„Jeder stirbt irgendwann und alles endet. Manche Enden sind abrupt. Sie schlagen dir ins Gesicht, und es ist zu früh, und es ist ungerecht, aber das ist egal. Die letzte Seite definiert nicht das Buch. Zeit wird enden. Krankheit wird schwären, und Tod wird sterben.“ Das sagt Neo seiner Freundin und Leidensgefährtin Sam. Wer jetzt bei dem Zitat zurückzuckt, der sei gewarnt. Denn „I fell in Love with Hope“ ist genau das: eine Begegnung mit dem Tod und mit Krankheit.
Sam erzählt uns die Geschichte von sich und ihren Freunden, die sie im Krankenhaus getroffen hat und die miteinander verbunden sind. Neo leidet seit Jahren an Anorexie, er schreibt und träumt davon, eines Tages Schriftsteller zu werden, wäre da nicht sein gewalttäiger Vater, der andere Vorstellungen von seinem Sohn hat. Coeur – nur C genannt – ist ein Riese, war ein erfolgreicher Schwimmer, bis ihn sein Herz in die Knie zwingt. Jetzt wartet er auf ein Spenderherz. Sony hat nur noch einen Lungenflügel, ist sehr gefährdet, nur eine Vire kann sie töten. Hikari leidet an Depressionen und verletzt sich selbst. Und Sam? Kann sich unsichtbar machen, sieht und fühlt Dinge, was an eine Inselbegabung erinnert. Aber Sam kann nicht zaubern, denn wenn sie dies könnte, dann würde sie die Angst nicht so oft blockieren, die sie seit dem Tod ihres geliebten Freundes begleitet. Denn Sam fühlt zu Hikari eine innige Verbindung, will sich ihre Gefühle zunächst nicht eingestehen. Neo und C hingegen sind offener miteinander.
Wow! Ja, in dem Buch ist auf Gefühlsebene mächtig viel los. Gehen Sie mal auf TikTok und geben den Buchtitel ein, dann sehen Sie, was das englischsprachige Buch bereits mit tausenden Leserinnen angestellt hat. Und achten Sie auf die vielen Post-its. Denn Lancali hat nicht nur eine schöne und sehr poetische Sprache, sie streut auch viele lebenskluge Gedanken ein.
Was das Buch obendrein auszeichnet, ist die Rebellion der Jugendlichen, die sich nicht mit der Opferrolle zufrieden geben wollen. So haben sie eine Todesliste, was sie noch erleben wollen, was wichtig ist, und sie ziehen öfter mal los – mit der Sauerstoffflasche von Sony – und mit Rollstuhl, nutzen ihren kranken Status aus und klauen wie Elstern. Einfach nur aus Spaß. Und auch, weil sie eins wollen: sich lebendig fühlen.
Obwohl die Figuren alle Jugendliche sind, empfehle ich das Buch aber eher älteren Leser:innen, außer Sie haben John Green wie ich mit großer Begeisterung gelesen, und fühlen sich Themen wie Krankheit und Tod gewachsen. „I fell in Love with Hope“ ist eine tieftraurige und gleichermaßen hoffnungsvolle Geschichte, die uns auch sagen will: Lebt jetzt!
i fell in love with hope
von Lancali
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