Zum Inhalt springen
stories! Die Buchhandlung Logo
im Shop suchen

Neueste Entdeckungen von stories!

Die erste halbe Stunde im Paradies
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Alle Empfehlungen von Frank Menden lesen

„Drei sind eine Party.“
Und was für eine Party ist die kleine, aufeinander eingeschworene Dreierfamilie. Die Mutter Sängerin und Musikerin, immer zu haben für Spontaneität und „verrückte“ Ideen. Und ihre beiden Kinder: die kleine Anne und der große Kai.
Sie sind füreinander da, ohne wenn und aber und Anne bedauert alle, die nicht so einen tollen Bruder haben wie sie.
Die chronische Krankheit der Mutter führt die Familie nach Flensburg, des Klimas wegen. Doch auch das vermag den stetig voranschreitenden körperlichen Verfall der Mutter nicht aufzuhalten. Immer mehr werden Anne und Kai in die Verantwortung genommen, immer mehr leisten sie, halten alles im wahrsten Sinne am laufen. Drei Menschen, die füreinander da sind . Bis….

Was ist passiert, dass aus den Geschwistern, zwischen die kein Blatt Papier passte, zwei einander Fremde wurden? Warum gab es jahrelang keinerlei Kontakt, keine Verbindung mehr? Bis zu diesem Anruf auf dem Teambildungsevent in Hamburg, bei dem die erfolgreiche Pharmareferentin Anne eigentlich nur die nötigen Punkte für den nächsten Karriereschritt sammeln will - und sich stattdessen der Vergangenheit stellen muss.

„Die erste halbe Stunde im Paradies“ ist der zweite Roman von Janiune Adomeit - und er ist vollkommen verdient das NDR Buch des Monats Februar 2025.
Mit leichter Hand erzählt die Autorin von Loyalität, Verantwortung und Überlastung, von Liebe und den Konflikten die aufbrechen, wenn die Fürsorge die eigenen Bedürfnisse vollkommen überlagert.
Wie Janine Adomeit es schafft diese Themen vollkommen ohne Kitsch und Klischees, eindringlich und bewegend, voller Empathie und leisem feinen Humor zu verhandeln, das sollte unbedingt gelesen werden.
Ein tröstliches Buch voller Hoffnung, das ist diese erste halbe Stunde im Paradies!

Die erste halbe Stunde im Paradies

von Janine Adomeit

Zum Buch im Shop
Honey
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

Mitarbeiterin bei stories!

Alle Empfehlungen von Simone Finkenwirth lesen

Was für ein unglaubliches Buch! Ich bin immer noch fassungslos und gleichwohl begeistert über das Debüt einer Buchhandelskollegin. Imani Thompson hat nach ihem Soziologiestudium bei 𝘋𝘢𝘶𝘯𝘵𝘉𝘰𝘰𝘬𝘴 in London gearbeitet. Ihre Hauptfigur lebt und arbeitet in Cambridge, genau dort hat die Autorin ebenfalls studiert.

Yrsa schreibt ihre Doktorarbeit über 𝘈𝘧𝘳𝘰𝘱𝘦𝘴𝘴𝘪𝘮𝘪𝘴𝘮𝘶𝘴𝘪𝘮𝘉𝘦𝘧𝘳𝘦𝘪𝘶𝘯𝘨𝘴𝘬𝘢𝘮𝘱𝘧 𝘢𝘧𝘳𝘪𝘬𝘢𝘯𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘳𝘍𝘳𝘢𝘶𝘦𝘯. Sie selbst ist die Tochter von karibischen Einwanderern und im Alltag dem Mikro-Rassismus ausgesetzt. Zudem unterrichtet Yrsa Studierende, und hat zu Beginn eine Konfrontation mit einem Studenten, die ihr später wie ein schlechter Rülpser aufstoßen wird.

Bei einem zufälligen Treffen mit einem Professor passiert etwas Erschreckendes. Als dieser von seiner Frau angerufen wird und kurz abgelenkt ist, schnippt sie eine Biene in dessen Glas. Wenn Richardson gestochen wird, wäre dies die gerechte Strafe für das, was er Yrsas Freundin angetan hat, denkt sie. Er hat eine Affäre mit Nina, war mit ihr sogar auf Recherchereise und verwendet deren Ergebnisse, präsentiert sie als seine. Das macht Yrsa natürlich wütend, zurecht. Richardson wird gestochen. Was Yrsa nicht weiß, er ist allergisch gegen Bienenstiche.  Keiner sieht sie, Yrsa greift nicht ein, und lässt diesen Mann vor ihren Augen sterben. Krass!

Damit setzt Yrsa etwas in Gang. Sie spürt ein Hochgefühl, das sie fortan nicht loslassen und zu weitere Taten verleiten wird. Gut durchdacht und mit dem Wissen ihr vertrauter Soziologen und Menschen, auf die sich stets bezieht.

Imani Thompsons Antiheldin tötet nicht einfach so, sondern mit Hintergedanken. Spürt sie doch einen großen Zorn auf überhebliche, gemeine Männer und dem Rassismus. Die Autorin findet für Letzteres einen wahren erschütternden Satz: „𝘔𝘢𝘯 𝘬𝘢𝘯𝘯𝘥𝘦𝘯𝘚𝘤𝘩𝘮𝘦𝘳𝘻𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵𝘷𝘰𝘮𝘚𝘤𝘩𝘸𝘢𝘳𝘻𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘵𝘳𝘦𝘯𝘯𝘦𝘯.“

„Honey“ hat es wirklich in sich! Man könnte den Roman als reinen College-Roman mit einer Serienmörderin lesen. Doch das wäre zu flach, und würde Yrsa nicht gefallen. Ist doch jede Tat bestens vorbereitet und bekommt Rückendeckung von den großen Denker:innen, die sie in ihre Gedankengänge miteinbezieht.

„Honey“ steht exemplarisch für die sogenannte 𝘞𝘦𝘪𝘳𝘥𝘎𝘪𝘳𝘭𝘓𝘪𝘵𝘦𝘳𝘢𝘵𝘶𝘳𝘦 die man mögen muss. Ich mochte jede Seite, trotz des Unbehagens, das wie ein aufkommendes Sommergewitter kontinuierlich zunimmt und ein raffiniertes Teil dieses Gesamtkunstwerkes ist.

Ideal für Buchkreise und für junge Lesende ab 18 Jahre!

Honey

von Imani Thompson

Zum Buch im Shop
Contrapposto
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

Mitarbeiterin bei stories!

Alle Empfehlungen von Simone Finkenwirth lesen

Ich wollte in „Contrapposto“ von Dave Eggers förmlich hineinkriechen. So wohltuend empfand ich die Geschichte, die mir der Bestsellerautor von „The Circle“ präsentiert hat. Anders als bei seinem Bestseller verzichtet der amerikanische Autor hier auf schnelle Plots und rasante Wendungen. Fast in Zeitlupe betrachtet er das Leben des talentierten Cricket und seiner Lebensfreundin Olympia.

Cricket wächst in prekären Verhältnissen auf. Der Liebhaber seiner Mutter ist toxisch und alles andere als fürsorglich. Aber Cricket hat sich seine eigenen Fluchten geschaffen: seine Malerei, die Bibliothek und vor allem seine Freundin Olympia, die sich selbst als Reinkarnation von Albert Camus empfindet. Olympia erkennt das Talent ihres Freundes und versucht ihn zu fördern, den Eigenbrötler aus seinem selbstgezimmerten Elfenbeinturm zu holen. Sie ermuntert ihn, aus der Kleinstadt auszubrechen, in der sie leben. Und muss Cricket gar nicht groß überzeugen. Er will nach Europa, bei einem Meister in die Lehre gehen. Zunächst gönnt er sich zunächst einen Kurs in Aktmalerei. Dort lernt der Fünfzehnjährige viel, die Zeichnungen finden sich in dem Buch.

Während Olympia alles vermarkten und eine künstlerische Plattform gründen will, bleibt Cricket eher im Hintergrund, arbeitet später sogar für den erfolgreichen Kyle als Zuarbeiter. Das zollt von großer Stärke. Denn buhlt nicht jeder Künstler nach Anerkennung für sein Schaffen?

Der Roman zelebriert die Kunst und würdigt sie auf einzigartige Weise. Eggers zeigt, was sie ausmacht – und mit ihr die Menschen, die sie kreieren. Obendrein ist die Geschichte eine Hommage an die lebenslange Freundschaft. Eine von der Sorte, die wir uns alle wünschen.

Es würde mich nicht wundern, wenn Leute „Contrapposto“ das Label Wohlfühllektüre verpassen. Was dem vielschichtigen Roman nicht gerecht wird. Dennoch ist es eine enorm wohltuende Lektüre. Und erweist sich als Gegenentwurf zur schnelllebigen, oft ja geradezu hysterischen Welt von heute.

Und wenn Sie sich fragen, was „Contrapposto“ bedeutet – es steht in der Bildhauerei für das Nebeneinander von Stand- und Spielbein einer menschlichen Figur zum Ausgleich der Gewichtsverhältnisse. Gleichzeitig ist die Sache mit dem Stand- und Spielbein auch zum geflügelten Wort geworden, zum Synonym für das innere Gleichgewicht von Menschen. Eggers bedient beides in seinem Roman. Und am Ende möchte man sich fast als Modell in diese Pose bringen. Nur um der Schönheit willen. Der Schönheit der Kunst. Auch der Worte. Ein Balanceakt, den Dave Eggers perfekt beherrscht. 

Andrea O'Brien hat den Roman aus dem Englischen ins Deutsche übertragen.

Contrapposto

von Dave Eggers

Zum Buch im Shop
Buckeye
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Alle Empfehlungen von Frank Menden lesen

„Bonhomie war nicht annähernd so klein, dass jeder jeden kannte, aber klein genug, dass früher oder später fast jeder jeden mal zu Gesicht bekommen hatte.“

Hier leben zwei Paare, deren Leben sich am 08.05.1945 auf immer miteinander verbinden werden.
Cal Jenkins, der Sohn eines traumatisierten WW1 Veteranen, der wegen einer angeborenen Beinverkürzung für untauglich erklärt wurde, und Seine Frau Becky, deren Tätigkeit als Medium gerade während des Krieges enorm gefragt ist.
Felix Salt, dem das Schicksal alles Gute in die Wiege gelegt zu haben schien und der schon vor seiner Rückkehr von der Front damit kämpft, ein falsches Leben zu leben. Und seine Frau Margaret, in einem Waisenhaus aufgewachsen, eigensinnig, unabhängig, ihrer Zeit voraus.
Vier Menschen, die auf unterschiedliche Art und Weise von der Norm der Gesellschaft abweichen und doch versuchen, sich ihr anzupassen. Und die deswegen Entscheidungen treffen, die weitreichende und nicht absehbare Folgen haben werden…

„Buckeye“ von Patrick Ryan  in der Übersetzung von Thomas Überhoff ist ein 648 Seiten umfassender Roman, der mich mit zunehmender Lektüre mehr und mehr für sich eingenommen hat. Es ist ein Roman, der auf den ersten Blick den Geist der Gemälde Norman Rockwells aufgreift, aber mit einer tiefen Melancholie genauer hinsieht und nicht nostalgisch verklärt - und so zum Kern des American Dream vordringt.

Zu den Bewunderern dieses Romans gehören Ann Napolitano und Tom Hanks, und es sind die perfekten Referenzen, denn zum einen liest sich dieser epische charaktergetriebene Roman wie ein Tom Hanks Film ( etwa „Here“ mit einer Prise „Forrest Gump“), zum anderen klingen auch Aspekte von Napolitanos „Hallo Du Schöne“ an.
Und auch wenn manche Wendungen durchaus vorhersehbar sind trübt dies nicht das Lesevergnügen, im Gegenteil.
Patrick Ryan erzählt mit großem Atem eine Geschichte von einem Ort und von Menschen, die sich langsam in mein Herz geschlichen haben und die dort noch eine Zeit verweilen werden.
Ein absoluter „RomanRoman“! Eingeweihte wissen, was ich meine.

Buckeye

von Patrick Ryan

Zum Buch im Shop
Die Wahrheit über Ruby Cooper
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Alle Empfehlungen von Frank Menden lesen

„Die Wahrheit über Ruby Cooper“ von Liz Nugent in der Übersetzung von Astrid Gravert ist bereits mein vierter Roman der irischen Autorin - und wie schon die Vorgänger habe ich auch diesen wieder innerhalb kürzester Zeit inhaliert.

Dabei macht es einem die Hauptfigur nicht gerade leicht, sie lügt, betrügt, manipuliert und beeinflusst so die Leben der ihr nahestehenden Menschen aufs perfideste!
Ruby wächst in den 1990ern als Tochter eines Pastors im Boston auf . Die Familie ist wohlhabend und angesehen, Ruby fühlt sich jedoch ganz im Schatten ihrer älteren, attraktiven und intelligenten Schwester. Und als sie eines Tages ein Gespräch zwischen ihren Eltern belauscht, die klar heraus sagen, wie schwer es ihnen Ruby macht sie zu lieben, ist dies eine Manifestation ihres Gefühls nicht zu genügen so wie sie ist.
Ein Gefühl, dass zu einem Ereignis führt, welches die Familie zerrüttet - und Ruby wird einen hohen Preis für eine schwere Lüge zahlen…

Ich bleibe bewusst nebulös was die Handlung angeht, denn Liz Nugents Romane leben von den Haken, die die Handlung immer wieder schlägt.
Es ist kein klassischer Kriminalroman, kein üblicher Psychothriller, sondern vielmehr das Psychogramm einer zutiefst gekränkten jungen Frau, die Schuld auf sich lädt und sich in Selbsttäuschungen verliert, unfähig die Wahrheit zu gestehen - und so mehrere Leben zerstört.
Ruby Cooper ist eine Figur, die man schwer erträgt, der man sich aber auch nicht entziehen kann.
Liz Nugent hat ihren Roman äußerst intelligent komponiert, man kann sich der zunehmenden Sogwirkung dieser Geschichte um Schuld, Sucht und Suche nach Anerkennung nicht entziehen.
Lügen können Leben zerstören. Die Wahrheit ebenso.

Die Wahrheit über Ruby Cooper

von Liz Nugent

Zum Buch im Shop
Kaskaden
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

Mitarbeiterin bei stories!

Alle Empfehlungen von Simone Finkenwirth lesen

Selten hat sich das Verlorensein so gut angefühlt wie mit „Kaskaden“ von Louise K. Böhm. Gerade mal 26 Jahre jung ist die Hamburger Autorin, und doch sitzt in ihre eine Weisheit, die nur wenige junge Schreibende besitzen.

Nach der Beerdigung in der alten Heimat, kehrt die Studentin der Molekularbiologie mit einer DVD und Erinnerungen zurück. Schmerzhafte Rückblicke an ihre Freundin, die sie einfach so im Stich gelassen hat. Bis heute kann Jojo Yaras Abkehr nicht vergessen wie die Gefühle für sie. Schlimmer noch: Diese Narben bremsen Jojo in allem aus. Jojo schweigt, wenn ihre Mitbewohnerin mit ihr sprechen will. Ich will Jojo schütteln. Wobei das brauche ich nicht, denn sie wispert mir ihre Gefühle zu: „𝘐𝘤𝘩 𝘥𝘦𝘯𝘬𝘦: 𝘑𝘦𝘵𝘻𝘵 𝘩𝘪𝘦𝘳 𝘥𝘳𝘪𝘯 𝘢𝘶𝘧𝘭𝘰̈𝘴𝘦𝘯. 𝘞𝘪𝘦 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘉𝘳𝘢𝘶𝘴𝘦𝘵𝘢𝘣𝘭𝘦𝘵𝘵𝘦 𝘪𝘯 𝘊𝘰𝘭𝘢.“

Jojo hat Ticks wie ihr allseits anwesendes Ethanolfläschen, das sie stets bei sich hat, um all die „𝘔𝘪𝘭𝘭𝘪𝘰𝘯𝘦𝘯 𝘬𝘰𝘭𝘰𝘯𝘪𝘦𝘣𝘪𝘭𝘥𝘦𝘯𝘥𝘦𝘯 𝘌𝘪𝘯𝘩𝘦𝘪𝘵𝘦𝘯 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘳 𝘛𝘪𝘴𝘤𝘩𝘰𝘣𝘦𝘳𝘧𝘭𝘢̈𝘤𝘩𝘦“ zu beseitigen. Und das Ausblenden der Erinnerungen: „𝘕𝘪𝘤𝘩𝘵𝘴 𝘬𝘢𝘯𝘯 𝘮𝘢𝘯 𝘥𝘢𝘨𝘦𝘨𝘦𝘯 𝘵𝘶𝘯, 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘴𝘪𝘦 𝘦𝘳𝘴𝘵𝘮𝘢𝘭 𝘢𝘶𝘧 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘭𝘰𝘴𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯, 𝘥𝘢 𝘪𝘴𝘵 𝘬𝘦𝘪𝘯 𝘚𝘵𝘰𝘱𝘱-𝘒𝘯𝘰𝘱𝘧. 𝘒𝘦𝘪𝘯 𝘈𝘶𝘴-𝘚𝘤𝘩𝘢𝘭𝘵𝘦𝘳.“
Louise findet für alle Regungen die richtigen Worte. Sie hat einen eigenen Sound, der all die großen Themen wie Klassismus, Identität, Beziehungen und Zusammenhalt mit Leichtigkeit ausrollt.

Große Leseempfehlungen kommen auch von Deutschlandfunk Kultur, dem Hamburger Abendblatt sowie von Frank Menden, der in Louise K. Böhm "𝑒𝑖𝑛𝑒 𝑛𝑒𝑢𝑒, 𝑝𝑟ä𝑔𝑛𝑎𝑛𝑡𝑒 𝑆𝑡𝑖𝑚𝑚𝑒 𝑚𝑖𝑡 𝑒𝑖𝑔𝑒𝑛𝑒𝑚 𝑇𝑜𝑛" entdeckt hat.
 

Kaskaden

von Louise K. Böhm

Zum Buch im Shop
Come out!
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Alle Empfehlungen von Frank Menden lesen

„Es war eine Selbstbefreiung, die gelang und trotzdem bis heute gefährdet ist.“

So der letzte Satz auf der Rückseite von Thomas Sparrs „Come Out - Wie der Aufstand in der Christopher Street die Welt veränderte“.

Wie groß diese Gefährdung ist, das wurde am späten Samstag Abend beim Berliner CSD auf schmerzhafteste, schockierende Art und Weise deutlich.

Für uns in der LGBTQIA+ Community ist dies die bittere und traurige Kulmination eines immer kälter werdenden gesellschaftlichen Klimas, der Ton uns gegenüber wird rauer, ausfallender, die (welt)politische Lage ist gerade in Bezug auf unsere Leben, unsere Rechte rasant rückwärts gewandt.

Sicherlich ist Thomas Sparrs Buch streitbar, nicht alle Aspekte der Folgen der Stonewall Riots werden tiefgründig benannt. Aber trotzdem ist dieses Buch wichtig und relevant, zeigt anhand von Beispielen vor allem aus dem kulturellen Bereich, wie sich die Sichtbarkeit von Homosexualität verändert hat. Und was Menschen wie Rosa von Praunheim, Hubert Fichte, Hans Mayer und Hans-Joachim Schoeps angestoßen und geleistet haben.
Insofern bietet dieser längere Essay, der verdient auf der Sachbuch Bestenliste stand, einen lesenswerten Einstieg in die Kulturgeschichte der Homosexualität in Deutschland nach 1969.

Come out!

von Thomas Sparr

Zum Buch im Shop
Karacho
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Alle Empfehlungen von Frank Menden lesen

„Liebeskummer lohnt sich nicht my Darling…“ So sang einst Siw Malmkvist.
Doch auch wenn man sich das selbst immer wieder sagen kann: es tut einfach verdammt weh.

Es ist eine alte Geschichte. Mann verlässt Frau wegen einer Jüngeren und sagt: Ich liebe dich nicht mehr.
20 gemeinsame Jahre, mit einem Schlag beendet. Eine ungewisse Zukunft, eine Vergangenheit, die plötzlich neu betrachtet wird, werden muss.
Kira ist Mitte 40, die beiden Söhne jugendlich, und trotz dieses großen Kippmomentes des Lebens geht eben dieses weiter, auch wenn sie am liebsten einfach stehen bleiben will.
Doch ihre Rollen als Mutter, Künstlerin, Freundin kann sie nicht einfach pausieren.
Und so läuft das Entlieben parallel zum weiteren Leben, für das „Karacho“ zum neuen Motto wird…

„Karacho“ @schirdewahnsusanne @volandquist spricht wohl alle an, die schon einmal eine Trennung er- und durchlebt haben.
Dabei liegt der Focus des Romans nicht auf der Verdammung des Ex, die guten Gefühle, das gemeinsame Leben werden nicht negiert, trotz der Wut, der Verletzlichkeit und der Panik, wie es nun weitergehen soll.
Kira kämpft sich voran, bleibt die kreative, lebenslustige, sinnliche Frau, entdeckt Neues.
Und wir sind hautnah dabei, erleben ein Leben und Literatur die ganz am Puls der Zeit sind, unideologisch, mit Schwung und Kraft.

„Scheiss auf die Angst… man muss nur den Koffer packen und die Tür hinter sich schließen“

Lesen!

Karacho

von Susanne Schirdewahn

Zum Buch im Shop
Sommer
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

Mitarbeiterin bei stories!

Alle Empfehlungen von Simone Finkenwirth lesen

Während der Sommer bei uns im Norden nicht weiß, was er will, ist sich dieses Kochbuch dessen Charakterzug vollends bewusst und feiert diese Jahreszeit!

Nachdem mir Sarah Hassert und Jule Kiefer mit ihrem Winter-Kochbuch DAS Rezept für den besten Pizzateig geliefert und mich mit den anderen Rezepten wie Bildern abgeholt haben, konnten sie mich erneut begeistern. Als kochbuchaffine Leserin habe ich bereits auf den ersten Seiten erneut erkannt: das ist kein gewöhnliches Kochbuch. Es ist viel mehr, die exquisite Zutat, das i-Tüpfelchen zwischem dem Salz und den Gewürzen. Obendrein eine Kulturgeschichte, die perfekte Anleitung für gelungene Buffets und ein Fingerzeig für alle Genussmenschen, die mehr wollen als nur zu essen.

So erfahre ich, dass mein geliebter Knoblauch seit 4000 lebt und als Wunderwaffe gegen schlechtes Blut, Erkältung, Fieber und für den Kinderwunsch eingesetzt wird. Passend dazu gibt es ein Rezept, wie man jungen Knoblauch zähmt und schmackhaft macht. Er braucht dafür nur wenige Mitspieler wie den Thymian, Salbei und Rosmarin.

Fans von Gurken werden über das Rezept jubeln, dass die gesunden Stangen aufpeppen. Dazu benötigen Sie nur Reisessig, Sojasauce, Sesamöl, Ahornsirup, Chiliflocken und gerösteten Sesam. Fertig ist der feurige Gurkensalat, der uns Ooohs aus dem Rachen bescheren wird.

Mein absolutes Highlight ist der Thunfisch-Bohnen-Salat. Das perfekte Essen für tropische Abende. So easy und köstlich! Mehlige Aprikosen haben wir mit diesem Kochbuch wiederbelebt - die karamellisierten Früchte lassen Ihre Zungen als Beilage zu Fleisch oder als Kompott mit Eis oder Creme zum Vibrieren bringen. Ebenso köstlich sind die Erdbeeren, die mit dem Lachs eine bemerkenswerte Verbindung eingehen. Dass Erdbeeren bestens mit feinem Schinken und Parmesan harmonieren, kann ich nun bestätigen. Danke für den Impuls, liebe Sarah & Jule!

Wie in „Winter“ bedienen sich die beiden Autorinnen einfachen Mitteln und erzeugen großes Gaumenkino. Nebenbei erfahren wir noch allerhand Interessantes. So können Sie bei ihren Zusammenkünften mit der Geschichte über den „Gott des Weines“ auftrumpfen. Nachzulesen in diesem kulturfeinen Kochbuch, das einen ebenso mit wundervollen wie atmosphärischen Fotos inspiriert. Die Rezepte und Geschichten beginnen im April, enden im Oktober - genau dann, wenn das Winter-Kochbuch zum Einsatz kommt oder in den Sommerschlaf verschwindet. Besser geht's nicht!

Sommer

von Saint John Studio, John Saint

Zum Buch im Shop
Sandwich
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

Mitarbeiterin bei stories!

Alle Empfehlungen von Simone Finkenwirth lesen

Sie suchen noch eine schöne Sommerlektüre? Dann sollten Sie „Sandwich“ von Catherine Newman unbedingt in ihren Koffer werfen, aber bitte behutsam. Denn das Buch ist ganz wunderbar und verdient viel Liebe.

Ann Patchett liebt den Roman wie Frank Menden und ich. Sie schreibt: „Ich habe ununterbrochen gelacht, außer an den Stellen, die mich zum Weinen gebracht haben.“ Wow, da hat die Autorin-Kollegin wirklich alles zusammengefasst. So ist „Sandwich“ ein Mix aus Komik, Summerfeeling und Wolkenbrüche.

Rachel aka Rocky ist die Stimme, die uns ihre Geschichte erzählt. Sie nimmt uns mit nach Cape Cod, wo sie eine Woche mit ihrer Familie verbringt. Seit zwanzig Jahren pflegen sie diese Tradition. Alle sind da. Natürlich ihr liebevoller Ehemann, die beiden Kinder Willa und Jamie, und dessen Freundin Maya, und Rockys Eltern.

Während Rocky mit den Wirren der Menopause kämpft, fällt ihr die blasse Maya auf, die unerwartet schwanger ist, und das versucht, zu vertuschen. Gleichzeitig wird Rocky von traurigen Erinnerungen heimgesucht und plötzlich ploppt eine Familiengeschichte auf, die sehr schmerzvoll und bewegend für uns alle ist.

Erinnern Sie sich noch an „Sommer von Maine“ von Sullivan J. Courtney? Daran musste ich bei der Lektüre oft denken, denn genauso fühlt sich dieser leichte und doch berührend schöne Roman an. Es ist ein Wechselbad aus Gefühlen, doch wir sinken niemals auf den tiefen Grund der Traurigkeit – das haben wir der ausgewogenen Balance Catherine Newmans zu verdanken. Übersetzt wurde das Buch von Alexandra Baisch.

Sandwich

von Catherine Newman

Zum Buch im Shop
Halbinsel
Frank Menden

Frank Menden

Mitarbeiter bei stories!

Alle Empfehlungen von Frank Menden lesen

„Inzwischen habe ich begriffen, es grenzt an ein Wunder, wenn man geliebte Menschen um sich hat und sie nicht zu früh verliert. Ein noch größeres Wunder ist es, wenn es einem mehrmals im Leben gelingt, jemanden zu finden, der es gut mit einem meint.“

Lange herbeigesehnt, jetzt ist er da: „Halbinsel“, der neue Roman von Kristine Bilkau.
Es ist die Geschichte von Annett, einer Bibliothekarin, die nach dem frühen Tod ihres Mannes die gemeinsame Tochter Linn allein aufzog und sich nach deren Auszug in ihrem Leben eingerichtet hat.
Als Linn auf einer Tagung einen Zusammenbruch erleidet, holt Annett sie zu sich in das Haus im nordfriesischen Wattenmeer.
Aus ein paar Tagen werden Wochen, dann Monate. Linn, die für Annett immer so voller Leben war, voller Ideen und Tatendrang, ist antriebslos, sucht nach einer neuen Ausrichtung ihres Lebens. Für Annett ist dies schwer zu ertragen, aus ihrer Hilflosigkeit heraus brechen Konflikte auf, die beide anders auf das jeweilige Leben blicken lassen.

Kristine Bilkau beherrscht die Kunst Romane zu schreiben, die leise und unauffällig daherkommen, bei denen kein Wort zu viel ist und die vielschichtig sind und eine enorme Tiefe haben.
Die Annäherung von Mutter und Tochter ist gleichzeitig auch eine Annäherung an das Leben, an die Natur, an das zulassen von Veränderung.

Mit der Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse erscheint der Roman mit einer großen Erwartungshaltung und vielen Vorschusslorbeeren. Für mich hat er sie alle eingelöst.

„Wo würde die Einsamkeit lauern? Hinter der Veränderung oder dem Vertrauen?“

Halbinsel

von Kristine Bilkau

Zum Buch im Shop
Die Unmöglichkeit des Lebens
Simone Finkenwirth

Simone Finkenwirth

Mitarbeiterin bei stories!

Alle Empfehlungen von Simone Finkenwirth lesen

Grace lebt zurückgezogen in den Midlands, und spürt zwei Narben in ihrem Herzen: Die pensionierte Mathematiklehrerin hat ihren Sohn viel zu früh verloren, ihr Mann ist vor vier Jahren gestorben. Und jetzt? Unterzieht sie sich gerade einer Venenoperation, als sie entscheidet, nach Ibiza zu fliegen, um sich das vererbte Haus anzuschauen. Ob das eine gute Idee ist?

Finden Sie es heraus! Und erleben Sie an Graces Seite magische Momente. Nicht alles lässt sich erklären, diese Erfahrung macht unsere selbst unsere rational denkende Ich-Erzählerin. Sie trifft auf besondere Menschen, und will das Rätsel lösen, wie Christina ums Leben gekommen ist, denn da tappt man noch im Dunkeln. Also die Polizei, aber nicht Alberto Ribas – ein Taucher, der Grace auf einen nächtlichen Tauchgang mitnimmt. Plötzlich wird es in der finsteren Nacht taghell. Das kommt nicht nur durch das leuchtende Seegras im Mittelmeer. 

Denn „Die Unmöglichkeit des Lebens“ ist Wunderbalsam für die Seele. Man sollte etwas Offenheit für nicht immer ganz erklärbare Dinge mitbringen. Matt Haigs Botschaft hingegen ist klar: Es gibt keine Begrenzungen. Zudem gesellt sich die Gewissheit dazu, dass es nie zu spät ist für einen Neuanfang. Es lohnt sich, offen und neugierig für alles zu sein, so unbehaglich sich vielleicht im ersten Moment manches anfühlen mag. Die Antwort kommt, ganz bestimmt, siehe Grace.

Die Unmöglichkeit des Lebens

von Matt Haig

Zum Buch im Shop