„Preise sind nicht wichtig, klar, aber es gibt zwei Situationen, in denen sie es eben doch sind: erstens, wenn du einen Preis bekommst, und zweitens, wenn du ihn nicht bekommst.“
Giuseppina Rigatoni ist Mitte fünfzig, unterrichtet Regie an der Filmuniversität und würde gern endlich wieder selbst einen Film drehen. Der Weg dorthin führt über endlose Partys, Festivals und Gremien, immer muss man performen, überzeugen, lächeln, charmant sein - und hoffen. Denn selbst wenn man wie Giuseppina schon Preise gewinnen konnte und vielbeachtete Filme gemacht hat ist der Weg zum nächsten Projekt ein steiniger und mühsamer, der einen langen Atem erfordert.
Nur gut, dass ihre Partnerin Anouk als Schauspielerin gut im Geschäft ist. Auch wenn sie sich in letzter Zeit etwas häufig mit einer anderen Frau trifft…
Als ihr Vater, einer der ersten „Gastarbeiter“ der BRD, stirbt, muss sich Giuseppina ihrer lange verdrängten Familiengeschichte stellen und in ein kleines italienisches Bergdorf reisen- während die Finanzierung ihres Filmes nach wie vor auf tönernen Füßen steht …
Mit ihrem Filmdebüt „Kommt Mausi raus?“ 1994 hat mich Angelina Maccarone damals total begeistert. Und ihr Romandebüt „Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in“ hat mich ebenfalls umgehauen.
Maccarone verknüpft ihre verschiedenen Themen ( Migration, Queerness, die Filmbranche etc ) mühelos und erzählt mit einem hinreißend lakonischen Humor von einer Frau, die trotz Krisen und Selbstzweifeln ihren Weg geht.
Und dazu noch einen der besten Titel ( in Wort und Bild) dieses Bücherherbstes bietet.
Lasst euch dieses Buch nicht entgehen!