„Jede erfolgreiche Ehe hat ihre eigene Sprache. Eine Sprache, die nicht für fremde Ohren bestimmt ist.“
Kate und Jack führen so eine Ehe: immer noch verliebt, die Macken des Partners sind akzeptiert, eine eigene Sprache und Codes für bestimmte Situationen und Freunde/ Bekannte ist etabliert wie auch das gut situierte Leben in der Großstadt.
Doch als nach einer Abendeinladung bei Freunden Jack des nachts plötzlich an einem Herzinfarkt stirbt, bricht für Kate eine Welt zusammen.
Doch es kommt noch schlimmer: als sie sich langsam wieder aus ihrer Trauer hervorarbeitet stößt sie auf die Serie „Betrug“, die in aller Munde ist - und entdeckt in ihr erschreckende Parallelen zu ihrer Ehe mit Jack, Details in Sprache und Verhalten, die niemand wissen konnte.
Kate beschließt der Sache auf den Grund zu gehen…
Ich habe ein großes Faible für Rachegeschichten. Und John Lanchesters „Das habe ich wegen dir getan“ , übersetzt von Dorothee Merkel, ist eine überaus brillant komponierte, scharfsinnige und bitterböse Variante.
Die Art und Weise wie Lanchester unser modernes Leben voller Egomanie, Konkurrenzkampf, Gier, Selbstgerechtigkeit, Doppelmoral und Machthunger beschreibt ist ungemein treffsicher und dabei seziert er so beiläufig wie pointiert das Verhältnis zwischen Boomern und Milennials.
Ich hatte sehr viel Freude mit diesem Roman, der wahrlich keine Gefangenen macht und vor dessen Protagonistin ich trotz oder wegen ihrer Unerbittlichkeit den Hut ziehe!