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Das Mädchen vom Moorhof
Frank Menden

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In dieser rauen und gefühlt politisch immer absurder werdenden Zeit war die Lektüre von Selma Lagerlöfs Novelle „Das Mädchen vom Moorhof“ eine willkommene Ruhepause.

Die Magd Helga erwartet im Schweden der Jahrhundertwende um 1900 ein unehrliches Kind. Der Vater , ein Bauer, streitet die Vaterschaft jedoch ab, auf eine eidesstattliche Erklärung seinerseits verzichtet Helga jedoch, weil ihr das Seelenheil des Mannes mehr wert ist als Gerechtigkeit ihr gegenüber.

Diese Integrität rührt die Menschen in ihrem Umfeld sehr, die Eltern nehmen sie wieder bei sich auf, und in der Gestalt des schmucken Gudmund scheint auch die Zukunft wieder heller zu sein…

Die Sühne von Schuld und die versöhnende und erlösende Kraft der Liebe waren neben einprägsamen Schilderungen der varmländischen Natur die grossen Themen Selma Lagerlöfs.
1909 erhielt sie als erste Frau den Literaturnobelpreis, 1914 wurde sie als erste Frau in die Schwedische Akademie aufgenommen.
Die von Hanna Granz neu übersetzte Novelle mit den wunderbaren Zeichnungen von Ulrike Möltgen bietet eine willkommene Gelegenheit die Autorin ( wieder) zu entdecken.

Das Mädchen vom Moorhof

von Selma Lagerlöf

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Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Frank Menden

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„…eine Frau namens Anna Raesfeld, geborene Kalthoff, verwitwete Vogelheim, die eine wie keine war und eine wie viele.“

Der Journalist Henning Sussebach schreibt in „Anna oder : Was von einem Leben bleibt“ die Geschichte seiner Urgroßmutter auf .
Eingebettet in den historischen Hintergrund , sowohl global als auch lokal, fächert er Annas Leben auf. Das Leben einer Frau , die er nicht persönlich kannte, von der nur einige Fotos blieben, ein Poesiealbum, Postkarten, ein Kaffeeservice und ein Verlobungsring.
Anna war eine Frau , die den Konventionen ihrer Zeit trotzte, die ein unübliches Leben in einem Dorf im Sauerland führte, die sich nahm was ihr ihrer Meinung nach zustand, in der Liebe, im Leben .
Vieles bleibt Vermutung und ist doch schlüssig. Dabei vermeidet der Autor allzu plakatives, schafft Raum für Zwischentöne und Nuancen.
Berührend, beeindruckend und überaus fesselnd ist diese Lebensgeschichte, die wieder einmal verdeutlicht wie sehr das private auch immer politisch ist.

In einer sich immer schneller lebenden Welt ist dieses Buch ein Aufruf, zurückzuschauen, sich die Kämpfe und Errungenschaften der vorherigen Generationen bewusst zu machen und sie so vor dem Vergessen, dem sozialen Tod zu bewahren.
Ein Buch das bewegt, zum nachdenken anregt und uns auf eine so unaufdringliche wie intelligente Art lehrt, wie wichtig das Leben unserer Ahnen nicht nur für uns persönlich ist, sondern wie sehr die Vergangenheit unser aller Gegenwart prägt.

Eines DER Sachbücher in diesem Jahr!

Anna oder: Was von einem Leben bleibt

von Henning Sußebach

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Frühlingsnacht
Simone Finkenwirth

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Pünktlich zum Buchmesse-Schwerpunkt hat Sebastian Guggolz einen norwegischen Klassiker zum ersten Mal auf Deutsch herausgebracht: „Frühlingsnacht" von Tarjei Vesaas, erneut kongenial übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel. Vesaas hat zeitgenössische Schriftsteller wie Tomas Espedal und Karl Ove-Knausgard inspiriert wie begeistert.

Mit seiner klaren wie atmosphärischen Sprache zieht mich der Autor atemlos in seine Geschichte. Sissel und ihr jüngerer Bruder Hallstein sind die Hauptfiguren. Hallstein erinnert mich an Mattis aus Vessas´ ebenfalls lesenswerten Roman „Die Vögel". Ist er doch ein recht seltsamer Junge mit großer Fantasie und eigentümlichen Gedanken. So sucht er Gudrun auf, eine Freundin, die er in einem leerstehenden Haus entdeckt hat und mit der er spricht. Aber es gibt sie nicht wirklich, sie ist lediglich eine imaginäre Bewohnerin seiner ganz eigenen Fanatsiewelt. Aber vor ihm liegt eine freie, wunderbare Zeit ohne Eltern.

Seine Schwester nutzt diese, um mit ihrem Verehrer Tore anzubandeln, was Hallstein neugierig beobachtet. Als sich die beiden Geschwister auf einen ruhigen Abend vorbereiten, klopft es plötzlich an der Tür. Wer kann das sein? Tore? Nein, eine ganze Familie, die sofort hektisch auf die beiden einredet. Das Auto sei kaputt, und bei der hochschwangeren Grete haben die Wehen eingesetzt. Eine Hebamme muss her! Sofort!

So radelt Hallstein mit Gretes Mann Karl in den Ort, um eine Hebamme zu besorgen. Fahren vorbei am kaputten Auto der Familie, in der noch Kristine sitzt, die nicht mehr laufen kann und auch nicht spricht, außer mit Hallstein. Sie ist zudem mit Karls Vater liiert. Und dann ist da noch Gudrun, ja, Gudrun, leibhaftig und aus Fleisch und Blut. Hallstein verliebt sich augenblicklich.

Waren die vorherigen Werke vor allem von Innenansichten geprägt, öffnet der Autor hier eine Wundertüte aus Dialogen und Aktionen, gleich einem mitreißenden Theaterstück. Obgleich viel gesprochen wird, erweist sich Vesaas als Meister der Auslassung. Einiges hängt in der Schwebe wie Tautropfen an Blumen. So schafft er eine ganz besondere, geradezu zauberhafte Stimmung. Und er beweist erneut auf beeindruckend schöne Weise, dass er ein Freund von eigentümlichen Figuren und Geschichten ist.

Tarjei Vesaas ist einer der großen literarischen Stimmen aus Norwegen, die es lohnt, entdeckt zu werden. Findet übrigens auch Siri Hustvedt, die den Autor sehr schätzt. Dem möchte ich an diesem Vorfrühlingstag nicht widersprechen.

Frühlingsnacht

von Tarjei Vesaas

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Draußen die Welt
Frank Menden

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Mary Perrault bewirtschaftet mit ihrem Mann einen kleinen Hof in South Enzian, in der Nähe der Pazifikküste und San Francisco. Sie haben vier Kinder, die 15jährige Melanie und drei jüngere Söhne. Das Leben ist beschaulich, auch wenn ein Vorfall zu Beginn zeigt, dass jede Idylle von jetzt auf gleich zerstört werden kann: Marys Jugendfreundin Agnes kommt bei einem Autounfall ums Leben, Mary hätte eigentlich auch in dem Auto sitzen sollen. Das Zufällige daran beuunruhigt Mary, die sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Sie ist der Fels in der Brandung für ihre Familie, Freunde und Nachbarn, hat für jeden ein offenes Ohr, Gäste sind immer willkommen.
Die Finanzkrise von 1929 macht jedoch auch vor dem kleinen Ort und dessen Bewohnern nicht halt. Allmählich wird das Geld knapper, Existenzen drohen vernichtet zu werden. Dazu verändern Neuerungen wie Automobile oder Luftschiffe die Möglichkeiten der Fortbewegung, bergen aber auch Gefahren. Mary versucht ihr humanistisches Weltbild und ihre Werte trotz aller Unwägbarkeiten aufrecht zu erhalten und gleichzeitig mit der Zeit zu gehen. Vor allem ihrer Tochter , die nach einem anderen Leben als Model in San Francisco strebt, ist sie eine moralische Instanz… Es ist eine große Freude die lange in Vergessenheit geratene Schriftstellerin Janet Lewis wieder zu entdecken. Nur vier Romane hat sie geschrieben, dieser ist ihr bester. Lewis schreibt klar und präzise, gefühlvoll, aber nie sentimental. Ihre Landschaftsbeschreibungen korrespondieren mit den Handlungen und Entwicklungen der Personen, man taucht völlig ein in diese Welt. Zeitlos und entschleunigend ist ihr Stil, der so beiläufig die Dinge auf den Punkt bringt, dass man bei der Lektüre schon nach wenigen Seiten weiß: dies ist ein großer Klassiker, ein Buch, das bleibt.

Draußen die Welt

von Janet Lewis

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Gentleman über Bord
Frank Menden

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Mit diesem Buchtipp renne ich wahrscheinlich offene Türen ein, aber sei es drum. Denn diese Wiederentdeckung ist wirklich so herausragend wie alle sagen !
1937 veröffentlicht, interessierte sich niemand für diesen kleinen, feinen Roman über den Börsenbroker Henry Preston Standish, der durch einen höchst banalen Unfall (ja, er rutscht wirklich slapstickmässig auf einer Bananenschale aus )von Bord eines Schiffes fällt - und nun auf offener See treibt während sich dieses unaufhaltsam entfernt .
Ein Minimalplot, den Herbert Clyde Lewis jedoch meisterhaft zu Papier gebracht hat, schwarzhumorig, tragikomisch und lakonisch.
Sowohl die Gedanken Henrys, der sich seiner prekären Lage immer bewusster wird, als auch die der Schiffscrew und der übrigen Passagiere, die das Verschwinden Henrys allmählich bemerken und aus den verschiedensten Gründen zum Teil verdrängen, schildert Lewis pointiert und unterhaltsam und bietet Einblicke in die Mentalität der amerikanischen Mittelschicht zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Wie verhält man sich in einer offensichtlich aussichtslosen Situation? Woraus bezieht man Hoffnung? Wie resümiert man das eigene Leben?

Wer „Gentleman über Bord“ in der gelungenen Übersetzung von Klaus Bonn und einem wunderbaren Nachwort von Jochen Schimmang noch nicht gelesen hat, sollte dies augenblicklich nachholen. Denn dieses Buch ist ein Schatz - und der Mare Verlag würdigt ihn gebührend in einer wunderschönen Ausgabe!

Gentleman über Bord

von Herbert Clyde Lewis

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Freunde von Freunden
Frank Menden

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New York, Sommer 2015.
Roxy arbeitet im Büro des Bürgermeisters, lässt sich ansonsten durchs Leben treiben, das Handy immer in der Hand , jederzeit bereit etwas zu posten oder zu kommentieren.
Ihre neue Mitbewohnerin Alice will endlich ihrem Ziel, Ärztin zu werden ( oder sich wenigstens zum Medizinertest anzumelden) den entscheidenden Schritt näher kommen , wird aber von der jederzeit nach Ablenkung suchenden Roxy , nun ja, abgelenkt . Ihr Adoptivbruder Bill, durch die Erfindung einer App zum Millionär geworden, fühlt sich plötzlich zum Buddhisten berufen - was seine Frau Pitterpat erst mit milder Nachsicht und dann mit Panik erfüllt. Und dann gibt es da noch eine KI namens LEO…

Wie ein moderner Reigen mutet Carter Bays intelligenter und höchst vergnüglicher Roman „Freunde von Freunden“ , übersetzt von Britt Somann-Jung, an. Dabei kommt ihm seine Erfahrung als Drehbuchautor ( u.a. „How I met your mother“) zugute . Seine Figuren sind alle äußerst originell und charmant gezeichnet, und schon nach wenigen Seiten taucht man tief ein in das Leben dieser so chaotischen wie liebenswerten Charaktere, erfreut sich an ihren Schrullen, bangt mit ihnen und drückt die Daumen, dass sie ihre Träume , denen sie so zerstreut wie hartnäckig hinterherlaufen, einholen werden .
Für mich war dies der perfekte Unterhaltungsroman, noch dazu vor der perfekten Kulisse : NYC.
Und falls ihr Angst haben solltet ob der Fülle an Figuren den Überblick zu verlieren: Carter Bays hält die Zügel geschickt in der Hand und leitet die Leser*innen sicher und aufmerksam durch das vermeintliche Chaos . Ein Chaos, das uns übrigens auch augenzwinkernd den Spiegel vorhält.
Und nun : Handy weg, lesen! Sagt auch die „Kirkus Review“.
Viel Spaß bei der Lektüre

Freunde von Freunden

von Carter Bays

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Abgetaucht
Simone Finkenwirth

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Dieser Thriller führt aktuell die Krimibestenliste an. Louisa Luna hat mich ebenso überzeugt und mir ein Highlight beschert. Es verwundert mich aber, ehrlich gesagt, überhaupt nicht. Denn Thomas Wörtche hat diese Autorin entdeckt und in seiner eigenen Krimibibliothek bei Suhrkamp herausgegeben. Spannungsliteratur mit Wörtches Handschrift haben mich stets begeistert.

Die Story beginnt auf einem Football-Feld. Von dort büxt der bekannte Spieler Zeb Williams aus. Und wart seitdem nicht mehr gesehen. Jetzt Jahrzehnte später bekommt die Privatermittlerin Alice Vega den Auftrag, Zeb ausfündig zu machen. Vega ist dafür bekannt, besonders knifflige Fälle zu lösen. Und ich ahne recht schnell warum.

Denn Vega ist extrem cool, unerschrocken und wirklich hart im Nehmen. Letzteres erfahre ich erst später. Denn nachdem man sie zusammengeschlagen hat, bringt sie sich sehr schnell wieder auf Vordermann – mit Kraftübungen und Yoga. Dafür heuert sie eigens eine Trainerin an, die ihr zeigen soll, wie sie mit einer Hand – die andere ist im Gips – einen Handstand hinbekommen kann. Das klingt zu abgefahren, aber Vega schafft das.

Als weicher Gegenpol steht ihr der ehemalige Kollege Max Caplan – kurz Cap – mit seiner cleveren 18-jährigen Tochter gegenüber. Vega fragt eingangs Cap, ob er beim Fall mit arbeiten will. Er entscheidet sich dagegen und dann lässt ihn die Geschichte doch nicht los, auch da ihn der Fall schneller einholt...

Als Vega in dem kleinen Ort Ilona in Oregon ankommt, spricht sie mit vielen Bewohner:innen. Dabei sie erfährt, dass in der Gemeinde eine rechtsradikale Gruppe ihr Unwesen treibt. Die Söhne von zwei einflussreichen Männer stecken mit unter der Decke: der Sohn des Unternehmers Klimmer, dem die halbe Stadt gehört, und der Junge des Sherrifs. Dass sich Vega bei ihren Ermittlungen bald Feinde macht, können Sie sich denken. Aber wie gerissen sich die Frau diesen brutalen und radikalen Männern stellt, ist einfach nur umwerfend.

Als wäre das nicht schon erstaunlich genug, wartet Luna mit einem gewaltigen Showdown auf, der mir noch länger in den Knochen sitzt. Ein Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Abgetaucht

von Louisa Luna

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Mord im Christmas Express
Frank Menden

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Zu ihrem grossen Glück erreicht die pensionierte Kommissarin Roz den Nachtzug, der sie ins schottische Fort William bringen soll - pünktlich zur Geburt ihres Enkelkindes.
Während London im Schneechaos versinkt macht sich der "Christmasexpress" auf den Weg durch die schneeumtobte Nacht.
Neben Roz hat sich eine illustre Gruppe im Zug eingefunden, darunter eine dysfubktionale Familie, ein studentisches Quizteam, eine junge Infuencerin nebst eifersüchtigem Verlobten und ein Rechtsanwalt, der Roz Interesse weckt.
Doch dann entgleist der Zug, ein Mord geschieht und Roz muss sich auf ihre alten Tugenden berufen, will sie einen weiteren Mord verhindern...

Wunderbar britisch und auf der Höhe der Zeit ist dieser äusserst spannende und intelligente Krimi, der mitnichten so harmlos daherkommt wie der Titel vermuten lässt.
Unblutig und packend, wie der Untertitel schon suggeriert:
18 Passagiere, sieben Stops, ein Killer!

Mord im Christmas Express

von Alexandra Benedict

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Prophet
Frank Menden

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Wenn Sie einmal etwas wirklich NEUES und AUSSERGEWÖHNLICHES lesen wollen, dann müssen Sie zu diesem Buch greifen!

"Prophet" ist eine äußerst gelungene Mischung aus Thriller, Science Fiction, Horror, Action - und Liebesgeschichte.

Elitesoldat Adam Rubinstein soll eine Reihe merwürdiger Erscheinungen untersuchen . Ihm wir der indische Agent Sunil Rao zur Seite gestellt, der die Fähigkeit hat zu erkennen, wann jemand lügt.

Bals müssen die beiden Mäner erkennen, daß sie einer großangelegten Verschwörung auf der Spur sind: irgenjemand hat es geschafft eine Substanz herzustellen, die bei den Menshen, die mit ihr in Berührug kommen, nostalgishe Gefühle auslöst - und die hervoregrufenen Sehnsuchtsobjekte manifestieren sich auf bedrohliche Art und Weise...

Nehmen Sie sich nichts vor und tauchen Sie in diesen wirklich besonderen Thriller ein. Die Handlungstränge greifen reibungslos ineinander, das Buch entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann.
Ein wunderbar wendungsreicher und hospannender Roman , der einen nicht mehr losläßt.
Suchtgefahr!

Prophet

von Helen Macdonald, Sin Blaché

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Gentleman über Bord
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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„Gentleman über Bord" von Herbert Clyde Lewis zählt zu den besonderen Wundern dieses Bücherjahres. Im hochwertigen Schuber hat der mare Verlag diesen Klassiker neu aufgelegt. Nun in besonders hochwertiger Ausstattung – mit Schuber, in Leinen, einfach herrlich! Nicht nur Frank Menden, Campino und Elke Heidenreich sind verzaubert. Geradezu märchenhaft, wie dieses bisher Seite eher unentdeckte Werk achtzig Jahre nach seiner Entstehung nun quasi in aller Munde ist. Das freut mich gleich doppelt.

In seinem kurzweiligen wie eindringlichen Roman erzählt Herbert Clyde Lewis von einem Geschäftsmann, der sich in einer veritablen Krise befindet. Heute würde man sagen, er ist ausgebrannt. So begibt sich Henry Preston Standish auf eine Reise – per Schiff, der Arabella. Als unser Erzähler an einem frühen Morgen seine Runde über Deck dreht, rutscht er aus und – fällt in den Ozean! Hoppla! Wir sind alle erschrocken. Und jetzt? Rudern wir alle mit den Armen und schauen nicht nur in die Tiefe des Meeres, sondern auch in die eines Mannes, der sein Leben Revue passieren lässt. Erst leicht amüsiert, dann zunehmend verzweifelt um sein Leben kämpfend. Anfangs hofft er noch, dass auf der Arabella sein Überbordgehen bemerkt wird, doch der Frachter verschwindet am Horizont...

Ohne Frage keine fröhliche Lektüre und doch versprüht dieses Buch eine gewisse Leichtigkeit. Wie das, angesichts der Dramatik der Situation? Nun, das ist einfach der Zauber guter Literatur. Die uns aufzeigt, wie nah Komik und Tragik im Leben liegen können. Und genau darin liegt die Faszination und Begeisterung für diesen wiederentdeckten Klassiker!

Gentleman über Bord

von Herbert Clyde Lewis

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Gentleman über Bord
Simone Finkenwirth

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„Gentleman über Bord" von Herbert Clyde Lewis zählt zu den besonderen Wundern dieses Bücherjahres. Im hochwertigen Schuber hat der mare Verlag diesen Klassiker neu aufgelegt. Nun in besonders hochwertiger Ausstattung – mit Schuber, in Leinen, einfach herrlich! Nicht nur Frank Menden, Campino und Elke Heidenreich sind verzaubert. Geradezu märchenhaft, wie dieses bisher Seite eher unentdeckte Werk achtzig Jahre nach seiner Entstehung nun quasi in aller Munde ist. Das freut mich gleich doppelt.

In seinem kurzweiligen wie eindringlichen Roman erzählt Herbert Clyde Lewis von einem Geschäftsmann, der sich in einer veritablen Krise befindet. Heute würde man sagen, er ist ausgebrannt. So begibt sich Henry Preston Standish auf eine Reise – per Schiff, der Arabella. Als unser Erzähler an einem frühen Morgen seine Runde über Deck dreht, rutscht er aus und – fällt in den Ozean! Hoppla! Wir sind alle erschrocken. Und jetzt? Rudern wir alle mit den Armen und schauen nicht nur in die Tiefe des Meeres, sondern auch in die eines Mannes, der sein Leben Revue passieren lässt. Erst leicht amüsiert, dann zunehmend verzweifelt um sein Leben kämpfend. Anfangs hofft er noch, dass auf der Arabella sein Überbordgehen bemerkt wird, doch der Frachter verschwindet am Horizont...

Ohne Frage keine fröhliche Lektüre und doch versprüht dieses Buch eine gewisse Leichtigkeit. Wie das, angesichts der Dramatik der Situation? Nun, das ist einfach der Zauber guter Literatur. Die uns aufzeigt, wie nah Komik und Tragik im Leben liegen können. Und genau darin liegt die Faszination und Begeisterung für diesen wiederentdeckten Klassiker!

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von Herbert Clyde Lewis

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Gentleman über Bord
Simone Finkenwirth

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„Gentleman über Bord" von Herbert Clyde Lewis zählt zu den besonderen Wundern dieses Bücherjahres. Im hochwertigen Schuber hat der mare Verlag diesen Klassiker neu aufgelegt. Nun in besonders hochwertiger Ausstattung – mit Schuber, in Leinen, einfach herrlich! Nicht nur Frank Menden, Campino und Elke Heidenreich sind verzaubert. Geradezu märchenhaft, wie dieses bisher Seite eher unentdeckte Werk achtzig Jahre nach seiner Entstehung nun quasi in aller Munde ist. Das freut mich gleich doppelt.

In seinem kurzweiligen wie eindringlichen Roman erzählt Herbert Clyde Lewis von einem Geschäftsmann, der sich in einer veritablen Krise befindet. Heute würde man sagen, er ist ausgebrannt. So begibt sich Henry Preston Standish auf eine Reise – per Schiff, der Arabella. Als unser Erzähler an einem frühen Morgen seine Runde über Deck dreht, rutscht er aus und – fällt in den Ozean! Hoppla! Wir sind alle erschrocken. Und jetzt? Rudern wir alle mit den Armen und schauen nicht nur in die Tiefe des Meeres, sondern auch in die eines Mannes, der sein Leben Revue passieren lässt. Erst leicht amüsiert, dann zunehmend verzweifelt um sein Leben kämpfend. Anfangs hofft er noch, dass auf der Arabella sein Überbordgehen bemerkt wird, doch der Frachter verschwindet am Horizont...

Ohne Frage keine fröhliche Lektüre und doch versprüht dieses Buch eine gewisse Leichtigkeit. Wie das, angesichts der Dramatik der Situation? Nun, das ist einfach der Zauber guter Literatur. Die uns aufzeigt, wie nah Komik und Tragik im Leben liegen können. Und genau darin liegt die Faszination und Begeisterung für diesen wiederentdeckten Klassiker!

Gentleman über Bord

von Herbert Clyde Lewis

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Im toten Winkel
Frank Menden

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Nach dem gewaltsamen Tod ihrer Tochter kehrt Marta Milutinovic ihrer Ehe und der Stadt München den Rücken. Sie lässt sich in der fränkischen Provinz in einem kleinen Dorf nahe der ehemaligen Grenze Nieder und wird die Polizeichefin vor Ort. Kein einfacher Wechsel in einer privat wie beruflich schwierigen Phase. Die neuen Kolleg*innen müssen sich ebenso an Marta gewöhnen wie die Dorfbewohner. Und als Marta sich eines alten ungelösten Falles annimmt, bei dem ein Abiturient zu Tode kam ist schnell klar, dass niemand an einer Aufklärung des Cold Cases interessiert ist…

Jochen Rausch hat einen düsteren und melancholischen Krimi geschrieben, der die fränkische Provinz jeglicher Idylle beraubt. Seine Protagonistin ist eine charismatische und kantige Figur, die es ihrer Umgebung nicht leicht macht und doch von Beginn an die Sympathien der Leser*innen auf ihrer Seite hat. Wie Jochen Rausch den alten Fall mit der Landschaft verknüpft ist kraftvoll und überraschend. Selten habe ich einen so düsteren und harten Krimi gelesen, der dennoch voller Hoffnung ist. Und an dessen Ende kein Stein auf dem anderen bleibt.
Wer literarische Krimis schätzt sollte hier unbedingt zugreifen. Denn wie schon „SPIEGEL Online“ auf dem Rückumschlag sagt:“Lesen Sie Jochen Rausch. Es wird Sie umhauen. Versprochen!"

Im toten Winkel

von Jochen Rausch

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Northern Spy - Die Jagd
Frank Menden

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Tessa produziert Nachrichtensendungen für die BBC in Belfast. Die alleinstehende Mutter einen kleinen Jungen kann sich vor allem auf die Unterstützung ihrer Mutter und ihrer Schwester Marian verlassen, der sie sehr nahesteht.
Als sie Marian im Fernsehen als Beteiligte an einem Raubüberfall sieht kann sie erst nicht glauben was die Bilder und die bald darauf eintreffende Polizei ihr eindeutig vermitteln: ihre Schwester ist in den Untergrund gegangen und arbeitet für die IRA.
Tessa ist wie vor den Kopf geschlagen, haben sie doch beide immer die Gewalt der IRA verurteilt. Doch alle Versuche, die Polizei von Marians Unschuld zu überzeugen schlagen fehl, zu eindeutig sind die Beweise.
Und dann taucht Marian bei Tessa auf und bittet sie um einen Gefallen….
Flynn Berry ist mit diesem Thriller ein äusserst effektiver Spannungsroman gelungen, der einmal mehr aufzeigt, wie sehr das Private mit dem Politischen verknüpft ist.
Absolut mitreißend!

Northern Spy - Die Jagd

von Flynn Berry

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Der Tote von Wiltshire - Lockyer & Broad ermitteln
Frank Menden

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Ein Anruf katapultiert Inspektor Lockyers zurück in die Vergangenheit. Die Anruferin ist Hedy Lambert, die er vor 14 Jahren des Mordes überführt hatte. Hedy bittet ihn, sie im Gefängnis zu besuchen, ein verschollener Zeuge sei wieder aufgetaucht. Widerstrebend willigt Lockyers ein, war er seinerzeit doch trotz der offensichtlichen Indizienlage nicht restlos von der Schuld der jungen Haushälterin überzeugt.
Zusammen mit seiner Kollegin Gemma Broad beginnt er den Fall neu aufzurollen - und stößt tatsächlich auf einige Ungereimtheiten. Doch ist Hedy Lambert wirklich unschuldig oder nur eine äusserst geschickte Manipulatorin?

Katherine Webb erster Krimi ist ein Volltreffer. Geschickt entwickelt sie ihre Geschichte, die sich als immer komplexer erweist und die Leser*innen stetig zu überraschen weiß. Ein großes Vergnügen ist dieser Reihenauftakt, very British, sehr atmosphärisch und ungemein spannend. Und Lockyer und Broad möchte ich bitte sehr bald wieder begegnen!

Der Tote von Wiltshire - Lockyer & Broad ermitteln

von Katherine Webb

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All die Frauen, die du warst
Frank Menden

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Wenn einen die eigene Mutter darum bittet, die Trauerrede auf ihrer Beerdigung zu halten, da kann man nicht „Nein“ sagen.
Im Fall von Hülya und ihrer Mutter Esra sieht das allerdings ganz anders aus - und dies aus gutem Grund. Denn die inzwischen in Paris lebende Hülya, die sich mittlerweile Julya nennt, hält Esra, die Ikone des türkischen Films und Theaters, für mitschuldig am Verschwinden ihres Vaters…
Widerwillig begibt sich Hülya auf eine Reise in die Vergangenheit und lässt sich erneut auf ihre faszinierende, exzentrische und widersprüchliche Mutter ein…

Es erstaunt mich sehr, dass dieser furiose Roman bislang so unter dem Radar läuft . Für mich ist „All die Frauen, die du warst“ von Sedef Ecer , übersetzt von Sonja Finck eins meiner Jahreshighlights.
Eng verknüpft die Autorin das Schicksal ihrer Protagonistinnen mit der wechselhaften Geschichte der Türkei und zeigt die Verstrickungen von Kunst und Politik - und das das Private immer auch politisch ist, gerade bei Esra Zaman, der ( fiktiven ) Filmdiva und ihren Freundinnen, darunter auch die Transsexuelle Bahar.
Herausgekommen ist ein ungemein fesselnder Roman über eine ungewöhnliche Mutter - Tochter Beziehung, ein Roman über die Liebe und das Leben, über Schuld und Verdrängung, das Kino und das Theater - und über das Verzeihen.
Ein wirklich großer Wurf, dem viele, sehr viele Leser*innen zu wünschen sind. Es wäre hochverdient!

All die Frauen, die du warst

von Sedef Ecer

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Lehne deine Einsamkeit sanft an meine
Frank Menden

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Die hochbegabte Rakel liebt die Sprache, vor allem aber die Mathematik mit ihrer Logik und klaren Ordnung. Schon bald nach Beginn ihres Mathematikstudiums verliebt sie sich in ihren Professor. In ihren verheirateten Professor, was Rakel unglücklich macht und doch auch anspornt.
Was sich nach einer recht gewöhnlichen Ausgangssituation für einen Roman anhört ist nur das Gerüst für eine äusserst kunstvoll erzählte Geschichte. Denn nicht nur verknüpft die Autorin Rakels Leben mit dem der ersten Mathematikprofessorin Sofia Kowalewskaja, auch die Form ist eine besondere. Die Geschichte wird in Textfragmenten erzählt, die zu einer Art geometrischen Figur zusammengefügt werden. Das mag sich kompliziert anhören, fügt sich beim lesen jedoch ganz wunderbar.
Herausgekommen ist eine ebenso komplexe wie luftig ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Mathematikern.
Sehr aussergewöhnlich und sehr gut.

Lehne deine Einsamkeit sanft an meine

von Klara Hveberg

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