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Empfehlungen aus Sachbücher

Sind Flüsse Lebewesen?
Katja Schneider

Katja Schneider

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In einem Zeitungsartikel wurde kürzlich die Frage aufgeworfen, was wäre, wenn die Elbe ein Mensch wäre und Rechte hätte. Wenn Sie vor Gericht vertreten werden könnte und eine Anklage erhoben werden könnte. Denn der Elbe geht es schlecht: Der Sauerstoffgehalt sinkt, Fische sterben, es kommt immer wieder zu Überschwemmungen und weiteren Katastrophen. Flüsse sind Lebensadern, auch für uns Menschen und doch beuten wir diese aus, lassen verunreinigtes Wasser und Chemikalien hineinlaufen und baggern sie immer weiter aus, damit noch größere Schiffe auf ihnen fahren können.

Der Elbe fühle ich mich seit meiner Kindheit in Wittenberg verbunden und liebe es, an diesem Fluss entlang zu spazieren, das glitzernde Wasser zu beobachten und an ihrem Ufer eine Rast einzulegen. Auch der Autor Robert Macfarlane hat in seiner englischen Heimat solch einen Fluss, den er liebt und gern besucht. Doch auch in Großbritannien ist die Situat für die Gewässer alles andere als rosig. Weltweit betrachtet ist die Lage ebenfalls ernst. Macfarlane hat drei Flüsse in Indien, Kanada und Ecuador besucht, in denen eine Umweltkatastrophe droht. Er hat mit Menschen gesprochen, die sich mit anderen zusammengeschlossen haben, um diese zu schützen und eine Stimme zu verleihen und schreibt darüber in seinem wunderschönen Buch „Sind Flüsse Lebewesen?“ Diese Menschen und darüber zu lesen verleiht Hoffnung und die Frage, die der Titel aufwirft, wird klar mit einem JA beantwortet.

Sind Flüsse Lebewesen?

von Robert Macfarlane

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Beliebige Fracht. Die Geschichte der globalen Wirtschaft, erzählt anhand eines Schiffs
Katja Schneider

Katja Schneider

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Die besten Sachbücher sind für mich jene, welche mich ohne erhobenen Zeigefinger, viel Wissen, einem Bezug zur Praxis und einem unterhaltsamen Schreibstil bilden können. Immer wieder lege ich ein Sachbuch zur Seite, wenn der Autor oder die Autorin zwar viele interessante Dinge wissen, aber hölzern schreiben und mich nicht mitnehmen. „Beliebige Fracht“ von Ian Kumekawa ist eines der besten Sachbücher, das ich jede gelesen habe. Der Historiker erzählt die Geschichte der globalen Wirtschaft anhand zweier Frachter, die Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts in einer schwedischen Werft gebaut wurden und seit 2018 in Nigeria bzw. seit 2022 in Indien stillgelegt sind. Bis zu ihren Endzielen wurden sie in der ganzen Welt als Behausung für Werksarbeiter, Soldaten oder gar Gefängnisinsassen und immer wieder als Spekulationsobjekte genutzt. Der Autor erläutert dabei, wie Briefkastenfirmen arbeiten, wie der Sklavenhandel und Ölförderung häufig nur wenigen Menschen nützt, juristische Fallstricke, den Neoliberalismus und dergleichen mehr und das so eingängig und packend, dass man sich wünscht, die Schiffe wären noch im Einsatz und es gäbe noch mehr über sie zu erfahren.

Dieses Buch bekommt von mir eine Eins mit Sternchen und das Prädikat genial.

Beliebige Fracht. Die Geschichte der globalen Wirtschaft, erzählt anhand eines Schiffs

von Ian Kumekawa

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Forever Beautiful
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Das Frühjahr ist da. Und mit ihm jede Menge neue Bücher. Nicht nur Romane und Krimis, sondern auch interessante Kochbücher. "Forever Beautiful" von Susanne Korasani ist eins davon. Es ist im Malia Verlag erschienen - dem Verlag von Laura Malina Seiler.

Susanne Korasani ist bekannt geworden durch ihr Buch "Be Your Owen Healer" - in dem sie zeigt, wie es gelingen kann die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Ich trinke seit dem Buch den Löwenzahntee. So hat es mich nicht überrascht, dass der Löwenzahn auch in dem Buch eine besondere Rolle spielt. Sie "ist eine Pflanze, die nichts aufhält. Sie wächst durch Asphalt, trotz dem Wind und Abgasen und trägt in jeder Zelle die Erinnerung an Aufbruch." Die Bitterstoffe sind wichtig für die Entgiftung der Leber. Zudem unterstützen Sesquiterpenlactone, Flavonoide, Inulin und Kalium - die Gallenbildung, aktivieren die Verdauungsenzyme und entlasten die Leber. Die Autorin empfiehlt den Tee, den es im Reformhaus gibt, und die Blätter für Salate, Smoothies und Suppen. Wie gut, dass mein Gemüsehändler auf dem Isemarkt das Kraut verkauft.

Das Buch unterteilt sich in die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter sowie den Tagesrhythmus: Morgens, mittags und abends. Das Gros der Rezepte enthält nur wenige Zutaten, was ich sehr begrüße, und arbeitet saisonal.

Einfach und gehaltvoll ist beispielsweise die Yoshino-Suppe mit Seidentofu. Hierfür braucht man nur Wasser, Seidentofu, eine kleine Karotte, eine Handvoll Spinat oder Pak Choi, Sesamöl, frischen Ingwer und Frühlingszwiebel. Als Teetrinkerin habe ich mich über die "Grüntee-Kraftbrühe mit Tamari sehr gefreut. Dafür benötigen Sie nur Sencha oder Bancha, einen Schuss Soja-Tamari aus fermentierten Sojabohnen. Auch spannend: die Kuzu-Limo. Oder der Safran Latte. In einem Glossar verrät die Autorin, wo man die Zutaten erhält und worauf man achten sollte.

Was das Buch zudem aufwertet, sind einzelne konkrete Ausführungen zu bestimmten Inhaltsstoffen, ihre Wirkung und Anwendung. So habe ich erfahren, dass Gänseblümchen nicht nur die Regeneration und Ausgleich fördert, sondern ebenso als Umschlag Hautreizungen und leichte Schwellungen genutzt werden kann.

"Forever Beautiful" ist ein ganzheitliches wie nachhaltiges Kochbuch für Geist und Seele! Es zeigt, wie alles miteinander verbunden ist: "Wer Nahrung, Gedanken und Worte auf diese Weise versteht - nicht nur als Kalorienquelle oder Nebensächlichkeit - verändert die Qualität seines gesamten Lebens. Körperlich wie geistig."

Forever Beautiful

von Susanne Abbassian Korasani

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Trotzdem zuhause
Frank Menden

Frank Menden

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Es gibt Bücher, bei denen meine „Rezensionsfähigkeit“ versagt. Bücher, die mich so durchrütteln, mich begeistern, mir die Augen öffnen, mich zu Tränen rühren, vor Wut, vor Erkenntnis, vor miterlebtem Schmerz. Die mich - hoffentlich - klüger machen, empathischer, rücksichtsvoller und ja: zu einem besseren, aufmerksameren Menschen.
Ich neige nicht zu Pathos, habe keine „Adjektivdiarrhoe“ - aber dieses Buch !!!!!!!!!

Ich bedanke mich bei Tupoka Ogette für ihr Memoir „Trotzdem Zuhause“.
Für ihren Mut ihr Leben aufzuschreiben, uns daran teilhaben zu lassen.
Ich hatte intensive Lesestunden und die Lektüre hat viele Prozesse in Gang gesetzt.

Für diese paar Zeilen hab ich jetzt eine knappe Stunde gebraucht. Und mir ist die Unzulänglichkeit meiner Worte sehr bewusst.
Trotzdem schließe ich mit einem sehr abgedroschenen Satz, der aber dennoch so wahr ist.
Lest dieses ungemein wichtige Buch - und redet darüber!

Trotzdem zuhause

von Tupoka Ogette

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Winter
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Dieses Kochbuch enthält das einfachste Rezept für die fabelhaftesten Brownies und dem besten Pizzateig, der bereits bei der Herstellung glücklich macht. Denn er ist derart geschmeidig. Aber das ist noch nicht alles, was sich in diesem wunderbaren Kochbuch verbirgt. Sarah Hassert liefert uns obendrein tolle Geschichten über Bräuche wie den Barbaratag - ein kirchlicher Festtag zu Ehren der heiligen Barbara von Nikomedien in der heutigen Türkei. Ihr zu Ehren gibt es am 4. Dezember immer einen Mändelchenpudding. Dafür bedarf es nicht viele Zutaten: Milch, eine Vanilleschote, ein paar Tropfen Mandelaroma, Zucker, Eigelb, Zucker, Mandelsplitter und Speisestärke.

Dank Sarah Hassert weiß ich, dass der Kürbis im Backofen am besten aufgehoben ist, bevor man ihn weiterverarbeitet. Wer wie ich gern Angebote shoppt und plötzlich zu viel Gemüse im Kühlschrank hat, dem wirft Sarah einen Rettungsanker zu. Neben leichten Alltagsgerichten finden sich köstliche und feierliche Anregungen wie „Hansas Mess“. Auch schön ist der Spaziergang durch alle Wintermonate – von Oktober bis April.

Die Hamburger Autorin liebt nicht nur gute Literatur, kulinarisch-feine Gaumenfreuden - auch die Kultur des Essens ist ihr eine Herzensangelegenheit. Das spüre ich mit jeder Seite und kann nicht lange an mich halten. Vor allem durch die stilvollen und atmosphärischen Fotos von Jule Kiefer werde ich angeregt, sofort loslegen zu wollen. So fühlt man sich mit diesem Kochbuch gut aufgehoben im grauen nordischen nasskalten Winter.

Winter

von Saint John Studio, John Saint

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Wir dachten, wir könnten fliegen
Frank Menden

Frank Menden

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„Literatur lässt uns die Welt, in der wir leben, mit anderen Augen sehen: Wer liest, kann an zwei Orten gleichzeitig sein. Wer liest, kann mühelos durch alle Zeiten reisen. Und wo sonst, wenn nicht in der Literatur, ist es uns gegeben, Tote wiederauferstehen zu lassen.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die bloße Beschreibung einer Art nicht ausreicht, um sie von den Toten zu erwecken. Für diesen Zauber brauchen wir die Literatur.“

So Matthias Jügler im Vorwort von „Wir dachten, wir könnten fliegen“ , in dem 19 AutorInnen je eine ausgestorbene Tier- oder Pflanzenart auf unterschiedlichste Weise porträtieren bzw. ihr ein Denkmal setzen - wunderbar illustriert von Barbara Dziadosz.
Herausgekommen ist ein ganz wunderbarer Band voller unterschiedlicher Erzählungen, voller Humor und Wehmut, sehr berührend und ungemein verdienstvoll, führt er uns doch durch das Beschreiben des Vergangenen vor Augen, was wir unbedingt bewahren müssen.

Die 19 Erzählungen sind so verschieden wie ihre AutorInnen, darunter Daniele Droescher, , Caroline Wahl , T.C. Boyle, Kim de L'Horizon , John Burnside, Alex Capus, Julia Schoch,Clemens J. Setz und Antje Ravik Strubel.

Eine Anthologie, die Augen ( und in Kim de L'Horizons Beitrag auch Ohren ) öffnet, und die ein durch und durch famose Geschenk ist: für sich selbst und alle um einen herum!

Wir dachten, wir könnten fliegen

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Am Wasser das Haus
Sarah O'Connor

Sarah O'Connor

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Sind Sie Geschichtsinteressiert? Oder darf es Kunst sein? Mögen Sie besondere, in besonders schöner Sprache geschriebene, Geschichten? Suchen Sie ein Literaturgeschenk für jemanden, der bereits bestens ausgestattet ist? Oder mal etwas Anderes, sich Genreschubladen Entziehendes? „Am Wasser das Haus“ von Magdalena Saiger ist Ihr Buch. Es beginnt im Jahr 1908, als der Maler Max Liebermann eine Villa am Wannsee nebst Garten entwirft. Zweieinhalb Jahrzehnte dient es der Familie als Refugium, als Sommerresidenz. Nach gewaltsamer Vertreibung wird es in den 1940ern als Reichspost genutzt; im ehemaligen Malersaal wird operiert; in den 70ern zieht ein Unterwasserclub ein. Leerstand. Wir verweilen nie lange bei den Menschen, ziehen weiter, sind Gäste und dürfen beobachten. Eine Villa, die bleibt, als Hauptprotagonistin. Die Autorin malt Bilder mit Worten: kunstvoll, wunderschön, wehmütig, herzzerreißend, auch mal augenzwinkernd. 

Ein veritables Meisterinnenwerk!

Am Wasser das Haus

von Magdalena Saiger

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'Kluge Frauen bezahlen ihre Kleider selbst'
Frank Menden

Frank Menden

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Zum ersten Mal hörte ich den Namen Elsa Schiaparelli im Zusammenhang mit ihrer Enkelin Marisa Berenson, Top Model der 1960er und 1970er und Schauspielerin ( „Cabaret“, „Barry Lyndon“ ) .
Ab diesem Zeitpunkt jedoch beschäftigte mich die italienische Modedesignerin immer mehr, wurden ihre Entwürfe immer präsenter, kleidete sie doch auch viele große Stars des von mir verehrten Old Hollywood ein ( Dietrich , Crawford, Garbo, Hepburn).

Michaela Karl hat nun auf ihre unvergleichliche Art und Weise eine wunderbare Biografie über die bedeutende Designerin geschrieben, die anders als ihre große Rivalin Coco Chanel ein wenig in Vergessenheit geraten ist.
Sie schildert in ihrem aus vielen Biografien bekannten atmosphärischen, lockeren Stil dieses außergewöhnliche Frauenleben des 20. Jahrhunderts.
Dabei besticht wie immer bei Michaela Karl die gründlich recherchierte Quellenlage, die die zahllosen erhellenden Anekdoten hervorgebracht haben, die „Kluge Frauen bezahlen ihre Kleider selbst“ r zu einem so mitreißenden Buch machen.
Nicht nur ein „Must have“ für Modefans, sondern auch eine geschickte Verknüpfung von Mode und Gesellschaftspolitik von den 1930ern bis in die Gegenwart und eine Hommage an Kreativität, Mut und Individualität.

'Kluge Frauen bezahlen ihre Kleider selbst'

von Michaela Karl

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Sterben lernen auf Japanisch
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Der Tod ist ein Bestandteil von Milena Michiko Flasars Büchern. Doch sie differenziert zwischen ihren Geschichten und dem wirklichen Leben. Ende 2024 begibt sich die japanisch-österreichische Autorin nach Japan, um im Urlaub ihre Familie zu besuchen. Das Thema des zerbrechlichen Lebens und des Todes reist mit ihr.

Als geradezu magisch empfinde ich es, dass Milena im Flugzeug eine Kurzgeschichte ("Thailand") von Haruki Murakami liest. Das sagt die Geistheilerin zur Protagonistin: "From now on, little by little, you should prepare yourself to face death. If you devote all your future energy to living, you will not to be able to die will." Während sie diese wahren Worte liest, sieht sie, wie klein und zerbrechlich das Flugzeug ist. Wie das Leben selbst. Nur wollen wir es uns nicht eingestehen. Wir blenden den Tod aus, und sind erschrocken, wenn er eintrifft. Sie vergleicht die Geburt mit dem Tod. Man wird geboren, aber man stirbt aktiv. Nur lernen wir ihn nicht wirklich. Die Lehrpläne haben ihn nicht auf der Agenda. "Aber wir lernen doch sonst so vieles. [...] Vielleicht, weil der Tod etwas Einmaliges ist."

Die Japaner:innen haben eine besondere Beziehung zum fragilen Leben und dem Sterben. Das Land liegt auf dem "Pazifischen Feuerring". Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass es in den nächsten Jahren ein gewaltiges Erdbeben mit über "200.000 Toten geben wird". Von Kindheit an wird allen beigebracht, wie sie sich in solchem Fall verhalten müssen. Es gibt Vorsichtsmaßnahmen, aber auch Rituale und lebenskluge Haikus, an denen wir uns festhalten können, und die für mich die japanische Literatur wie Kultur zu etwas Außergewöhnlichen macht.

Die teilt die Autorin mit uns auf ihrem Weg. "When it comes - just so! When it go - just so" schrieb Musho Josho, ein Zen Mönch im 14. Jahrhundert.

Wir beginnen in Osaka, treffen dort auf jugendliche Ausreißer - die "Guri Shita Kids". 30.000 Obdachlose zählt Japan, zunehmend Jugendliche, die sich für ein Leben auf der Straße entscheiden. Danach reisen wir weiter nach Tsuyama, wo ihre Tante mit elf Katzen lebt. Nur knapp ist sie dem Tod entkommen, dem sogenannten "Kodokushi", den Tod der Alleinstehenden, der Bestandteil ihres Buches "Oben Erden, unten Himmel ist". Gleichwohl denkt sie an den erst kürzlich verstorbenen Vater. Wie es ist, dem Tod vor sich zu sehen, nichts mehr zu Wollen und Können, schildert sie eindringlich, bevor ihr an MS erkrankter Vater seinen letzten Atem ausgehaucht hat.

"Sterben lernen auf Japanisch" ist so vieles in einem. Ein ganz persönlicher Reisebericht durch Japan, der uns in die Riten einführt wie der unperfekten Wabi-Sabi-Ästhetik, die das Hinfallen verdeutlicht. Das Buch blickt dem Tod mutig, würdig und elegant ins Gesicht. Er wird dadurch nicht kleiner, aber wie heilsam Worte sein können, wissen wir alle. Die picken wir mit diesem Essay auf, der beim neugegründeten unabhängigen Verlag "Wasser Publishin" erschienen ist. Sie sehen hier nur die eBook-Variante, aber wir haben das Werk auch klassisch als Buch vorrätig.

Sterben lernen auf Japanisch

von Milena Michiko FlaSar

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Dreihundert Männer
Frank Menden

Frank Menden

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Kann man die Geschichte der deutschen Wirtschaft mitreißend, klug, pointiert und mit einer Prise Humor erzählen?
Oh ja, man kann, wie Konstantin Richter in „Dreihundert Männer - Aufstieg und Fall der Deutschland AG“ beweist.

Auf 543 Seiten erzählt Richter von den Männern und Firmen, die die deutsche Wirtschaft und damit auch unser aller Leben wesentlich prägten und zum Teil bestimmten.
Dabei entsteht ein Zeitporträt, das nie trocken daherkommt.
Richter verwebt die Porträts der Unternehmen und ihrer Führungspersönlichkeiten mit fundierten und teilweise amüsanten Anekdoten, ohne jedoch das große Ganze aus dem Blick zu lassen.
Dabei spannt er den Bogen von 1870 bis in die 1990er Jahre und wirft auch einen Blick in Gegenwart und Zukunft der Bundesrepublik.
Diese Verbindung von historischen und politischen Zusammenhängen bietet neben einem hohen Erkenntnisgewinn auch äußerst spannende, intelligente Unterhaltung.
Ein absolutes MustRead für alle, denen „normale“ Wirtschaftsbücher zu trocken sind .
Und für mich neben Henning Sussebachs „Anna“ das Sachbuch des Jahres!

Dreihundert Männer

von Konstantin Richter

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Wenn die Sonne untergeht
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Florian Illies zu lesen, ist wie nach Hause zu kommen. Man weiß, was einen erwartet und es fühlt sich verdammt gut an. Gut, Illies ist noch ein bisschen besser. Wie schon vor zwei Jahren nutzt der Autor das Jubiläum eines bekannten Mannes. Während sich das Thomas Mann Jahr allmählich dem Ende neigt, schenkt uns der S. Fischer Verlag mit seinem Erfolgsautor ein abschließend berauschendes Feuerwerk. Denn so empfinde ich "Wenn die Sonne untergeht - Familie Mann in Sanary".

Wir schreiben das Jahr 1933, in dem die Machtergreifung Hitlers einsetzt. Damit folgt auch eine Fluchtbewegung der Intellektuellen, Künstler:innen sowie den Autor:innen ein, die ahnen, was da passieren könnte und schließlich ja auch eintrifft. Aus einer Reise nach Amsterdam, geht es für Katja und Thomas Mann weiter über die Schweiz und endet schließlich in Frankreich, in Sanary sur Mer. Bis alle Mann-Schäfchen dort angekommen sind, erleben wir eine aufregende Reise, die übrigens genauso spannend ist wie die nachgeschickten und nicht ankommenden Tagebücher von Thomas Mann. Während sich alle mit der Situation anfreunden, hadert der große Meister, bezieht keine Stellung. Immerhin pocht die deutsche Kultur noch im Herzen des Nobelpreisträgers. Aus dem Zauberer wird sozusagen ein Zauderer, der durchzogen wird von einer dunklen Melancholie. Einzig Tolstois "Krieg und Frieden" erschafft ihm eine Atempause aus dem finsteren Tal.

In Sanary treffen die Manns auf weitere Exilanten, die Feuchtwangers, die Zweigs und weitere bekannte Persönlichkeiten. Als Leserin flaniere ich mit leuchtenden Augen durch die luftigen leichten Zeilen des schreibenden Chrononisten, der wieder einmal mehr als nur ein Sachbuch verfasst hat. So empfinde ich das Buch als großen Familienroman. Und wissen Sie, was das Schöne ist? Ich sehe sie alle leibhaftig vor mir. Dank Illies natürlich, aber durch die fantastischen Verfilmung "Die Manns" von Heinrich Breloer, die ich mittlerweile schon etliche Male gesehen habe.

Folgen Sie dem Feuerwerk und vertrauen Sie unserem must-read November. Wir wissen, was gut ist und gut tut.

Wenn die Sonne untergeht

von Florian Illies

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Ein gesunder Rücken ist auch Kopfsache
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Rückenprobleme? Kennen wir doch alle. Bei dem einen sind es kleine Zwicker, die vor allem pieksen, wenn man Stress hat. Andere haben täglich damit zu kämpfen und sind mitunter in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Sie fühlen sich machtlos und haben es nicht leicht. Mein Mitgefühl ist bei all den Schmerzpatienten. Gleichwohl präsentiere ich Ihnen eine erste mögliche Erleichterung: "Ein gesunder Rücken ist auch Kopfsache" von der Diplom-Psychologin Catrin Marnitz und ihrer Co-Autorin Tina Epking. Catrin Marnitz ist leitende Psychologin am renommierten Hamburger Rückenzentrum "Am Michel". Die Psychologin hat 2010 die Weiterbildung im Bereich der Speziellen Schmerztherapie abgeschlossen. Sie ist eine Fachfrau auf ihrem Gebiet und kann ihr Wissen praxisnah vermitteln.

"Schmerz ist auch immer das Ergebnis einer Lerngeschichte" schreibt Marnitz an einer Stelle. Manche sind geprägt durch überängstliche Eltern, die ihre Kinder dafür mehr als gewöhnlich sensibiliseren, so dass sich das Thema fester im Gehirn verankert als es sollte. Dies zu erkennen, könnte ein erster möglicher Schritt in einen Lebensabschnitt mit weniger Schmerzen sein. Aber nicht nur. Natürlich spielen auch andere Faktoren eine bedeutende Rolle: Bandschreibenvorfälle, Sport- oder Arbeitsunfälle, starke emotionale Belastungen. Und natürlich unser Leben: "Wir wollen alle mehr, mehr, mehr." Fühlen Sie sich ertappt? Keine Bange, ich auch. Unser Leben ist einfach schnell geworden, die Anforderungen sind hoch, die Ablenkungen wie das Internet enorm.

Wie nun mit dem Schmerz umzugehen ist, davon erzählt die Psychologin absolut lebensnah und nachvollziehbar. So betrachtet sie den Schmerz als ganzheitlich. "Bei der Aufrechterhaltung einer Erkrankung oder einer Schmerzsymptomatik spielen immer verschiedene Faktoren eine Rolle. Wir sprechen deswegen auch von einem multifaktoriellen Geschehen. Deshalb sollte man sich alles angucken: die medizinische, die psychologische und die soziale Ebene." Sie löst den Begriff chronisch auf, wandelt ihn in die Chronifizierung und ermutigt uns, Schritt für Schritt für uns selbst zu sorgen. Denn darin liegt der Schlüssel: In einem selbstwirksamen Umgang mit Stress und dem Schmerz, dem man sich nicht vollkommen ausliefern muss.

Das ist ein ganzheitlicher und nachhaltiger Ratgeber, der uns sehr viel Input und Werkzeuge an die Hand gibt. Doch beim Lesen allein sollte es nicht bleiben. Wie auch in ihrem Alltag im Hamburger Rückenzentrum appeliert die Diplom-Psychologin an alle:
"Ärmel hoch und mitmachen."

Das werde ich kommenden Mittwoch, dem 8.10., um 19.30 Uhr, wenn wir die Autorin und Tina Epking bei uns zu Gast haben werden.

Wir haben noch freie Plätze. Melden Sie sich unter anmeldungen@stories-hamburg.de für die Veranstaltung an und bringen Sie gern zahlreiche Fragen mit.

Ein gesunder Rücken ist auch Kopfsache

von Catrin Marnitz, Tina Epking

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Working Class Girl
Frank Menden

Frank Menden

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„Als ich sieben war, wanderte mein Vater zum ersten Mal hinter Gitter. Alles Schlimme ereignete sich in jener Zeit. Meine Mutter war heroinsüchtig, sich selbst überlassen und musste zusehen, wie sie in einem Drecksloch und erbärmlichster Armut sich selbst und fünf Kinder durchbrachte.“

Schonungslos, ehrlich , direkt, aufrüttelnd, schwer zu ertragen, unvergesslich.
„Working Class Girl“ von Katriona O'Sullivan , übersetzt von Sylvia Spatz, erzählt vom Alltag in einer der ärmsten Vororte von Coventry. Es erzählt von Hunger , Vernachlässigung durch suchtkranke Eltern, von Drogenmissbrauch vor Kindern und von sexueller Gewalt. Es erzählt davon, wie Katriona sich erst in der Schule von ihrer Lehrerin wirklich wahrgenommen fühlt. Es erzählt davon, warum Kinder trotz schwerer Vernachlässigung unbedingt loyal zu ihren Eltern halten, wie sehr dieses Gefühl von „wir gegen die“ verinnerlicht wurde. Es erzählt von Vorurteilen und Stereotypen.
Es erzählt auch , wie Katriona O‘Sullivan es durch finanzielle Förderung schaffte zu studieren, in Psychologie zu promovieren - und wie sehr das Stigma der vorzeigbaren „Guten Armen“an ihr klebte.

Dieses Memoir zu lesen ist schwierig, weil es zum einen stellenweise kaum zu ertragen ist, und es uns zum anderen mit eigenen Vorurteilen konfrontiert.
Dabei bleibt O‘Sullivan immer differenziert, was man ihr angesichts ihrer Erlebnisse nicht hoch genug anrechnen kann.

Ein überaus wichtiges, hartes Buch, welches man einigen Politikern in die Hand drücken sollte.

Working Class Girl

von Katriona O'Sullivan

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Anna oder: Was von einem Leben bleibt
Frank Menden

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„…eine Frau namens Anna Raesfeld, geborene Kalthoff, verwitwete Vogelheim, die eine wie keine war und eine wie viele.“

Der Journalist Henning Sussebach schreibt in „Anna oder : Was von einem Leben bleibt“ die Geschichte seiner Urgroßmutter auf .
Eingebettet in den historischen Hintergrund , sowohl global als auch lokal, fächert er Annas Leben auf. Das Leben einer Frau , die er nicht persönlich kannte, von der nur einige Fotos blieben, ein Poesiealbum, Postkarten, ein Kaffeeservice und ein Verlobungsring.
Anna war eine Frau , die den Konventionen ihrer Zeit trotzte, die ein unübliches Leben in einem Dorf im Sauerland führte, die sich nahm was ihr ihrer Meinung nach zustand, in der Liebe, im Leben .
Vieles bleibt Vermutung und ist doch schlüssig. Dabei vermeidet der Autor allzu plakatives, schafft Raum für Zwischentöne und Nuancen.
Berührend, beeindruckend und überaus fesselnd ist diese Lebensgeschichte, die wieder einmal verdeutlicht wie sehr das private auch immer politisch ist.

In einer sich immer schneller lebenden Welt ist dieses Buch ein Aufruf, zurückzuschauen, sich die Kämpfe und Errungenschaften der vorherigen Generationen bewusst zu machen und sie so vor dem Vergessen, dem sozialen Tod zu bewahren.
Ein Buch das bewegt, zum nachdenken anregt und uns auf eine so unaufdringliche wie intelligente Art lehrt, wie wichtig das Leben unserer Ahnen nicht nur für uns persönlich ist, sondern wie sehr die Vergangenheit unser aller Gegenwart prägt.

Eines DER Sachbücher in diesem Jahr!

Anna oder: Was von einem Leben bleibt

von Henning Sußebach

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Sofra
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Woran denken Sie bei türkischer Küche als Erstes? Also ich an Bulgur und Döner. Doch weit gefehlt. Dank Yelda Yilmaz weiß ich nicht, was sich wirklich hinter der türkischen Küche verbirgt. In ihrem neuen Kochbuch "Sofra" präsentiert sie vegetarische und vegane Gerichte - und das in vielseitiger Form.

Die türkische Küche ist von vielen Einflüssen geprägt. Die Ursprünge reichen zurück bis zu den nomadischen Stämmen der asiatischen Steppe, auch die Araber und Perser im Mittelalter haben ihr Knowhow mit einfließen lassen wie die Inder. Dann sind da noch die geographischen Voraussetzungen, die eine Vielfalt aus Obst, Gemüse, Gewürze, Getreide und Früchte bietet.

Gleich zu Beginn feiert die Autorin die Kunst der Einfachheit, und erzählt, wie schon ihre Mutter und Großmutter mit wenigen saisonalen Zutaten wahre Festmahle gezaubert haben. Bevor wir loskochen, zeigt sie zudem die türkische Vorratskammer. Welche Gewürze, Nüsse, Öle und Beilagen nicht fehlen dürfen. Für mich übrigens ist die Melasse, dickflüssiger Sirup aus den Kernen von Trauben, mein Aha-Erlebnis. Zusammen mit dem selbstgebackenen Fladenbrot erleben Sie eine Geschmacksfreude.

Passend zur sommerlichen Jahreszeit möchte ich Ihnen gern Yeldas Seftali Salatasi - Pfirsich-Gurken-Salat mit Dill kredenzen. Wenn es ein bisschen würziger sein darf, dann probieren Sie mal die Döner-Tacos aus, dessen Füllung aus 400 g Kräuterseitlingen oder Austernpilze besteht. Für die Schlemmerkatzen von süßen Speisen, warten zum Abschluss noch einige Backtipps wie mit Walnuss gefüllte Plätzchen.

Wie schon mit ihrem Kochbuch "Hitzefrei" hat mich die Autorin inspiriert und wieder einmal gezeigt, wie gut und lecker, einfache wie raffinierte Küche sein kann.

"Sofra" bedeutet übersetzt gedeckter Tisch. Genau das eint die Rezepte, sie laden ein, mit Freunden und Familie zusammen die leckeren Gerichte zu vernaschen. Am Ende gibt es sogar noch Menüvorschläge.

Sofra

von Yelda Yilmaz

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Unbedingt lesen, wenn ...
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Wer kennt das nicht? Situationen, die uns herausfordern und Momente, in denen wir uns eine Hand wünschen, die uns die richtige Richtung weist und wieder aufrichtet. Wenngleich Bücher keine Therapie ersetzen, können sie uns trotzdem auffangen wie ein Erste-Hilfe-Notfall-Kit dienen.

Dr. Julie Smith hat bereits mit „Aufstehen oder liegen bleiben?“ zahlreiche Leser•innen für sich gewinnen können. Auch „Unbedingt lesen, wenn…“ lohnt sich. Die Psychologin greift verschiedene Turbulenzen des Lebens auf wie zu viel Grübelei, lähmende Angst, Trauer, Vergleiche, geringes Selbstwertgefühl oder wenn du immer wieder Ja sagst, obwohl du eigentlich Nein sagen willst. Wenn es dir schwer fällt, im Hilfe zu bitten.

Jedes Thema beginnt mit einem Brief an die Lesenden. Im zweiten Step folgt ein Toolkit mit praktischen Lösungen und den richtigen Fragen für persönliche Reflektionen. Smith erklärt dabei auch die Abläufe in unserem Körper und Nervenbahnen, und zeigt, wie eng alles miteinander verknüpft ist. Was schon kleine Veränderungen bewirken können.

„Unbedingt lesen, wenn…“ ist ein wohltuendes, aufbauendes wie kluges Trostpflaster.

Unbedingt lesen, wenn ...

von Julie Smith

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Der Name an der Wand
Frank Menden

Frank Menden

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Südfrankreich. Der Schriftsteller Herve Le Tellier möchte ein Haus kaufen. Im kleinen Dorf La Paillette wird er schließlich fündig: die ehemalige Keramikwerkstatt soll sein neues Zuhause werden. Beim abhängen einer Keramiktafel sieht Le Tellier, dass ein Name in den Rohputz geritzt wurde: André Chaix. Wer war dieser Mann?
Es ist das Frühjahr 2020, die Pandemie hat die Welt fest im Griff - und Herve Le Tellier beginnt zu recherchieren. Sehr bald kennt er die nackten Fakten: im August 1944 wird André Chaix als Mitglied der Résistance von deutschen Soldaten in einem Gefecht ermordet. Er ist nur 20 Jahre, zwei Monate und 30 Tage alt geworden…
Doch Le Tellier will mehr wissen: wer war dieser junge Mann, wie hat er gelebt, wen hat er geliebt, was trieb ihn um ?

„Der Name an der Wand“, das neue Buch des Prix Goncourt Preisträgers Herve Le Tellier , übersetzt von Romy und JürgenRitte, ist kein Roman, aber die Spurensuche des Schriftstellers liest sich ebenso fesselnd.
Es ist die Erforschung der Vergangenheit, einer Epoche, „in der Großherzigkeit und Mut mit Egoismus und Niedertracht eng beieinanderlagen wie nur selten.“
Immer wieder durchbricht Le Tellier diese Reise in die Vergangenheit mit Assoziationen und führt uns LeserInnen so auch ins Hier und Jetzt.
Indem er uns von André Chaix erzählt, erzählt er auch vom Phänomen Mut in dunklen Zeiten, davon, wie man Hass und Faschismus begegnen kann ( und soll ).

„Man diskutiert solche Ideen nicht, man bekämpft sie. Weil die Demokratie ein Gespräch unter zivilisierten Menschen ist, endet die Toleranz beim nicht Tolerablen. Wer auch immer den Hass auf andere sät, verdient nicht die Gastfreundschaft einer Diskussion“.

Ein ungemein berührendes und wichtiges Buch!

Der Name an der Wand

von Hervé Le Tellier

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Fast & Tasty
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Bis zu diesem Kochbuch war mir Achim Oecal nicht vertraut. Obwohl der Autor des Kochbuchs im Instagram-Universum über 1,9 Millionen Follwer:innen hat. Oha! Das ist eine Zahl, bei der mir sofort heiß wird. Wie bei seinen einfachen und leckeren Gerichten.

Dass Achim ein großer Feigen-Fan ist, wird mir schon bei seinen Vorspeisen klar. Und ich frage mich: Warum ist mir diese Kombination nicht schon früher eingefallen? Ich denke hier an den gebackenen Feta mit Feigen. Sie brauchen neben Feta und Feigen nur noch 20g geröstete Pinienkerne, Honig und Thymian. Oder die Feigenrosen. Zusammen mit Walnusskernen, einer Kugel Burrata, Honig und sechs Schreiben Serranoschinken erleben Sie eine Geschmacksxeplosion auf der Zunge.

Auch die kalte-Avocado-Gurken-Suppe hat es mir angetan. So easy und lecker. Daran schließt sich gleich noch der warme Süßkartoffel-Salat an. Apropos Süßkartoffel, da hat Achim noch ein schnelles und raffiniertes Gericht parat: Gefüllte Süßkartoffeln, für die man nur Feta; Paprika, 2 Eier, Olivenöl und eine Frühlungsziebel braucht.

Sie sehen, Achim Oecal löst sein Titel-Versprechen ein. Wie schnell und raffiniert man kochen kann, zeigt der Koch auf einfache Art. Weiter hinten gibt es noch reichhaltigere Rezepte, die in ihrer Zubereitung nicht kompliziert sind, aber tiefergehender, allerdings nur ein bisschen. Dieses Kochbuch ist eine schnelle und tolle Inspirationshilfe für die alltägliche Küche!

Fast & Tasty

von Achim Oecal

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Und ich werde dich nie wieder Papa nennen
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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Caroline Darian ist die Tochter von Gisèle Pelicot, die über acht Jahre lang von ihrem Mann betäubt und von anderen Männern missbraucht wurde, ohne, dass sie davon wusste. Viele haben den Prozess sicherlich beobachtet. Doch ganz nah am Geschehen waren nur wenige. Das holt Caroline Darian mit ihrem wichtigen Buch nach. Caroline ist die Tochter von Gisèle Pelicot.

Wie konnte das passieren? Durch „chemische Unterwerfung“ - „Medikamente wie Schlafmittel, Antiallergika oder Hustenmittel, die eigentlich heilen sollen“ kommen zum Einsatz, und betäuben die Opfer. Werden ins Essen oder Getränke gefüllt. Dann fallen sie in einer Art komatösen Schlaf und bekommen nichts mit.

Dominique Pelicot hat verschiedene Männer zu sich nach Hause geholt, die seine betäubte Frau vergewaltigen, was er aufgenommen hat. Junge Familienväter waren dabei wie 70jährige. Er selbst hat dies auch bei anderen Frauen gemacht. Wie kann man nur?

Was macht das mit den Angehörigen? Und vor allem mit dem Opfer? „Leider hängt die Versorgung noch sehr von der Willensstärke der Opfer ab und ist zu wenigen von ihnen zugänglich.“ Gisèle Pelicot hat das Glück, drei erwachsene Kinder zu haben, die sich ihrer annehmen.

Als Caroline von sich auch eine Aufnahme sieht, weiß sie: Sie selbst ist ein Opfer geworden, durchlebt ein Trauma. Panikattacken überfallen sie, rauben ihre jede Kraft, aber sie bleibt stark, denn sie will kämpfen.

Das Buch macht fassungslos, aber es ist so wichtig! Neben den persönlichen Einblicken in ihr Innerstes zeigt die Autorin auf, was diese Gewalttat mit Betroffenen macht und ist ein Weckruf: „Seien Sie auf der Hut, wenn Ihr Gedächtnis Sie regelmäßig im Stich lässt. Suchen Sie lieber einen Arzt auf und unterziehen Sie sich einer toxilogischen Analyse.“

Und ich werde dich nie wieder Papa nennen

von Caroline Darian

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Somebody told me
Simone Finkenwirth

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Bücher über die Wechseljahre gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Die besten herauszupicken, sehe ich als meinen Auftrag. „Somebody told me“ von Susanne Liedtke und Dr. med. Christina Enzmann zählt zu solchen herausragenden Titeln.

Im Vorwort klären die beiden Autorinnen ihr Anliegen und Wissen auf. Während sich Christina Enzmann mit der funktionellen Medizin in diesem Bereich beschäftigt hat, fokussiert Susanne Liedtke die Ernährung. Entstanden ist ein Wechselspiel aus beiden Bereichen mit wirklich fundiertem Wissen und nachvollziehbaren Life-Hacks.

So laufe ich seitdem jeden Morgen einmal stramm um den Block und nehme fix die Treppen bis in meine 4. Etage. Und bei meinem Joggingrunden habe ich kurze Sprints integriert. Warum? Es geht um den Blutzucker. Den im Griff zu haben, sei eines der wichtigsten Grundziele. Die „All-out-Bursts“ haben einen bedeutenden Effekt: Damit wird der Insulinspiegel reguliert. „Das hilft, den restlichen Zucker in deinem Blutkreislauf zu verbrennen...“ Der wiederum dafür verantwortlich ist, dass die Fettverbrennung läuft.

Allein dafür hat sich die Lektüre für mich gelohnt. Aber sie ist natürlich noch reichhaltiger. So erläutern die beiden Autorinnen, welche Lebensmittel man möglichst vermeiden sollte und welche uns Frauen in den Wechseljahren gut tun. Und worauf man bei der Ernährung achten sollte. Ich bin in dem Bereich schon gut aufgestellt, und fühle mich bestätigt. Dennoch finde ich das Body-Reset-Ernährungsprogramm aus dem Buch sehr inspirierend.

Auch der Hormonhaushalt spielt eine bedeutende Rolle wie Vorsorgetipps ärztliche Konsultationen beim Hausarzt oder der Internistin und der Frauenärztin.

„Somebody told me“ ist daher ein ganzheitlicher und wichtiger Beitrag für alle Frauen ab 40! Das hat mir übrigens auch eine versierte Kundin, die in dem Bereich tätig ist, bestätigt.

Somebody told me

von Susanne Liedtke, Christina Enzmann

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Radikale Freundlichkeit
Simone Finkenwirth

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Wir alle wollen freundlich sein, und sind es. Doch kennen Sie nicht auch die Momente, wenn Sie ein unhöflicher Mensch derart aus der Fassung bringt? Oder wenn Sie von Ihrer eigenen Eile getrieben unachtsam hantieren und dann passiert es. Wie können wir mit solchen Herausforderungen umgehen, und die Freundlichkeit trotzdem bei uns tragen?

Nora Blum liefert in ihrem Buch „Radikale Freundlichkeit“ Antworten auf diese Fragen. Die studierte Psychologin lässt uns verstehen, warum uns unhöfliche Menschen so triggern. Und geht noch weiter, in dem sie die unsensiblen Handlungen durchleuchtet. Warum agiert jemand so unwirsch? Was hat das wirklich mit uns zu tun? Welche Reaktion wäre angemessen? Und wie kann sie gelingen?

Weiterhin verdeutlicht die Gründerin von Selfapy anhand von wissenschaftlichen Studien, wie positiv sich Freundlichkeit auf unsere Gesundheit auswirkt. Schnell umsetzbare Tipps lassen mich staunen und lächeln. Ebenso erhellend sind ihre eigenen Geschichten zum Thema, in denen ich mich mitunter sogar wiedererkenne.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel eingeteilt und bezieht jeden Lebensbereich mit ein. Die Psychologin schreibt, wie wichtig es ist, auf seine eigenen Bedürfnisse zu hören, auch mal Nein zu sagen. Oder nach einer groben Kontakftaufnahme, zunächst dreimal TIEF durchzuatmen.

So erweist sich „Radikale Freundlichkeit“ als ein lebensnaher und nachhaltiger Ratgeber mit wertvollen Impulsen wie Anstößen zur Selbstreflexion.

Radikale Freundlichkeit

von Nora Blum

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Ich dachte, bis dahin bin ich tot
Frank Menden

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Silke Maier-Witt war in den späten 1970ern, dem „Deutschen Herbst“, eine der meistgesuchten Terroristinnen der BRD. Was bringt jemand aus dem bürgerlichen Milieu dazu, sich einer terrotristischen Vereinigung anzuschliessen und ein Leben im Untergrund zu führen? Und wie kann man damit leben?
Silke Maier-Witts Autobiographie ist keine Rechtfertigung ihrer Taten, es ist eine wahrhaftige Selbstbefragung und - erforschung. Sie schildert ihr Leben in Etappen, ihre Kindheit, die Jugend, die zunehmende Politisierung, die Zeit in der RAF, der Ausstieg und das Leben in der DDR, die Entdeckung und Verhaftung, den Prozess und ihr heutiges Leben im Kosovo und ihre Arbeit als Friedensstifterin .

Dieses Buch ist sicherlich nicht exemplarisch, es ist aber ein weiterer Schritt, die Strukturen mitsamt der psychologischen Mechanismen innerhalb der RAF zu verstehen.
Silke Maier-Witt vermittelt glaubhaft ihre Suche nach ihren Beweggründen. „Dass ich eines Tages Verantwortung übernehmen müsste, kam mir nie in den Sinn, ich dachte, bis dahin bin ich tot.“ Sagt sie anbei er Stelle dieses Buches.
Ein beeindruckendes Zeitdokument, dass durchaus ambivalente Gefühle hervorruft, aber absolut lesenswert ist!

Ich dachte, bis dahin bin ich tot

von Silke Maier-Witt

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Niemandsland
Katja Schneider

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Was haben der Brite Sir Robert Scott, der Norweger Roald Amundsen und der Japaner Nobu Shirase gemeinsam? Alle drei haben um 1911 herum versucht, als erstes den Südpol zu erreichen. Wie weithin bekannt ist, gewann Amundsen das Rennen, Scotts Geschichte endete tragisch und Shirase kennt heute niemand mehr, er musste damals unter anderem wegen unzureichender Ausrüstung sein Vorhaben aufgeben. Der Historiker und Autor Adwin de Kluyver stieß zufällig auf die Existenz des japanischen Antarktisfahrers und beschloss daraufhin, selbst einmal eine Fahrt in die Antarktis zu wagen. „Niemandsland“ handelt von dieser Reise und all den (vor allem berühmten und vor allem Männern) Wagemutigen, die bereits vor ihm gen Süden ins ewige Eis zogen. Sehr kenntnisreich und vor allem sehr unterhaltsam berichtet der Autor und lässt dabei nicht außer Acht, welcher dramatischen Auswirkungen der Klimawandel auch in diesen Breiten hat und welche politische Rolle die Antarktis immer wieder spielt - zumindest bis 2048 bleibt sie ein „Niemandsland“. 

Wer wie ich noch lange nicht genug hat von Antarktisreisen oder auch gerade erst sein Interesse dafür entdeckt hat, ist mit diesem wunderschönen und mit vielen Fotografien bestücktem Buch bestens beraten! 
 

Niemandsland

von Adwin de Kluyver

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Less Stress In Your 30s
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

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+++ Unser Online Shop meldet nicht lieferbar. Stimmt. Aber wir haben das Buch im Laden ausreichend vorrätig. Eine kurze eMail an info@stories-hamburg.de reicht uns und wir reservieren Ihnen gern ein Exemplar. +++

Das Buch kommt für mich zu spät. Eigentlich. Denn ich habe die 30 bereits überschritten. Mit allem, was dazu gehört. Fühle mich aber nicht selten wie 30. So habe ich das Buch mit großem Gewinn gelesen.

Die Hamburgerin ist Expertin im Stressmanagement. Im Oktober und November bietet sie regelmäßig Retreats für alle Altersgruppen an. Zudem schreibt Sue Fengler wöchentlich eine Kolumne „Life at 30“, hat einen eigenen Blog und ist auf Instagram unterwegs. Ihre Fangemeinde ist groß, sie hat fast über 21.000 Follower:innen.

Die 30 ist vor allem für uns Frauen eine entscheidende Zahl. Sue spricht in ihrem Buch über die Rushhour des Lebens. Entscheidungen müssen getroffen werden. Karriere? Mit Kind? Oder ohne? Wo will ich mal hin? Und dann sind da noch die vielen Verpflichtungen und eigenen Ansprüche ans Leben. Obendrein blinkt das Handy die ganze Zeit. Vom übervollen eMail-Postfach ganz zu verschweigen. Wie soll man sich da bitteschön sortieren? Wie ruhig bleiben? Kraft sammeln?

Es kann gelingen. Mit Selbstfürsorge und dem Fokus auf einen selbst. „Less Stress in your 30s“ kann dabei unterstützend wirken. Sue hat das Buch so geschrieben, dass man es eben mal so wegsnacken kann. Man muss es nicht chronologisch lesen. Wichtige Gedanken sind farblich hinterlegt, und jedes Kapitel hat am Ende wirkungsvolle Impulse und Fragen, denen man Raum geben kann und auch sollte.

Die Autorin unterteilt ihr Buch in Themenblöcke:
Mit dem (Zeit-)Druck und all den Erwartungen umgehen.
Wie soll das alles unter einen Hut passen?
Wann wurde es schwierig, die besten Freund:innen zu sehen?
Zeit für dich, wenn du denkst, du hast gar keine?

Offenherzig arbeitet Sue eigene Erfahrungen und Reflexionen mit ein wie die von anderen Frauen. Was das Buch so universell für mich macht, sind Themen, die altersübergreifend sind. So geht es um die eigenen Bedürfnisse, Energie, People Pleasing und die Frage: Was will ich eigentlich wirklich? Was tut mir gut? Was raubt Energie?

So ist „Less Stress in your 30s“ ein nachhaltiger Leitfaden für alle, die der Rushhour des Lebens etwas entgegensetzen wollen. Und löst sein Versprechen ein: Wenn du dir mehr Leichtigkeit und Energie wünschst, lies dieses Buch.

Less Stress In Your 30s

von Sue Fengler

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