geheimnisse werden mir gehören.”
Als sie dann bei sich zu Hause eine Gänseblume findet und spürt, dass sie nicht allein ist, und der Kobra ins Gesicht schaut, ahnt Luca, sie ist in großer Gefahr. Glücklicherweise hat sie einen klugen wie sympathischen Freund an ihrer Seite: Walther. Er ist ihr eine wichtige Stütze sowie besonderer Freund, mit dem sie am liebsten Croissants isst und Chamapgner trinkt. Walther ist Mitte 70 und kennt seine beste Freundin so gut. Diese Beziehung und Lucas liebe Freundinnen funktionieren als wärmendes Kontrastmittel in diesem Thriller.
Melanie Raabe schreibt packende wie raffinierte Thriller. Das hat die Jury der Krimibestenliste überzeugt, denn dort steht sie diesen Monat. In Daisy hält sie von Beginn eine enorme Spannung, baut unerwartete Cliffhanger ein. Und haut mich öfter von meinem Lesehocker.
Die Autorin spielt mit uns und es bereitet ihr große Freude wie das Schreiben. Das spüre ich mit jeder Zeile. Und natürlich schätze ich den Gerechtigkeitssinn gegen all die bösen Menschen da draußen, die oft davonkommen wie Bernard Arnaults.
Also, liebe Luca, schau dir diesen Unternehmer mal genauer an.